Sportgigant mit Schultern aus Fußballhälften und eine Bim mit Karussell

Kreative Ideen von Kids bei der KinderuniKUNST -

Karneval der Masken und Figuren

„Da ist ein ganzes Essen drin“, preisen Sophie, Ylvi und Maja zwei zerknitterte Alufulien-Pakete an. „Kostet nur 1000 Euro, weil zu Würstel und Pommes auch Salat dabei ist…!“ Und dann verrät doch noch wer aus der Runde: „Alles aus PlayMais“. Hier im Workshop Karneval der Masken und Figuren entsteht Vielfältigstes. Aus dem eben genannten Material – bunter Maisschaum mit Lebensmittelfarben – hat sich Marie einen kleinen Teddy gebastelt, den sie stolz als zweites Kuscheltier neben einem Stoff-Maskottchen dem Online-Kinder-KURIER vor die Kamera hält. Nur knapp daneben knotzen Clea und Hannah auf dem Boden und bemalen lebensgroße Papierfiguren. „Die sind so große wie wir, da haben wir uns auf den Boden gelegt und andere haben rundherum gezeichnet, das haben wir dann ausgeschnitten. Clea hat sich aus buntem Stoff auch schon ein traumhaftes Kleid aufgeklebt. Viele dieser Figuren hängen in unterschiedlichsten Verrenkungen an der Tafel des Lehrsaals in der Uni für Angewandte Kunst. Geheimnisumwittert führen Sophie und Sarah den Reporter zu einer verschlossenen Schachtel. (Foto 2, links) Einerseits wollen sie das Geheimnis nicht gleich lüften, andererseits scheint es sie doch zu jucken, ein bisschen was von dem, das sie schon geschaffen haben, herzuzeigen. Und so holen sie eine PlayMais-Kuh und ein durchsichtiges Röhrl mit roten Mais-Teilen. „Das ist das futter für die Kuh“, erklären die beiden und fügen noch hinzu, „die kann man auch wirklich essen“. Was stimmt. Sie machen noch Lust auf mehr, das sie aber nicht herzeigen. „Wir haben da drin noch eine Babykuh, drei Umhänge, einen Hut und Essensvorräte. Vor ihren Körperumrissen an der Tafel turnen noch einige Kids umher, bevor’s in die Pause geht. Ylvi zeigt ihre Gelenkigkeit, indem sie doch glatt eine große Zehe in den Mund kriegt. Was Maja herzhaftes Lachen entlockt. Bevor’s nun zu wirklichem Essen geht, „zaubern“ noch Bernadette, Ylvi, Maja und Xenia ihre zuvor verborgenen kopfgroßen Masken hervor. Instrumentenbau

