© Ani Antonova

Wer hat mir auf den Kopf gesch...?
11/09/2014

Wer hat mir auf den Kopf gesch...?

"Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat" als spannendes Musiktheater.

von Heinz Wagner

Sch... ist nicht gleich Sch... Wie immer in dieser vor 25 Jahren als Bilderbuch erstmals aufgetauchten Geschichte „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihn auf den Kopf gemacht hat“, begibt sich der schlecht sehende Nager auf Forschungsreise. In mehr als zwei Dutzend Sprachen wurde der Text des Bilderbuchs schon übersetzt, in unzähligen Theaterversionen gespielt.

Fast ein Dutzend Instrumente

In der nun im Dschungel Wien im Rahmen von Wien Modern gezeigten Fassung spielt Musik eine zentrale Rolle. Komponist Hannes Dufek, der auch kurz einen Hund spielt, und Forian Fennes – ein geniales Pferd – spielen mit insgesamt fast einem Dutzend 11 Instrumenten – von Melodika, über Querflöte, Klarinetten, Saxophone in verschiedenen Stimmlagen, bis zu Gitarre, Klavier und Synthesizer – akustisch und klanglich die verschiedenen Tiercharaktere. Die werden schauspielerisch mit Ausnahme von Hund und Pferd von Michèle Rohrbach genial, oftmals witzig dargestellt, insbesondere ihre Taube ist zum Zerkugeln.

Forschungsreise

Der Maulwurf – gekonnt von Martina Rösler gegeben - klettert aus seinem Hügel und begibt sich auf Wanderschaft. Er trifft Taube, Kuh, Ziege, Schwein, Hase und Pferd. Stets fragt er sie in seinen Begegnungen, ob der stinkende Haufen, den er da auf dem Kopf trägt, von ihnen stammt. Die beweisen ihre jeweilige Unschuld sachlich, in dem sie zeigen, wie sie machen – eher in kleinen Bemmerln die einen, recht flüssig die anderen... Der Maulwurf schaufelt sie in Gefäße, um die Beweisstücke über seinem Hügel, der hier ein bisschen wie ein überdimensionales Klo aussieht, zu sammeln. Wer's letztlich war? Stellt sich am Ende des von Sara Ostertag konzipierten Stücks, bei dem sie auch Regie führte, heraus, sei aber – für die vielleicht wenigen, die die Geschichte (noch) nicht kennen, nicht verraten, um die Überraschung nicht zu zerstören.

Suche nach mehr

Dass der Maulwurf aber nicht nur nach dem Täter/der Täterin sucht, sondern auch... lässt sich durch ein gemeinsames Lied erahnen: „Hätt ich nur einen Freund, dann würde es leuchten auch unter der Erde...“

Im Begleitmaterial zum Stück regt ein Abschnitt übrigens auch an, sich den Kopf zu zerbrechen, wofür Produkte der Ausscheidung alles gut sein können – vom Dünger bis zur Energiegewinnung ;) Also kein Sch... die Sch...

Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hatNach Werner Holzwarth und Wolf Erlbruchmakemake produktionen & Dschungel Wien & Wien ModernMusiktheater, 45 Minuten

Komposition: Hannes Dufek Konzept, Fassung, Regie: Sara Ostertag Songtexte: Peter Ahorner Musiker: Hannes Dufek, Florian Fennes Darstellerinnen: Michèle Rohrbach, Martina Rösler Konzept, Bühne, Objekte: Christian Schlechter Regieassistenz: Johanna Huter Produktionsleitung: Martina Priglinger Theaterpädagogik: Brigitte Moscon Assistenz Bühne, Objekte: Marie Schepansky Hospitanz: Nadine Niederhausen Aufführungsrechte: Peter Hammer Verlag, Wuppertal

Wann & wo?Bis 11. NovemberDschungel Wien, 1070 MuseumsQuartierTelefon: (01) 522 07 20-0www.dschungelwien.at