Kids befehligen 16-köpfige "Armeen"

Bilder vom Kinder- und Jugendschach-Event im Tech-Gate

Gekommen ist auch ein Gutteil der heimischen jungen Schachelite. Beispielsweise die erst 12-jährige Anna-Lena Schnegg, die es immerhin schon auf mehr als 2000 Elo-Punkte gebracht hat... „Ich hab mit ungefähr fünf angefangen, weil meine beiden älteren Brüder auch Schach gespielt haben. Am Anfang war dann nur zu Hause meine Mama meine Trainerin. So mit 7 oder 8 Jahren hab ich dann auch mit verschiedenen Programmen auch in Kursen trainiert. Ja und Turniere zu spielen begonnen“, erzählt Anna-Lena Schnegg dem Online-Kinder-KURIER. Heute ist Anna-Lena Schnegg Mitglied im Jugend- und Tirol-Kader und jenem der österreichischen Schach-Damen. Wie lange sie, die zu Ehren des Tages sogar Ohrringe mit Schachfiguren trägt und es richtig geil findet, gegen Anish Giri spielen zu dürfen, täglich trainiere? „So eine Stunde mindestens schon – meist alleine. Da spiel ich wichtige Partien nach oder beschäftig mich mit Theorien zum Beispiel von Eröffnungen.“ „Mitteloft“ und nur zu Hause spielt die zehnjährige Juliana Kovacevic Schach (im Bild rechts). Hier beteilgite sie sich nicht nur an den Spielen der einzelnen Stationen, sondern auch am Simultan-Reihen-Match auf der Terrasse. Die rund ein Dutzend ganz junger Spielerinnen und Spieler matchten sich mit Anish Giri und einigen aus dem heimischen Juniorenkader, die abwechselnd auf und ab gingen. Dass sie da hier verlor, störte sie nich im Geringsten, „ich hab gewusst, was er machen wollte, aber ich hab nicht gewusst, wie ich das verhindern hätte können“, freut sie sich über wieder einmal ein gelungenes Denkspiel.

Spaß bereitet das Spiel auf den Brettern mit seinen acht mal acht Feldern auch Sophie Konecny (9) (links im Bild), die zu Hause mit Bruder und Vater vor rund drei Jahren mit dem Schachspiel begonnen hat, „und jetzt im Schachklub und in der Schule“ spielt. Was ihr so viel Freude daran bereite? „Das gewinnen, aber auch das Verlieren, weil man dabei immer was lernen kann.“ Der Nachmittag im Tech-Gate-Dachgeschoß war jedoch nicht nur der heimischen Jugend-Elite gewidmet, er war eingebettet in ein Kinder-Schach-Fest. „Schach und matt“ hieß etwa die Rätselstation (Bild).
Aus einer Fülle von Karten wurde stets eine herausgegriffen, die wenigen verbliebenen Figuren einer Partie aufgestellt und meist lautete das zu lösende „Rätsel“: matt im nächsten Zug.

Mal schien's aufgelegt, mal ein wenig undurchschaubar. Aber immer gab's eine Lösung. Und nur eine. Alexander Faustner (9), Pascal Bolinger (9), Antonio Zimmer (7) und Laurenz Opitz (7) fanden die jeweilige Lösung mehr oder minder schnell.
Das eine Mal war's nicht der kräftige Turm oder das Pferd sondern schlicht ein – von einem anderen gedeckter – Bauer, der den gegnerischen König seiner Bewegungsfreiheit beraubte. Der Erstgenannte – mit kurzer Irokesen-Frisur – musste jedoch bis zum dritten Anlauf warten. Die ersten beiden Male hatten sich, während er noch nachdachte, zwei andere junge Kollegen jeweils „vorlaut“ mit der Lösung zu Wort gemeldet.

Drei der vier Jungs spielen ungefähr seit Beginn ihrer Schulzeit auch Schach, nur Zimmer „hab schon vor der Schule mit meinem Vater zu hause angefangen, Schach zu spielen“. Simultan-Partien der Jungstars mit interessierten Kindern in luftiger Höhe - auf der Terrasse im 19. Stock des Tech-Gate-Towers Anish Giri, noch 16 (Ende Juni wird er 17) ist der jüngste in der Top-Weltrangliste. Mit einer Elozahl (Maß für Spielstärke) von 2690 (Stand März 2011) liegt er auf Platz 44 der Gesamt- und natürlich auf Paltz 1 der U18-Liste. 

Wikipedia beschreibt seine Erfolgsliste so: „Gewinn der U9-Meisterschaft der Insel Hokkaidō. 2006 wurde er russischer Meister der U12. Außerdem belegte er einen geteilten dritten Platz bei der Jugend-Europameisterschaft U12. Seine erste Großmeisternorm erspielte sich Giri bei einem Open in Hilversum im April 2008, das er gewann. Die zweite Norm folgte Ende 2008 beim Schachfestival in Groningen. Die dritte und letzte Norm erzielte er im Februar 2009 in der C-Gruppe des Corus-Schachturniers in Wijk aan Zee. Zu diesem Zeitpunkt war er 14 Jahre, 7 Monate und 2 Tage alt, damit war er zu diesem Zeitpunkt der jüngste Großmeister der Welt.“

„Gelernt hab ich Schach mit ungefähr 7 – von meiner Mutter. Es hat mir gefallen und viel Spaß gemacht, so hab ich weiter gespielt – ziemlich viel in meiner Freizeit.“ Ob er das „königliche“ Spiel einmal zu seinem Beruf machen will? „Jetzt bin ich noch zwei Jahre sehr mit meiner Schule beschäftigt. Wenn man Profi werden will, muss man die ganze zeit trainieren. Ich weiß noch nicht, ob ich das will, erst einmal mach ich die Schule fertig. So hab ich noch Zeit, mir das zu überlegen“, meint der hagere, eher sehr schüchtern wirkende junge geniale Spieler zum Online-KiKu. Für den Spaß sorgt auch ein irgendwie schachmäßig adjustierter Clown (rechts im rechten Bild) – ihn zu finden ist eine der Stationen: „Finde die geheime Figur“ - als Hinweis findet sich drinnen: Draußen, wo du die Vögel zwitschern hörst... Und dort in einer der Ecken sitzt er, „schummelt“ sich in die Simultan-Partie und zeigt ganz jungen Anfänger_innen erste Züge. Noch blutjunge Anfänger sind Fatih und Ferhat Akdag. Der Neunjährige und sein zwei Jahre jüngerer Bruder „haben erst vor ein paar Tagen in der Spielebox zum ersten Mal Schach ausprobiert und dort haben wir auch von dem Fest da hier heute erfahren Es ist ganz lustig!“ Schachpartien der interessierten Kids

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(kurier) Erstellt am
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