Im Labor

© Heinz Wagner

ZOOM Kindermuseum
10/01/2015

In der Welt der Kunststoffe

Neue Ausstellung im Wiener Kindermuseum ZOOM dreht sich um Kunststoff, Plastik, seine Herstellung, Anwendung und Probleme damit.

von Heinz Wagner

Gewandet in weiße Labormäntel und Schutzbrillen beobachten „Test“kinder aus der Nachmittagsbetreuung der ersten Klassen der nahe gelegenen Schule in der Rahlgasse wie die Mitarbeiterin des ZOOM Kindermuseums ihre langen schmalen Glasfläschchen in Metallbehälter mit heißem Wasser taucht.

Labor

Zuvor haben Clemens, Elena, Emilia, Emma, Eszter, Gina, Hannah, Jan, Laura, Mara, Mathilda, Nora, Raphaela, Valeria und Wenzel weiße Kunststoffkügelchen sowie ein einziges rotes Stäbchen in diese Eprovetten gefüllt. Nun im Wasserbad beginnen dieses Polyethylen zu schmelzen. Es wird rausgefischt und die Kids beginnen es zu formen. Anfangs ist’s noch ziemlich warm, aber nur so lange es warm ist, lässt es sich formen. Aus dem hin und her ziehen, flach drücken, da und dort zupfen entstehen so manche Herzen. Was aber auch immer, was extrem auffällt: Obwohl jeweils nur ein kleines rotes Teilchen unter all den weißten Kügelchen war, werden die geformten Teile alle mehr oder minder stark rot bis zumindest hell rosa.

Kunststoff – das ist das – natürlich wie immer – an- und be-greibare Thema der Anfang Oktober startenden (bis Mitte Februar laufenden) aktuellen Ausstellung des ZOOM-Kindermuseums im Wiener MuseumsQuartier.

Zwei Tage vor der Eröffnung durfte der Kinder-KURIER die genannten Mädchen und Buben beim Entdecken der interaktiven Schau begleiten.

Vom etwas höher angesiedelten Labor geht’s durch ein Stück (Ab-)Wasserrohr wie es in Wiens Kanalisation eingesetzt wird langsam rutschend auf die ebene Erd mit zahlreichen Stationen, wo Kunststoff aus unserem Alltag angegriffen, angezogen, unter die Lupe genommen werden kann.

Verbindungen, Verkettungen, Vernetzungen

Auch wie die Verbindung der sogenannten Polymere vor sich geht – vom Händchen-Halten-Spiel bis zu einer fast schon spacigen Videoinstallation in einem Raum, in dem über Wände und Decken Atome und Moleküle riesengroß stilisiert flitzen und sich immer wieder miteinander verbinden – ist Teil der Schau. Das kann auch durch Klettern in Gitternetzen nachvollzogen werden oder durch Basteln von Ketten mit verschiedenfarbigen Kügelchen – jede Farbe stellt eine anderen Stoff dar.

Dass Kunststoffe aus unterschiedlichen „Rohstoffen“ hergestellt werden können ist ebenso zu erfahren: Erdöl, Erdgas, Holz, Mais oder Sonnenblumenkerne – also ursprünglich natürliche Materialien.

Umweltprobleme

Dass Kunststoffe aber nicht nur praktisch sind, sondern auch Umweltprobleme verursachen wie beispielsweise Verschmutzung von Meeren, ist Teil einer weiteren Spielstation. Eszter, Nora, Emilia und Laura fischen für KiKu-Fotos nochmals kleine Plastikteile mit netzartigen Schaufeln aus einem Wasserbecken, füllen sie in einen Behälter, lassen sie von zwei kleinen LKW auf einer Art Förderband transportieren...

Bei einer weiteren Station geht’s darum, Erde und Sand unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, wie viel Kunststoffmüll sich darin verbirgt. Nächste Station: Lustvolles Mülltrennen durch Werfen von Kunststoffflaschen. Wird das Ziel getroffen, fallen die Objekte in die entsprechenden Kübel.

Ist Müll trennen und recyclen damit ein offensichtliches Thema der Ausstellung, so wird „vermeiden“ eher nur am Rande angesprochen. Natürlich sind Kunststoffflaschen als „Kisterln“ für Blumen aus echter Erde eine Art Recycling, aber das Signal fürs Vermeiden eher nicht...

Viele Fotos von Kindern in der Ausstellung

Kunststoff Plastik
Ausstellung
Bis 14. Februar 2016
Zoom Kindermuseum
1070, MuseumsQuartier

Weiteres:
Workshops „TON TON TON“
im Atelier

„Kamee Leon, der Wunderwuzzi“
im Trickfilmstudio

Lollo – Eine Klanggeschichte zum Mitgestalten
im SoundLabor

Telefon: (01) 524 79 08
www.kindermuseum.at

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