Kiku 21.01.2013

Kriegst du je, was du brauchst?

© Bild: Heinz Wagner

"Trüffelschweine" von Kristo Sagor wird in einer Version des Vereins Jugendstil-Theater in Niederösterreich gespielt

Trüffelschweine
© Bild: Heinz Wagner
Ein versiffter Wohnwagen, viel Gerümpel – neben Plastikschüssel und Bierkisten vor allem Elektronik-Schritt – Kabel, viele Kabel, Platinen, Motherboards
Apropos Mütter, ja um solche geht’s auch. Und um Väter. Und Freunde. Und… vor allem das Fehlen all dieser. Irgendwo im irgendwo in einem Wald steht die transportable Behausung. Gehörte der Oma von Nadja. Die ist nun hier mit Lena, die sie in ihre Gewalt gebracht hat – als Geisel. Sie will erzwingen, dass Lenas feinerer, geldiger Vater die Anzeige gegen Nadjas Freund Thorsten, der dessen Wohnung versaut hat, zurück zieht.
Doch der lässt sich nicht erpressen. Sagt er. Reagiert aber ziemlich gar nicht, was seine Tochter zunehmend verletzt.

Alles anders?!

Auf der anderen Seite die prolligere Nadja. Wie’s das Schicksal in dem Wohnwagen – natürlich aber der Autor - so will, wechseln die Machtverhältnisse. Plötzlich ist Lena obenauf. Doch raus können sie trotzdem nicht. Mitgefangen, mitgehangen. Irgendwie beginnen die beiden Mädchen sogar Gefallen aneinander zu finden, sich anzufreunden, schmieden schon gemeinsame Abhau-Pläne für dann, wenn sie wieder frei kommen.

Virtuell

Neben diesem Live-Spiel der beiden jungen Bühnen-Akteurinnen spielt sich eine weitere Ebene im virtuellen Raum ab – Einblendungen der Facebook-Seiten der beiden Protagonistinnen samt Kommentaren und Likes – selbst zum Entführungsvideo. Und Orts- Geschwindigkeits- und Temperaturangaben Reisender in Richtung Nordosten – es wird immer kälter. In mehrfachem Sinn sozusagen.

Such!

Trüffelschweine
© Bild: Heinz Wagner
Der sich nicht gleich erschließende Titel des Stücks?
„Sie halten dir einen Trüffel hin, und du rennst los, gierig und unglücklich, aber kriegst nichts ab. So ist das da draußen.“

Und noch ein Zitat aus dem Stück: „Ein Bekannter interessiert sich dafür, was du erzählst. Ein Freund interessiert sich dafür wie du es erzählst. Und jemand, der dich liebt, interessiert sich dafür, warum du es erzählst. Mein Vater ist nicht einmal ein Bekannter“, so Lena

Hartnäckig wie Trüffelschweine, denen der ersehnte Trüffel immer wieder vorenthalten wird, suchen (nicht nur) die beiden Anerkennung, Liebe, Freundschaft, Glück und Sinn.

Infos

Trüffelschweine
© Bild: Heinz Wagner
Trüffelschweine von Kristo Sagor
Verein Jugendstil-Theater, Kunst und Kultur für Jugendliche

Regie: Elfriede Schüsseleder
Es spielen: Susanne Preissl (Lena) und Sophie Berger (Nadja)
Bühnenbild: Andrea Bernd
Videogestaltung: Philipp Fleischmann
Regieassistenz: Maria Mangott

Termine + Karten
8. November 2013
10.30 und 19 Uhr
Theater Akzent
1040, Theresianumgasse 18
Telefon: (01) 501 65-3306
www.akzent.at

Zum Verein: Produziert wird das Stück vom Verein Jugendstil „Theater, Kunst und Kultur für Jugendliche“, der im Jahr 2011 zur Förderung zur Jugendtheaterkultur gegründet wurde. Das Ziel des Vereins ist es, qualitativ hochwertige Theaterproduktionen zu verwirklichen, die im gleichen Maß für Jugendliche und Erwachsene ansprechend sind.
Mehr Infos: Verein JugendStil auf Facebook

Erstellt am 21.01.2013