Kiku
19.11.2017

Vorläufer der Fake News

"Reineke im Rampenlicht" im Wiener Theater Akzent als Auftakt des Jugend-Abos dieser Saison.

Schon Jahrhunderte vor Goethes Version wurden die Sagen vom Fuchs, der seinen Kopf jeweils durch geschickte Lügen aus der sprichwörtlichen Schlinge zieht, erzählt – und auch niedergeschrieben. Sozusagen ein sehr früher, recht erfolgreicher Produzent von Fake News. Was ihm gelingt, da die anderen Tiere ihm immer wieder auf den Leim gehen, weil sie sich Vorteile erhoffen, also mehr oder minder korrupt sind.

Kürzlich fand im Wiener Theater Akzent als Auftakt zum Jugendabo dieser Saison eine sehr reduzierte und witzige Version von „Reineke Fuchs“ statt - „Reineke im Rampenlicht“ hieß das kurzweilige Stück von Michaela Obertscheider und dem Ensemble Imp:Art.

Sehr pur

Zunächst wird – sehr reduziert aufs Schauspiel – von Agnes Hausmann und Johannes David Schwarzmann kürzest und knappst die Grundgeschichte gespielt. In einem zweiten Teil kommen von der Regie so manche der „Regeln für Schauspieler“, wie sie Johann Wolfgang von Goethe verfasst hatte – und wirken wie aus der Zeit gefallen – naja, 200 Jahre alt. Wobei die Fabel rund um den Fuchs hingegen ziemlich – erschreckend - aktuell ist.

Vollgestopft mit diesen Regeln versuchen sich die beiden zuletzt in der Parodie einer sehr schlechten Schultheateraufführung desselben Stoffes – zum Niederknien lustig.

Reineke im Rampenlicht Eine tierisch komische Tragödie frei nach J. W. v. Goethe Michaela Obertscheider und Ensemble ab 12 Jahren

Produktion, Buch und Regie: Michaela Obertscheider und Ensemble Imp:Art Schauspiel: Agnes Hausmann und Johannes David Schwarzmannwww.akzent.at