Fairness-Award: Die Platzierungen

Auszeichnungen mit 2. und 3. Plätzen, Verhaltensvereinbarungen und der Sonderpreis

Sprachenkarussell an der Europaschule
Europaschule 1200 Wien, Vorgartenstraße (Wien)
2. Platz, Alterskategorie 6-10 Jahren

Die Schulpartner der Europaschule in der Vorgartenstraße begreifen die sprachliche Vielfalt ihrer Schule als „Sprachenschatz“. Die Kinder der Schule machen sich diesen Sprachenschatz nutzbar, indem sie sich jeweils im September in einen Sprachkurs einschreiben, der regelmäßig
einmal in der Woche im Rahmen der normalen Unterrichtszeit stattfindet. Dort haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eine neue Sprache zu beschnuppern und ihre
Grundzüge kennenzulernen. Lehrerinnen und Lehrer gestalten gemeinsam mit Müttern die Sprachkurse. Zusätzlich wurde an der Europaschule Literatur aus verschiedenen Regionen
und in verschiedenen Sprachen in Workshops vorgestellt und in den Sprachenkarussellgruppen vertieft. Dabei gab es auch Lesungen mit Kinderbuchautorinnen und –autoren. Die Kinder
haben im darauffolgenden Schuljahr die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen oder eine neue Sprache zu beschnuppern.

„Dass sprachliche Diversität insgesamt einen größeren Stellenwert bei den Kindern bekommen hat, ist nicht zuletzt daran erkennbar, wie motiviert sie einander von ihren Lernzuwächsen berichten und wie oft Sprache und Sprachvergleich auch ein Thema zwischen den Kindern in ihrer Freizeit geworden ist.“ (Ilse Henner) A.M.S.E.L. – Peer-Mediation an der HS Lavamünd
Hauptschule Lavamünd (Kärnten)
2. Platz, Alterskategorie 11-14 Jahre

Anders Miteinander Streit Einfach Lösen – das ist einer von mehreren Bausteinen für ein faires Miteinander an der Hauptschule Lavamünd. Dabei handelt es sich um eine schulinterne Peer-Mediationsausbildung. Eine dafür ausgebildete Pädagogin leitet die zwölf Doppelstunden umfassende Ausbildung, in der grundlegende Kommunikations- und Konfliktlösungsstrategien erarbeitet werden. Zum Abschluss der Ausbildung erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat, das im Rahmen einer Schulfeier überreicht wird und je nach Einsatz der/des Peer-Mediatorin/Peer-Mediators erweitert und ergänzt werden kann. Die Hauptschule Lavamünd hat außerdem bereits am WiSK-Programm teilgenommen, einem Programm zur Förderung sozialer und interkultureller Kompetenzen und Prävention aggressiven Verhaltens für Schülerinnen
und Schüler der Sekundarstufe I.

„Wenn ein Drittel der Schülerinnen und Schülereiner einer ganzen Schulstufe sich freiwillig und hochmotiviert einer umfangreichen, zusätzlichen Ausbildung stellen, um zu erlernen, wie man mit Konflikten besser umgehen kann, und die Schülerinnen und Schüler dabei so viel von Konfliktmanagement und Kommunikation erfahren, dass sie in jedem Fall in und außerhalb der Schule anders agieren werden, dann stellt dies eine immense Bereicherung dar.“ (Andrea Pötsch) Mehrsprachigkeit sichtbar machen Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Pressbaum (Niederösterreich)
2. Platz,  Alterskategorie 15-19 Jahre

Die Schülerinnen und Schüler der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Pressbaum bringen eine Vielfalt an Muttersprachen mit und sollen in ihrem künftigen beruflichen Umfeld auch adäquat auf diese Vielfalt reagieren können. Deshalb wurden bereits mehrere Aktivitäten durchgeführt, weitere befinden sich in Planung. So wurden Übersetzungshilfen für Kindergarten und Hort erstellt, ein Videoclip produziert, der die sprachliche Vielfalt der Institution darstellt, und eine Veranstaltung durchgeführt, in deren Rahmen Arbeitsmaterialien und Übersetzungshilfen
präsentiert wurden. Nicht zuletzt werden Sprachkurse an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Pressbaum durchgeführt.

„Wir wollen Mehrsprachigkeit sichtbar machen, die Bedeutung der Erstsprache für den Erwerb der Fremdsprache Deutsch erkennen.“ (Christa Haberleitner, Birgit Jansky) Demokratie in Multikulturalität
GEPS 22, Schüttaustraße (Wien)
3. Platz in der Alterskategorie 6 - 10 Jahre

Die Volksschule Kaisermühlen (Schüttaustraße) ist seit dem Schuljahr 2004/05 eine Global Education Primary School. In Global-Education-Schulen wird besonderer Wert auf Fremdsprachenkompetenz und den Umgang mit neuen Kommunikations- und Informationstechnologien gelegt. Außerdem finden an der Schule Kurse von „Mama lernt Deutsch“ statt. In weiterer Folge vertieften sich Kooperationen zwischen den Kursen „Mama lernt Deutsch“ und der Mehrstufenklasse der Schule, die sich auch auf andere Klassen ausweiteten. In gemeinsamen Projekttagen
stellten sich die unterschiedlichen Kulturen und Nationen der Kurse und Klassen vor und diskutierten über verschiedene Staats- und Verwaltungsformen. Demokratieerziehung
stellt in der Volksschule Kaisermühlen ein wesentliches Anliegen dar, so sind seit geraumer Zeit sowohl ein Klassenrat als auch ein Schulparlament installiert. Dort werden Verhaltensregeln und aktuelle Anliegen ausgearbeitet und diskutiert und in weiterer Folge mit der Schulgemeinschaft beschlossen. Lehrerinnen, Lehrer und Eltern beraten sich in Konferenzen bzw. Elternrunden.