Ein wahres Wunderland. Holz, Maschinen. Noch ein paar andere teile. Eine Werkstatt zum Austoben im Keller der Uni für Angewandte Kunst. Was bei diesem Workshop hier entsteht, das kündigt sich schon gleich nach dem Stiegenabgang an. Hier steht ein halbrundes Teil, eine Art Arbeitstisch. Darauf montiert Holz- und andere Teile. Solche die gleich selber einladen, drauf zu schlagen – ob mit der Hand oder einem Schlegel, um drauf los zu trommeln. Andere Teile sind „nur“ Halterungen – zum Beispiel kommt auf eine eine Art alter Waschmaschinentrommel – cooler Klang. Und nun rein in die Werkstatt. Marie zupft die Saite ihres Bumbasses – Ein Holzgestell, eine Konservendose und eine gespannte Saite. Stani trommelt auf sein Cachon, Marcel bläst auf seiner Flöte – einem Kunststoffrohr, wie es für Leitungen verwendet wird, in das er Löcher gebohrt hat. Michael erzählt stolz davon, eine sechs-eckige, schräg nach unten verlaufende Trommel zu bauen – das ergebe einen ganz anderen Klang als wenn die Holzwände gerade sind. Veronika, die blitzschnell wie der Sturm dem Cachon töne ent-schlägt (mittleres Bild), ist auch dabei eine sechseckige Trommel anzufertigen. Alina baut eine Trommel, ebenfalls mit sechs Ecken, aber mit unterschiedlich langen Seiten – so kann sie schließlich auf der Gummimembran ganz einfach unterschiedliche Töne erzeugen, je nachdem, wo sie hinschlägt. Und Elias verpasst seiner Trommel statt der weichen, flexiblen Membran eine dünne Holzplatte obendrauf. Klingt wiederum ganz anders.
Auch Sarah und Lilith stehen aufs Trommeln, während Hannah, Conny und Kasia flötieren. Max, Moritz und Manuel lassen Saiten klingen, auf je einem Bumbass wie schon eingangs bei Marie beschrieben, die noch ergänzt: „Da kannst du auch unterschiedliche Töne erzeugen, je nachdem, wo und ob du die Saite niederdrückst.“ An einem solchen arbeitet auch Sarah. Ein wunderbarer Mix aus Tönen und Klängen aus den selbstgebauten Musikinstrumenten und dazwischen wieder das eine oder andere Mal dem surren und brummen von Motoren der Säge-, Bohr- und anderen Maschinen. Sport und Kunst

Auf dem großen Rasen haben sich Kids ein kleines Spielfeld gesucht und kicken in der Hitze. Auf Tennisplätzen schlagen sie die gelben Filzkugeln übers Netz. Sie schnuppern aber auch in weniger bekannte Sportarten rein wie Landhockey und Bahnengold. Und dazwischen trainieren sie schon mal die Koordination zwischen Gehirn- und Fingerfertigkeit beim Speed-Stacking (Becher in Pyramidenform aufschlichten und wieder abbauen). „Und dazwischen haben wir auch gebaut“, schildern Georg, William, Tabea, Daniel und Theo. Sie und noch einige andere der sport- und kunstinteressierten Kids sind herbeigeeilt und haben begonnen sich um ihr Werk, „Sportgigant“ zu postieren. „Der soll weder Mann noch Frau sein“, erklären einige noch die Geschlechtsneutralität des übergroßen Wesens, einer Figur aus Hasendraht. „Dann haben wir Tennisbälle aufgeschnitten und den Draht gefüllt. An manchen Stellen zieren Sechsecke eines einstigen Fußballs das Sport-Kunst-Objekt. „Ja, und dann haben wir auch noch Schultern aus Fußballhälften gemacht“, wirft eines der Kinder aus der rund ein. Gelocktes Haar besteht aus eingerollten, aufgeschnittenen Tennisbällen, die jeweils mit zwei Drahtstücken fest zusammen gehalten werden. BIM me up

