Kiku
05.12.2011

Jede Pfadfindern/jeder Pfadfinder soll einen Baum pflanzen!

Pfadfinder_innen als UNO-"Vertreter_innen"/UN-Simulation während des Jamborees

Es war das erste Mal, dass eine Simulation der Vereinten Nationen (UN) von PfadfinderInnen abgehalten wurde, deshalb war es für jeden/jede Abgeordnete/n eine Ehre, ihr/sein Land zu vertreten. Dabei handelt es sich um eine Nachstellung der Arbeit der UNO. Wir blickten hinter die Kulissen des Lebens von UN-DiplomatInnen. Ich muss sagen, dass das sehr anstrengend werden kann.
Die Simulation fand im Parlament von Kristanstad statt. Ich vertrat Österreich unter 68 Nationen. Die offizielle Sprache war Englisch, jedoch hatte man Übersetzer für Russisch, Spanisch, Arabisch und Französisch, da diese offizielle Sprachen des PfadfinderInnenweltverbandes (WOSM) sind.

Kristianstad

Nach 20 Minuten Busfahrt erreichten wir Kristianstadt. Die Deligierten der 68 Nationen, sowie etliche Young Correspondents, Übersetzer und die Jamboree Presse wurde von Annika Annerby-Jansson, der regionalen Präsidentin und Luc Panissod, Sekretär der World Organisation for Scout Movement (WOSM) begrüßt.
Felix König, Vizepräsident des nationalen Rates für schwedische Jugendorganisationen und schwedischer Vertreter für Jugend bei der allgemeinen UN Versammlung 2010, hielt eine Rede über Klimawandel und wie wir jungen Leute von heute globale Entscheidungen beeinflussen können.
Danach wurde uns das Programm für den Tag erklärt (Flow of the day), sowie einige Regeln, die wir zu einhalten hatten. Wir konnten zwischen acht verschiedenen Themen wählen, wie zum Beispiel "Transport für die Zukunft", "Recycling", "Wasser für alle die ganze Zeit" oder auch "Energie für den Planeten". Dabei wählten wir noch zwischen zwei Möglichkeiten: entweder wurde eine Lösung für den COP17 (die UN Klimaversammlung in Durban, Süd Afrika, 18 November - 9 Dezember) oder für die PfadfinderInnen selbst.

Arbeitsgruppen

In "Caucuses" - Arbeitsgruppen - wurde jeweils ein Thema behandelt. Ich wählte "Energie für den Planeten". Dabei ging's um erneuerbare Energiequellen wie Solar-, Wasser- und Windkraft, über die unterschiedlichen Energiegewinnungen in verschiedenen Ländern und ihre Probleme. Nach kurzer Diskussion, wie es in jedem Land funktioniert, fanden wir zwei Lösungen: Das Teilen von Strom, Geld und Technologie und die Effizienz von bestimmten Energiequellen. Diese schrieben wir nieder und suchten von 15 anderen Ländern Unterschriften, da man 20% - das entspricht den 15 Ländern - braucht, damit über diese Lösung abgestimmt werden konnte. Diese mussten bis 17 Uhr abgegeben werden.

Kompliziert

Wenn einem Land etwas in dem Formular unklar war oder sie meinten, dass eine kleine Änderung besser wäre, konnte es eine Änderung vornehmen. Jedoch brauchte diese Änderung ebenfalls 15 verschiedene Unterschriften, ganz schön kompliziert.
Nach einem Gruppenfoto ging's zur elektronischen Abstimmung. Jeder saß wieder an ihrem/seinen zugewiesenen Platz und jedes Land hatte eine Stimme. Uns wurde jede Lösung, die die 20%-Marke überschritten hatte, vorgestellt und jeweils ein Land sprach für die Lösung. Bedenken einwerfen oder dagegensprechen - jedes Land hatte dazu die Möglichkeit - jedoch durfte nicht mehr darauf geantwortet werden, da dies zu einer Diskussion geführt hätte und dies dauerte. Damit eine Lösung angenommen wurde, mussten 35 Länder zustimmen dass sind 50%+1 und wird "Quorum" genannt.

Bäume pflanzen

Eine Lösung die ich gerne erwähnen möchte, kam von den USA: "Jeder Pfadfinder soll mindestens einmal im Jahr einen einheimischen Baum pflanzen, dort wo sie meinen, dass es angebracht ist." Diese Lösung wurde von rund 60 Ländern unterstützt und somit angenommen.
Nach der Sitzung mit einigen positiven und negativen Entscheidungen, fuhren wir zum Jamboree zurück. Für meinen Teil kann ich sagen, dass ich mit Fragen überstürmt wurde und dass die anderen PfadfinderInnen aus Österreich sehr interessiert waren.

Schwierig, aber super

Teilweise war es wirklich anstrengend, denn verschiedene Einflüsse von anderen Sprachen ins Englische waren schwierig zu verstehen.
Jedoch hat es sich wirklich ausgezahlt. Für eine weitere Teilnahme bei einer UN-Simulation würde ich sicherlich nicht zögern und "ja" sagen, denn dieser Tag war eine Erfahrung, die ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde und ich kann es jedem nur weiterempfehlen.
Viktoria Waschak, Young Correspondent vom Trupp AEIOU (#10)

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