Leben | Kiku 26.01.2012

Heiße Kunst an coolen Tagen

© Bild: Stephan Boroviczeny

Albertina bietet (auch) in den Semesterferien Besuch der Ausstellung von René Magritte an - samt Arbeit im Atelier /GEWINNSPIEL

Das kenn ich, das ist ein berühmtes Bild!", ruft Linus und eilt mit seinen Kolleginnen und Kollegen Lotte, Emil, Valerie, Patrick, Chiara, Valentin und Julia, Niki und Jasmin zu einem kleinen Gemälde das eine Pfeife zeigt. Es ist die weniger bekannte Version eines der bekanntesten Bilder René Magrittes. Drunter schieb der surrealistische Maler aus Belgien: "This is not a pipe". In der bekanntesten steht der Satz, dass dies keine Pfeife ist, auf Französisch.


Mit der Kunstvermittlerin sprechen die schon genannten Mädchen und Buben, die der Kinder-KURIER, bei einem Workshop  in den Winterferien begleiten durfte, darüber. Was kann diese Kombination zu bedeuten haben? "Weil’s lustig ist", "weil’s nur ein Bild ist", "um die Leute zu verwirren" ... alle Erklärungen habe was für sich. Die naheliegendste, wäre, dass es sich ja nicht wirklich um eine rauchbare Pfeife handelt, sondern nur ein Gemälde einer solchen. Doch gleich daneben steht eine Vitrine mit einer Käseglocke. Unter der lehnt ein kleines von Magritte gemaltes Bild. der Text zu dieser Kombination: "Dies ist ein Stück Käse!"

Was ist ein Original?

"Achtung, fertig, Farben, los!" Kinder im Atelier der Albertina
Am besten lassen Sie das Geburtstagskind schon vor Beginn der Feier entscheiden, was gebastelt werden soll und machen ein paar V… © Bild: Stephan Boroviczeny

Verwirrung Fasziniert zeigen sich die jungen Kunstinteressierten von einem mit Feuerkugeln jonglierenden Indianer, der im Schlamm zu stehen scheint oder von jenen Schuhen, die ausschauen, als wären sie Füße. "Das rote Modell" heißt dieses Gemälde und ist wieder ein Beispiel für des Künstlers Verwirrungsstifterei – ein Titel, der so rein gar nichts mit dem Gemalten zu tun hat. Schließlich entdecken die Kids eine weitere Eigenheit Magrittes: "Das sind ja zwei fast gleiche Bidler!", bemerken einige angesichts des "Geschmacks der Tränen". eines der beiden ist eine Nuance dünkler, aber sonst gleich. Der Maler spielte auch mit dem Infrage-stellen dessen, was ein "Original" ist.


Ein Apfel so groß wie ein Zimmer, Äpfel mit einer Art Faschings- oder Räubermaske, schlanke, geschnitzte Figuren, die an Pfeffermühlen erinnern, aus denen Äste sprießen, Baseballspieler, deren "Ball" ein riesiges, schwarzes, schildkrötenförmiges Ding ist... viele fantaseivolle Kombinationen entdecken die Kinder in der Ausstellung.

Da wär mehr drin

Arbeit am Selbstporträt
© Bild: Stephan Boroviczeny

Von den Anregungen könen sie in der anschließenden Arbeit in den Ateliers leider zu wenig umsetzen. Ein Selbstporträt zeichnen und einen buntpapierenen Apfel draufkleben bietet eine der drei Stationnen. In einer weiteren kannst du Konturen von Hut-, Apfel- und Maskenschablonen mit Ölkreiden malen. Und in Raum 3 einen Papierbecher falten für ein Bilboquets-spiel (mit Schnur und Kugel) zusammenkleben. Da wär ein bissl mehr Freiheit zur Fantasie durchaus gerade dieser Ausstellung angemessen.

Weiterführende Links

Infos

Heiße Kunst an Coolen Tagen

Tauche ein in René Magrittes unwirkliche Bildwelten und lass im Atelier bei deinen eigenen Kunstwerken Unmögliches Möglich werden.

Für 6- bis10 Jährige:

Montag, 6. und Freitag, 10. Februar, 10 bis 13 Uhr

 

Äpfel statt Gesichtern

Ein Zug der aus dem Kamin rast und ein geheimnisvoller Mann mit Hut? Was es mit diesen Dingen in den Bildern des surrealistischen Malers René Magritte auf sich hat, erfährst du bei unserem Ausstellungsrundgang. Im Atelier probierst du wie die Künstler in Zeiten vor Computern und Fotoshop, Traumwelten zu erschaffen.

Für 10- bis 14 Jährige:

Dienstag 7. und Donnerstag, 9. Februar, 10 bis 13 Uhr

 

Atelierbeitrag EUR 4,- (ermäßigt für Artivity Mitglieder €3,-); Begleitpersonen: 6 €

Anmeldung erbeten; (01) 534 83-0

( Stephan Boroviczény ) Erstellt am 26.01.2012