Leben 13.04.2018

Kontrovers: US-Studentin zeigt sich mit Waffe auf Social Media

© Bild: Twitter/BrennaSpencer

Brenna Spencer sorgt mit einem Posting für Wirbel. In dem Beitrag spricht sie sich für das Recht aus, eine Waffe zu tragen.

Die Debatte rund um Waffengewalt- und gesetze ist in den USA allgegenwärtig. Erst am diesjährigen Valentinstag schoss der 19-jährige Nikolas Cruz in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida mit einem Schnellfeuergewehr um sich. Neben 17 Toten gab es 17 Verletzte.

Dass ein Foto auf Social Media, das eine US-amerikanische Studentin beim Posieren mit einer Handfeuerwaffe zeigt, für eine hitzige Debatte im Internet sorgt, ist also wenig überraschend.

Brenna Spencer teilte am 7. April ein Bild von sich auf Twitter, das sie in einem pinken Trump-Shirt mit der Aufschrift "Women für Trump" zeigt. Im Bund ihrer weißen Jeans steckt eine Waffe. "Ich mache keine normalen Uni-Abschlussfotos", steht im Tweet zum Bild geschrieben. Das berichtet unter anderem der Independent.

Binnen weniger Stunden formierte sich auf Twitter ein Shitstorm gegen die junge Frau, deren Tweet bisher über 15.000 mal kommentiert, 17.000 Mal geteilt und 100.000 Mal gelikt wurde.

Um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, trat Spencer in der Sendung "Fox & Friends" des US-Senders Fox News auf. "Als ich meine Abschlussfotos gemacht habe, dachte ich mir, dass sie die Person widerspiegeln sollen, die ich bin. Da ich ganz offensichtlich eine Leidenschaft für konservative Politik und den zweiten Zusatzartikel (zur Verfassung der Vereinigten Staaten, Anm. d. Redaktion) habe, entschloss ich mich, dass es das war, was ich tun wollte."

Der zweite Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika (Second Amendment) verbietet als Teil der Bill of Rights der Bundesregierung, das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen einzuschränken.

Recht auf Schutz

Im Gespräch mit den Fox News-Moderatoren zeigte sich die US-Amerikanerin trotz der heftigen Kritik reuelos. Im Gegenteil. Sie verteidigte ihr Bild und dessen Botschaft. Der Anstieg der Sexualstraftaten auf Universitätscampussen mache es notwendig, Frauen zu ermutigen, Waffen zu tragen.

"Ich glaube, dass es wirklich wichtig ist, Menschen zu ermutigen, zu zeigen, dass man das Recht hat, sich zu schützen und dass die eigenen Rechte nicht am Campus aufhören."

Nicht alle User sind von Spencers Beitrag erzürnt. "Ich hoffe, dass meine konservativen Söhne eine starke Frau wie Sie finden", kommentierte eine Userin. Andere scheinen sich an der Waffe im Bild erst gar nicht zu stoßen und gratulieren ihr schlichtweg zum Uni-Abschluss. Und wiederum andere verteidigen Spencer und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung.

#NotMe statt #MeToo

In besonders großer Zahl zeigen sich Frauen solidarisch, die Spencer unter dem Hashtag #NotMe beipflichten. Sie würden lieber eine Waffe bei sich tragen, als Opfer sexueller Gewalt zu werden, so der Tenor. Auf Twitter posten die Unterstützerinnen auch Fotos, die sie mit Waffen am Körper zeigen.

Geschichte der Gewalt in den USA

Die Liste von Gewaltexzessen an US-Schulen ist lang. Auf tragische Weise unvergessen bleiben unter anderem die bewaffneten Angriffe an der Columbine High School in Colorado (1999), der Virginia Tech in Virginia (2007) und der Sandy Hook Elementary School in Connecticut. Letzterer ereignete sich am Vormittag des 14. Dezember 2012 und gehört zu den folgenschwersten Gewalttaten an einer Bildungseinrichtung in den Vereinigten Staaten. 28 Menschen kamen ums Leben.

( kurier.at , pama ) Erstellt am 13.04.2018