Szenenfoto aus "Die Nashörner" von Eugène Ionescu, gespielt vom jungen Nordlicht-Theater

© Nordlicht-Theater

Wenn Bretter vorm Kopf die Sicht einengen...
05/27/2016

Wenn Bretter vorm Kopf die Sicht einengen...

Eine Gruppe Studierender spielt "Die Nashörner", den Klassiker des absurden Theaters von Eugène Ionesco im Wiener "Theaterbrett"

Nach nur drei Wochen Proben unter, wie sie nach der Premiere betonten, auch nicht immer nur einfachen Bedingungen, spielten junge studierende Theaterleute Eugène Ionescos Klassiker „Die Nashörner“ in einer gediegenen Inszenierung im Wiener „Theaterbrett“. Recht nah am Original – nur hier ist die Logikerin eine Frau – spielt sich hier alles zwischen Obst- und Gemüsekisten ab. Die können Tisch, Bett, eh kloar – Marktstände sein. Und dienen auch gleich dazu das Getrampel erst eines, dann eines zweiten Nashorns und später vieler dieser Dickhäuter zu trommeln. Oder symbolisieren mehr als sprichwörtliche Bretter vorm Kopf.

Verlust der Menschlichkeit

Vom rumänisch-französischen Autor des absurden Theaters als Parabel gegen gepanzerten Konformismus und Verlust der Menschlichkeit geschrieben, werden heute natürlich Assoziationen zu wieder aufkeimenden, stärker werdenden nationalistischen Strömungen und Bewegungen geweckt. Denn die Nashörner – wo es weit und breit weder ihr Lebensumfeld noch Tiergärten oder Zirkusse gibt – sind nichts anderes als verwandelte Menschen. Da wundern sich die verbliebenen Menschen – zuletzt die Hauptfigur Behringer sowie ihre Bürokolleginnen Daisy und Stech – auch über so manche der zu Nashörnern Gewordenen. „Ausgerechnet die oder der...“ Um selbst Zweifel an ihrer Menschlichkeit, ja sogar Sympathie mit den schönen, starken Tieren zu bekommen.

Selbst der aufrechte Behringer beginnt zu zweifeln, hat Anflüge von „Verständnis für die Sorgen...“ und muss sich dagegen stemmen, seine Menschlichkeit zu verlieren.

Was? Wer? Wann? Wo?

Die Nashörnervon Eugène IonescoNordlicht-Theater/STUTHE (STudierenden Theater Wien)

Es spielen Behringer: Florian Matzka Stech/Logikerin: Eva Liedauer Hans: Joscha Steubing Daisy: Caroline Bass Wisser/älterer Herr: Maximilian Schwarz Frau Ochs/Frau: Helena Klauss Herr Schmettlering: Sven Limprecht Feuerwehr/Mann: Bernhard Kobler

Regie: Laura Tontsch

Bühne: Cosima Baum

Produktion: Sabrina Gaudlitz

Produktionsassistenz: Sara Trawöger

PR: Wiebke Müller, Julia Notter

Technik: Daniel Saravia

Wann & wo?

Bis 28. Mai und 5.-7. Juni 2016; jeweils 20 Uhr Theater Brett, 1060, Münzwardeingasse 2

Telefon: 0676/7345566www.theaterbrett.at

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