Übers Sterben zum Leben

Kopie von Kopie von Wie wird man unsterblich
Foto: Rita Newman Sam (Stefan Rosenthal) und Felix (Joe Ellersdorfer)

"Wie man unsterblich wird" - eineinhalb berührende Stunden im Theater der Jugend/im Zentrum.

Über den Tod zum Leben... klingt komisch, oder? Was soll das? Nun, genau das ist die Geschichte „Wie man unsterblich wird“ von Sally Nicholls in der Bearbeitung Thomas Birkmeirs, des Theater-der Jugend-Direktors  auf der kleineren dieser beiden Wiener Bühnen.

Die Story

Sam und Felix lernen einander im Krankenhaus kennen, beide haben Formen des Blutkrebses Leukämie. Immer wieder kehrenden Schwächephasen zum Trotz aber stecken beide einander mit einem an – mit Lust und Freude am Leben, jenem kurzen, das sie noch vor sich haben. Sam schräger, witziger, Felix mehr verhaltener. Sam beginnt mit einem Videotagebuch und zu zweit filmen sie die irrsten Szenen, denken sich Dinge aus, die sie noch machen wollen – verrückte, ungewöhnliche und „solche, was normale Teenager halt so machen: rauchen, saufen, Mädchen“.

Die Inszenierung

In vielen Szenen kann daher auch herzhaft gelacht werden, steckt die Lebensfreude der beiden an. Andere wiederum berühren – unangenehm – durch Kälte, Unverständnis, scheinbare Herzlosigkeit Erwachsener in der Begegnung mit den Jungs. Solcher, die allerdings gar nicht so sehr mit der tödlichen Krankheit der Burschen zu tun hat, sondern einer, die viele Jugendliche leider kennen lernen – Leere, keine Zeit...

Wie wird man unsterblich Foto: Rita Newman Eineinhalb starke emotionale Stunden im Theater im Zentrum, die naturgemäß von den beiden Hauptdarstellern Stefan Rosenthal (Sam McQueen und Joe Ellersdorfer (Felix Stranger) getragen werden. Aber auch alle anderen Darsteller_innen, selbst jene wie Lynne Williams, die nur in Kurzauftritten als Lehrerin Mrs. Willis sowie als Krankenpflegerin Annie in Erscheinung tritt, haben wesentlichen Anteil an einer runden, insgesamt berührenden, lebensbejahenden Inszenierung in der immer wieder auch philosophische (Kinder-)Fragen gestellt werden wie „warum lässt Gott Kinder an Krebs erkranken?“

Infos

Wie man unsterblich wird

von Sally Nicholls
Bearbeitung und Regie: Thomas Birkmeir

Besetzung:
Sam McQueen: Stefan Rosenthal
Felix Stranger / Wissenschaftler / Stanley: Joe Ellersdorfer
Daniel, Sams Vater / Wissenschaftler: Frank Panhans
Ella, Sams Schwester / Kayleigh / Wissenschaftlerin: Tanja Raunig
Rachel, Sams Mutter: Stephanie K. Schreiter
Mrs. Willis, Lehrerin / Annie: Lynne Williams

Dramaturgie: Gerald Maria Bauer
Bühne: Jens Jehle
Kostüme: Irmgard Kersting
Videogestaltung: Felix Metzner
Licht: Lukas Kaltenbäck
Rollstuhlcoaching: Sepp Loisinger
Assistenz und Inspizienz: Nina Baak
Hospitanz und Schlussprobenassistenz: Moritz Tonn

Aufführungsrechte: Rowohlt Theaterverlag, Reinbek bei Hamburg

Bis 19. März
Theater im Zentrum, 1010 Wien, Liliengasse 3
Telefon: (01) 521 10

www.tdj.at

Fotos

Berührende Szenen

Das Duo beim Filmen... ... im Krankenhaus... ... beim Spielen Der erste Kuss - mit Kayleigh (Tanja Raunig), die Felix dafür für seinen Freund Sam gewinnen konnte Sam mit Mutter (Stephanie K. Schreiter) und Schwester (auch Tanja Raunig) beim Begräbnis von Felix Vater (Rank Panhans) braucht lange, bis er Zugang zu Sam findet Lehrerin Mrs Willis (Lynne Williams)
(Kinder-KURIER) Erstellt am
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