© Barbara Pálffy

Stationentheater
08/30/2013

Spielende Kinder, Fetzenlaberl und Krimis

Altwiener und doch heutige Kriminalgeschichte iba de Rreichn und oaman Leit

von Heinz Wagner

Auf einem kleinen Platz bei einem der schmalen Zugänge zur U3-Station Rochusgasse/Ausgang Hainburgerstraße spielt eine Handvoll Kinder Ball. Aber wie schaut der denn aus? Ein paar Stoffstücke sind mit Schnüren zusammen gebunden und ergeben so ein Mittelding zwischen Polster und Ball – ein wie’s altwienerisch heißt „Fetzenlaberl“. Und auch die Kinder – seltsam gekleidet – schaut sehr altmodisch aus. Neugierig lugen ein paar Kinder vom nebenan gelegenen Spielplatz ums Eck. Was geht da vor sich?

Genau, es wird gespielt – nicht nur mit dem komischen Ball, sondern auch Theater. Die elfjährige Anna Blanc und ihre Geschwister Jonas (9) und Ida (4) sowie Leonid (9), Isidor (6) und der 10-jährige Matjaž Verdel toben ein bissl herum bevor sie von zwei der späteren Hauptfiguren, dem Polizisten Josef Hauptmann (Walter Kukla) und der Schauspielerin Fanny Novak (Susa Kratsch) verdrängt werden. Sie eilen voraus – zur nächsten Station des „Wander“theaters „Von Großkopfade und Sacklpicka“. An Halt Nummer 2 (von insgesamt elf), einem Biedermeierhof mit Durchgang zur Kundmanngasse treten die schauspielenden Kinder zum letzten Mal auf, Matjaž singt, was sich Grausames ereignet hat: ein Mord an der ehemaligen „Hetzmeisterin“.
Wahre Kriminalgeschichten Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wurden für das Stück zu einer einzigen Story zusammen gemixt. Viel dreht sich um das einst größte „Theater“ Wiens in der Erdberger Hetzgasse, wo Tiere wie Bären und Hunde aufeinander ge„hetzt“ wurden. Und um reiche auf der einen und arme Leute auf der anderen. Die einen schinden sich beispielsweise beim Bau des Wiener Neustädter Kanals beinahe zu Tode, andere wie Fürst Kaunitz, der Kinder sexuell ausbeutete, kamen ungeschoren davon. Neben Kindern und Profi-Schauspieler_innen treten mehrere Figuren in Form von teils beinahe lebensgroßen Puppen in Erscheinung.
Wortführer der Kinder ist Matjaž, der zu Beginn des Gesprächs mit dem KiKu meint, er heiße zwar Verdel, „aber mein Künstlername ist Fink“ (so heißt auch die Theatergruppe, die das Stück spielt). „Drei Wochen haben wir geprobt und es war lustig. Nur die Kleidung naja, jetzt geht’s eh, aber im Sommer beim proben wo’s so heiß war, da war es nicht gerade sehr angenehm und schon gar nicht lustig in einer Hose aus Schafwolle, wie du dir sicher vorstellen kannst. Außerdem ist der Stoff schon auch ein bissi kratzig.“

Von Großkopfade und Sacklpicka
„Auf der Landstraße, da gibt’s a Hetz!“

Ein Streifzug durch die Wiener Kriminalgeschichte mit Schauspiel, Puppenspiel & musikalischem Treibstoff; ein Stück nach wahren Begebenheiten von
Susita Fink und Claudia Hisberger
Idee: Gabriele Müller-Klomfar & Susita Fink
Text & Musik der Moritaten: Ernst Molden

Es spielen:
Walter Kukla (Polizeikommissär)
Susa Kratsch (Fanny Novak)
Claudia Hisberger (Puppenspiel)
Walther Soyka (Knopfharmonika)
Matjaz „Fink“ Verdel, Anna Blanc, Leonid Verdel, Isidor Verdel, Jonas Blanc, Ida Blanc

Regie: Susita Fink
Dramaturgie: Karin Sedlak
Puppenbau & Szenengestaltung: theaterfink
Konzept & Produktionsleitung: Susita Fink
Kostüme/Puppenschneiderei: Sandra Sekanina

Forschung: Susita Fink und Karin Sedlak
Historische Beratung: Harald Seyrl, Andreas Pittler

Eine Produktion von theaterfink / Wien

Wann? Und wo?
Bis 21. September
Beginn: 18.30 Uhr
Treffpunkt: 1030 Wien; U3-Station Rochusgasse, Ausgang Hainburgerstraße
Dauer: ca. 100 Minuten
Kartenpreis: € 18 Euro (Ermäßigung f.Gruppen ab 10 Personen: á € 15)
Kartenreservierungen: Telefon: 0680/126 53 86 und Kontaktformular auf der Homepage (Link unten)
Anmeldung unbedingt notwendig!!!!!

Wetterbedingte kurzfristige Terminverschiebungen stets aktuell:

www.theaterfink.at

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