Im Hintergrund alte, teils ururalte Straßenbahnen und Busse in einer der großen Hallen. Wir befinden uns im Wiener Straßenbahnmuseum in Erdberg. Draußen auf einem der Gleise ein ultramoderner ULF, die Niederflur-Bim im schnittigen Design. Dazwischen Kids, die im Rahmen der KinderuniKUNST den zweitägigen Workshop „BIM me up“ gewählt haben und nun an „Straßenbahnen der Zukunft“ arbeiten. Zuerst, so erzählen sie dem Reporter, „haben wir uns das Museum angeschaut, dann auf einer Tafel aufgeschrieben und gesammelt, was wir alles brauchen, dann Entwürfe und nun bauen wir aus diesen leichten, grünen Styrodur-Platten unsere Bims“. Gesägt wird mit Hilfe eines dünnen, erhitzten Drahts, danach muss mit Sandpapier fein nachgeschliffen werden. Dann wird weiß grundiert und bunt drüber gemalt.
Sowohl Stefanie als auch Teresa Peresich verwandeln ihre utopischen Straßenbahnen in Freizeitoasen – mit Palmen und Pools am Dach. Erstere will innen ihre Trams auch noch mit Getränke- neben den Fahrscheinautomaten ausstatten. Free WLAN ist ein weiteres Must für eine Zukunfts-Straßenbahn, meint die Jungdesignerin. Georg Neuner hat sich für die Türen einen neuen Mechanismus ausgedacht. Statt auf die Seite, sollen sie nach oben geschoben werden „und oben hat meine Straßenbahn Bremsklappen wie ein Flugzeug, das heißt, sie kann schneller fahren, weil sie auch schneller bremsen kann“. Und dann macht sich dieser Bim-Designer an die Arbeit einen recht großen Hund auszusägen. Für den lässt er sich von einem lebendigen Vorbild inspirieren, „vom Hund meiner Oma, der heißt Fanny und ist ein ganz normaler, aber lustiger Hund“. Akribisch und geduldig malt Julia Janitsch an etwas, das in „rohem“ Zustand aussieht wie eine Kabeltrommel. Rot und blau bemalt und später nach und nach mit kleinen Pferdchen bestückt wird es zum Ringelspiel. „Das machen wir jetzt gemeinsam, weil eine Kollegin das gestern begonnen hat, aber heute nicht mehr da ist“, beginnt sie zu erklären und Kathrin Feichtenberger setzt fort: „In der langen Straßenbahn kommt in die Mitte. Dort wo wie bei den Gelenksbussen diese Drehbühne ist, setzen wir dieses Karussell hinein.“ Manche der Ringelspiel-Schaukelpferde werden gepunktet, andere gestreift, ein drittes mit Herzen bemalt.
Jakob Engelbrecht schneidet einzelne schräge Teile aus, die er zu einer Rampe zusammenklebt – für seine Berg-Straßenbahn. „Das machen wir jetzt gemeinsam, weil eine Kollegin das gestern begonnen hat, aber heute nicht mehr da ist“, beginnt sie zu erklären und Kathrin Feichtenberger setzt fort:... ... „In der langen Straßenbahn kommt in die Mitte. Dort wo wie bei den Gelenksbussen diese Drehbühne ist, setzen wir dieses Karussell hinein.“... ... Manche der Ringelspiel-Schaukelpferde werden gepunktet, andere gestreift, ein drittes mit Herzen bemalt.... ... Dort wo wie bei den Gelenksbussen diese Drehbühne ist, setzen wir dieses Karussell hinein.“ Manche der Ringelspiel-Schaukelpferde werden gepunktet, andere gestreift, ein drittes mit Herzen bemalt. Jakob Engelbrecht schneidet einzelne schräge Teile aus, die er zu einer Rampe zusammenklebt – für seine Berg-Straßenbahn. Immer wieder hält Clemens Zehetner seine Bim hoch – die soll, so seine Idee „schweben - 5,55 Meter über dem Boden. Dann könnte drunter sogar ein LKW fahren“, beschreibt er ein Element seiner intelligenten Verkehrslösung (solche stehen übrigens auf dem Plan der Kinderuni Wien – Wer steuert den Verkehr und wie funktioniert das? 18., 19., 20. Juli) Fürs oben angesprochene Schweben der Bim würde Zehetner das Magnetfeld der Erde nutzen wollen. „Mich interessieren Fragen von Energie, Klima und Umwelt. Ich hab mir zum Beispiel überlegt, dass es gut wäre, Handyhüllen mit Solarzelle zu machen, dann würde man keine anderen Ladegeräte brauchen. Zu Weihnachten hab ich 100 Quadratmeter Regenwald der Österreicher geschenkt bekommen.“ Clemens Zehetner hat sich aber vor allem mit Fragen der umweltfreundlichen Energieversorgung beschäftigt: „Meine Straßenbahn bekommt ihren Strom aus Solarzellen. Und dann gibt’s da noch eine große Batterie, die bei Sonnenschein Strom speichert, damit er auch in der Nacht reicht.“

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(kurier) Erstellt am
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