Kinderstück: An der Arche um 8, Landestheater Vorarlberg, Bregenz

© Anja Koehler

Stella für bestes Kinder- und Jugendtheater
10/21/2016

Stella für bestes Kinder- und Jugendtheater

Stella-Awards: Zum zehnten Mal wurden Preise für bestes Kinder- und Jugendtheater in Österreich vergeben. Sonderpreis für Kinder-KURIER.

Freitag Abend wurden zum zehnten Mal Preise für herausragende Leistungen im Theater für junges Publikum vergeben. Vergeben werden die „Stella“ genannten Auszeichnungen von der Österreich-Sektion der internationalen Kinder- und Jugendtheatervereinigung ASSITEJ, diesmal in den Linzer Kammerspielen.

An der Arche um 8 - aus Bregenz

Zum besten Kinderstück wurde das landauf landab im deutschsprachigen Raum oftmals gespielte Stück „An der Arche um acht“ vom Vorarlberger Landestheater, Bregenz von der nationalen Jury gekürt. Die ihre Entscheidung so begründete: „Es ist eine Interpretation eines sehr bekannten Stücks, die es schafft, trotzdem auf allen Ebenen zu überraschen; die die Probleme einer hierarchisch ganz unten/außen stehenden Gruppe ganz selbstverständlich nicht nur in den katholischen, sondern auch in einen sozialen Zusammenhang stellt, ohne sich in irgendeiner Weise anzubiedern; die den DarstellerInnen viel Zeit, einen großartigen Raum, aber auch viele Möglichkeiten gibt, ihre Figuren mitten in der Sintflut nicht nur mit trockenem Humor und Slapstick, sondern auch mit ehrlichen Momenten und viel Rhythmusgefühl von der Eisscholle über die Arche bis zum großen Finale zu manövrieren: „An der Arche um acht“ vom Vorarlberger Landestheater, Bregenz.“

Part of the game-Spiel

Die Trophäe für das beste Jugendstück konnte das Grazer Theater am Ortweinplatz (TaO!) und das „Planetenprinzip“, Graz für das Stück „Das Part of the game-Game“ in Empfang nehmen. Aus der Jurybegründung: „Das Siegerprojekt hat auf beide große Fragen – Was ist entscheidend? Was gibt meinem Leben Sinn? – eine nahezu entwaffnend klare Antwort: Erfolg. Und das erfährt der Zuschauer, oder, in dem Fall, der Mitspieler, in Form einer irrwitzigen, interaktiven (aber trotzdem: sympathischen) Gesellschaftsspielsimulation in aller Konsequenz und anhand eines äußerst intelligent umgesetzten Konzepts am eigenen Leib – so lange, bis man selbst allzu gern bereit ist, ein „Part of the Game“ zu werden, den eigenen Konto- und Prestigepunktestand nach allen Regeln dieses ungerechten, korrupten Systems und der Kunst weiter in die Höhe zu treiben, koste es, was es wolle.

Wenn man nach über drei Stunden in dem perfekt organisierten, von 32 beinhart agierenden und präzise geführten DarstellerInnen besetzten Labyrinth aus Lobbyismus, Ehrgeiz und Freunderlwirtschaft wieder daran erinnert wird, dass die Welt draußen noch existiert, (noch) nicht ganz so vorprogrammiert ist, aber auch, dass hier alle gesammelten Punkte und Euros nichts mehr zählen – ist man fast enttäuscht. Und genau das ist die herausragende Leistung dieses Gesamtkunstwerks.“

Beste Darstellerin

Unter den nominierten Darsteller_innen zeichnete die Jury Nancy Mensah-Offei für ihre schauspielerische Leistung in „SchwarzWeißLila“ (Dschungel Wien) aus: „Entschieden haben wir uns für eine junge Schauspielerin, deren verletzliche und kraftvolle Darstellung einer Jugendlichen, die der Welt mit Witz, Mut und Aufgeschlossenheit begegnet, ihr entgegentanzt, -lacht und -hofft, egal wie es daraus zurückschallt, uns nicht nur überzeugt, sondern sehr berührt hat.“

Beste Musik

„Der Sieger in dieser Kategorie zeigt theatralische Kraft, gepaart mit musikalischem Können und Vielfalt, dazu kommt ein gutes Gespür für die Stärke des Ensembles und ein unglaublicher Spaß bei der Performance, die sich durch eine überwältigende Mischung aus a-cappella-Gesang und Rhythmik auszeichnet. Selten wird man von der stimmlichen Kraft eine Gruppe weggeblasen und gleichzeitig in den Bann ihrer feinen musikalischen Überlegungen hineingezogen.

Die Musik bzw. die Sound-Kulisse kommen in dieser Inszenierung fast ohne Sprache aus und tragen maßgeblich dazu bei, die Geschichte zu erzählen, die Räume und Szenen zu erschaffen. Der Preis geht an das Ensemble IYASA (Simbabwe) unter der musikalischen Leitung von Innocent Nkululenko Dube für ihre Musikalische Leistung in Stephan Rabls Inszenierung von „Mein Bauernhof“.

Beste Ausstattung

„Wenn das Bühnenbild sowohl für sich beeindruckend und innovativ ist, als auch den Anforderungen der Inszenierung bestens dient, dann kann es als herausragend bezeichnet werden. Bei dem Gewinnerstück in der Kategorie „Herausragende Ausstattung“ gelingt eine Vermischung von Fiktion und Realität – und spielt genau damit. Präzise und flüssig, ohne den immensen technischen Aufwand sichtbar zu machen, wird der Zuschauer auf beeindruckende Weise in eine Comic-Welt entführt. Der Preis geht an „Skreek – a comic revolution“ von Twof2 + dascollectiv aus Wien.“

Preis für Kinder-KURIER

Jährlich vergibt der Vorstand der ASSITEJ-Österreich auch einen Sonderpreis an eine Person, die sich um das Kinder- und Jugendtheater in Österreich verdient gemacht hat. In diesem Jahr wurde dieser Stella erstmals an jemanden vergeben, der nicht selber Theater macht, den (Kinder-)KURIER-„Vater“ Heinz Wagner. Danke, Merci, thank's, medasse, köszönöm szepen, hvala, tesekkür, spac, tu wesbe, gracias, mille grazie, obrigado, grazie fich, palikera, nais tuke, dankon, bedankt, shukran gazilan, toda raba, modscha kheram/kheli mamnoun/sepaz/daste shoma dart nakone, kiitos, aciu, aitech, paldias, tussen tack, spacibo, dzikuje, dekuji, djakujem, djakuju, multomesc, blagodarja/merci, efcharisto, ngyiabonga, enkosa, oshe, imela, barka wusgo, asante sana, erokamano, ashiolang, newegua, negatho...

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