© Grafik: Tichy

Kiku
08/28/2012

Wie finden Zugvögel ihren Weg?

Wie finden Zugvögel ihren Weg?

Ob es der Mond, die Sterne oder die Sonne ist, die den Vögeln ihren Weg zu den Winterquartieren zeigt, darüber wird viel gerätselt.Tatsache ist, dass die Flugroute in den Genen der Vögel gespeichert ist. Das Wissen, wie und wohin sie müssen, ist ihnen angeboren.
Innerer Kompass Forscher haben herausgefunden, dass sich Zugvögel  an den Magnetlinien der Erde orientieren. Diese Linien  liegen wie ein unsichtbares Streckennetz unter der Erde. Für  Vögel ist dieses Netz wie eine Art Kompass, der ihnen den Weg weist.
Vogel-Experten der Universität Frankfurt  fanden heraus, dass sogar Hühner diesen inneren Kompass besitzen. Versuche zeigten, dass die Vögel in der Netzhaut ihres Auges ein Molekül haben, mit dem sie das Magnetfeld sehen können.  Bei Experimenten zeigte sich, dass Vögel kurzwelliges Licht brauchen,  zum Beispiel blaues Licht, um sich  orientieren zu können.

 

Wie lange und weit ist ihre Reise?

Zugvögel sind monatelang auf Reisen. Auf ihrem Weg in den Süden lassen sie sich Zeit und legen immer wieder ein paar Wochen Pause ein. Die Rückreise im Frühling geht zügiger voran, weil die Vögel so schnell wie möglich ihre Brutplätze erreichen wollen. Gabor Wichmann ist Ornithologe (Vogelkundler) bei Birdlife, der sich mit dem Lebensraum von Vögeln beschäftigt: „Leider werden viele Rastgebiete, an denen sie Nahrung finden und Kraft tanken können, zusehends verbaut und zerstört. Ob es Entwässerungen sind, Windanlagen oder Sonstiges, es wird immer schwieriger für die Tiere.“
Rekord Ein  Vielflieger ist die Küstenseeschwalbe. Sie legt von ihren Brutplätzen in die Überwinterungsquartiere und wieder zurück 40.000 Kilometer zurück. Das ist  eine Strecke, die einmal um den Erdball geht. Die Schnepfe schafft 10.000 Kilometer in einem Durchzug. Damit die Tiere   überleben, fressen sie sich an den Rastplätzen  Fettreserven an.

Tipps zur Vogelbeobachtung

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte sich unbedingt ein Fernglas oder einen Gucker einpacken. Aus weiter Ferne kann man die Vögel gut beobachten, ohne sie zu stören.
Zeit und Geduld Im Herbst und Winter ist warme Kleidung empfehlenswert, denn für die Vogelbeobachtung ist viel   Zeit und Geduld   erforderlich. Anstatt von einem Ort zum anderen zu stapfen, lohnt es sich, an einer bestimmten Stelle zu warten. In der Nähe von Wassergebieten stehen   die Chancen  gut, viele  Vögel zu sehen.
Elke Schmelzer ist Vogelexpertin und findet, dass man für Vogelbeobachtungen nicht unbedingt in ein Naturschutzgebiet fahren muss: „Auch in der Stadt lassen sich viele Vögel beobachten. Mit viel Zeit und Geduld kann man in den Parks oder auch vom Fenster aus Arten wie den Hausrotschwanz, den Haussperling, den Specht oder den Kleiber entdecken."

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