Kiku
30.08.2016

Leuchtende Eulen-, Smilie- und andere Augen

Im Workshop "Pimp your T-Shirt" zeichnen, malen, nähen, löten Kinder - und freuen sich über leuchtende T-Shirts, Taschen, Kapperln... Mehr als 60 Fotos.

Die Augen des riesigen Smilies auf Alinas Stofftasche leuchten auf. Kilian hat seinem Pokémon Golbat zwei rot leuchtende Augen ans T-Shirt genäht. David lässt einige Punkte auf dem Schirm seines Kapperls hell erstrahlen. Auch Sonja hat sich entschieden, nicht ein T-Shirt mit bunten LED zu versehen. Wie Alina meinst sie: „Ein T-Shirt wird bald zu klein, eine Tasche kann ich länger haben.“ Sie bringt die Leuchtpunkt auf einer kleinen schicken Umhängetasche an. Da kann auch die Batterie besser versteckt werden als auf einem Leiberl.

Da passen leuchte Augen gut...

Noch bis 2. September können Kinder im Rahmen des Wiener Ferienspiels im Workshop „Pimp Your T-Shirt“ zeichnen, malen, nähen, Drähte verbinden und sogar löten. Explainer_innen vom ScienceCenter Netzwerk und Lehrlinge unterstützen in der Firma Kapsch am Wiener Europlatz die jungen kreativen Köpfe und Hände. Beim Lokalaugenschein des Kinder-KURIER waren die oben genannten Kids und noch einige weitere am Werk. Marit wählte eine Eule, „weil’s leicht geht“, suchte ein Bild von diesem Vogel auf dem Handy und ließ zunächst ihre Mutter die Umrisse aufs T-Shirt zeichnen. Wie überhaupt Mütter und ein Vater ziemliche Freude daran hatten, auch selbst Hand anlegen zu dürfen. Und noch einen zweiten Grund nennt Marit in der abschließenden Präsentationsrunde für ihre Wahl: „Die Eule ist nachtaktiv, da passen die leuchtenden Augen gut!“

Auch Rhea wählte einen Vogel, „einen Phönix, da soll ein Auge und eine Stelle am Flügel leuchten“. Nicos Lieblinge sind die Minions. Und ein solcher ziert nun sein T-Shirt – mit zwei LED_Bändern – das einzige Stück, das über eine serielle und nicht wie die anderen über eine parallele Schaltung des Stromkreises verfügt. Deshalb braucht sein Leiberl ein Tascherl für eine größere Batterie. Die anderen kommen mit einer flachen, runden Knopfbatterie aus.

Kilian bleib übrigens nicht der einzige Pokémon-Fan. Lukas malte Pikachu und Ash, den Menschen bei den Taschenmonstern aufs T-Shirt und ließ die Wangen rot leuchten. Matthias nahm für den Workshop ein T-Shirt mit einem Rennauto drauf mit. „Jetzt lass ich die Räder bunt aufleuchten. Und Ruven verzierte sein Shirt mit einem großen roten R. „Das ist meine Buchstabe und in das Loch, also den Kreis oben im großen R mach ich ein kleines Smilie und lass die Augen blinken.

Auskenner baut Gefühls-Ampel

Noch nicht aufleuchten konnte Simons T-Shirt. Er, der schon in der Einleitungsrunde mit viel Wissen über Elektrizität brillierte, hatte sich eine komplizierte Konstruktion ausgedacht und natürlich schon weitgehend umgesetzt. Die Fertigstellung musste er sich für zu Hause aufheben. „Ich bau drei LED ein, ein rotes, ein gelbes und ein grünes. Und drei Schalter. Die Lichter sollen anzeigen, wie ich mich fühle – bei grün sehr gut, bei gelb so mittel und bei rot ziemlich schlecht.“

Sein frühes Interesse hat „schon in der Volksschulzeit begonnen. Da hab ich einmal einen Elektrobaukasten gesehen, den hab ich mir gewünscht und auch zum Geburtstag bekommen und damit vieles über Strom spielerisch erlernt.“

Umweg führt zum Glück

Für Samira, ein Elektronik-Lehrmädchen von Kapsch, hatte einen längeren Umweg bis zu dieser Ausbildung. „Ich hab die Matura gemacht und wollte erst studieren. Aber dann wollte ich lieber etwas Praktisches machen und eigentlich auch schon Geld verdienen. Technisch interessiert war ich schon lange – von meinem Bruder und meinem Vater, aber in der Schule zu wenig von diesen Berufsmöglichkeiten erfahren.“ Jetzt aber sei sie glücklich, diesen Weg gefunden zu haben, strahlte sie – auch ganz ohne LED.

Sie und Niels, einen Maschinenbaulehrling, der für den Workshop von der Münze Österreich ausgeborgt wurde helfen jenen Kindern, die ihre T-Shirts, Taschen oder das Kapperl schon fertig haben, ein Maxerl zusammen zu löten. An der Spitze ist eine LED angebracht – auf das die Kinder weiße Köpfe stülpen, die sie zuvor mit Gesichtern, Haaren usw. bemalt haben.

... aus dem Workshop "Pimp your T-Shirt"