„Konzeptuell ist uns ein Regel- und Steuerkreis zu gemeinsamer Verhaltensreflexion und Erarbeitung
von Verhaltensregeln in einer multikulturellen Schullandschaft Kernanliegen. Dabei geht es weniger um die ‚Produkt‘-Ebene, wie ausgearbeitete Verhaltensvereinbarungen, sondern in erster Linie um den Prozess des gemeinsamen Besprechens, der Bewusstseinsbildung sowie der permanenten
Verhaltensvereinbarungs-Reflexion.“ (Petra Mahmoudian) Literatur-Kreativ-Tandem
Kooperative Mittelschule Wien 18 (Wien)
3. Platz, Alterskategorie 11-14 Jahre

Die Kooperative Mittelschule Wien 18 überschritt in Sachen Diversität in bemerkenswerter Weise Grenzen. Nur ca. 50 Meter von der Schule entfernt liegt das BG 18 Klostergasse, beide Schultypen repräsentieren scheinbar getrennte soziale Welten, was sich bisher eher in Konflikten, vor allem im gemeinsam genutzten Maria-Ebner-Eschenbach-Park, äußerte. Die KMSLehrerin Gerda Reißner wollte dies ändern und vernetzte sich mit einer Kollegin des BG Klostergasse.
Gemeinsames Fundament einer Kooperation sollte das Projekt „Literatur-Kreativ-Tandem“ werden. Nach Absprache mit der Direktion und den Eltern bildeten die Schülerinnen und Schüler der 4b der KMS 18 mit jenen der 7b des BG Klostergasse Tandems, um die vielfältigen Lebensgeschichten der KMS-Schülerinnen und -Schüler, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben, niederzuschreiben. Zunächst fand ein Literaturworkshop statt, der die
Schülerinnen und Schüler beider Schulen auf ihre gemeinsame Arbeit einstimmte. In der Folge entstanden Texte und Geschichten „miteinander, übereinander und durcheinander“ (Projektbeschreibung). Die Ergebnisse fanden bei den Schulpartnern beider Schulen großen Zuspruch und wurden in einer Ausstellung präsentiert. Unter Miteinbeziehung von Fotografie und Elementen der bildenden Kunst gestalteten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer
Plakate, die im Zuge einer Wanderausstellung an beiden Schulen und hierauf im Bezirksamt Währing präsentiert wurden.

„Chancen und Gefahren kultureller Vielfalt, schulischer, sozialer und räumlicher Segregation und der Polarisierung von Lebenschancen werden von allen Beteiligten erkannt, besser verstanden und Hindernisse vielleicht sogar überwunden.“ (Gerda Reißner) We are diversity...
Polytechnische Schule Taxenbach (Salzburg)
3. Platz in der Alterskategorie 15 - 19 Jahre


Gemeinsam für ein faires Miteinander zu arbeiten, ist ein großes Anliegen an der Polytechnischen Schule Taxenbach. Ziel dabei ist es, sogenannte „Normschülerinnen und -schüler“, Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf und Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in einer Gemeinschaft zusammenzuführen. Um dies zu erreichen, erarbeiteten die Schulpartner gemeinsam einen Leitfaden zum Umgang mit Konflikt- und Gewaltsituationen. Fächerübergreifend lag – unter Zuhilfenahme einer Reihe verschiedener Methoden – die Förderung sozialer Kompetenzen im Fokus. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich intensiv mit dem „Anderssein“, auch außerhalb der eigenen Lebenswelt, auseinander.

„Um effektiv an Themen wie ‚Toleranz, Respekt, faires Zusammenleben und Mobbing‘ arbeiten zu können, ist es unerlässlich, im Laufe des Schuljahres immer wieder Unterrichtseinheiten zu diesem Thema zu gestalten. Da ein Unterrichtsgegenstand die enorme Bandbreite dieses Themas nur schwer abdecken kann, haben wir es in den verschiedensten Unterrichtsgegenständen (Lebenskunde,
Deutsch, Englisch, humankreatives Seminar & fachpraktische Übungen) verankert.“ (Claudia Bernert) Verhaltensvereinbarung
Volksschule St. Margarethen/Raab (Steiermark)
Alterskategorie 6-10 Jahre

Eine offene Gesprächskultur und das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung im Bereich Schule alle Schulpartner betreffend: Eltern und Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule St. Margarethen/Raab setzten es sich im Herbst 2009 zum Ziel, dies gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in Form verbindlicher Verhaltensvereinbarungen zum Ausdruck zu bringen. Ein gemeinsamer Prozess der Erarbeitung dieser Vereinbarungen fand Ende April 2010 seinen vorläufigen Abschluss, im Anschluss wurden Broschüren mit den Verhaltensvereinbarungen erstellt.

„Verhaltensvereinbarungen sind klare Regeln für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer
• für respektvolles und rücksichtsvolles Verhalten
• für eine wertschätzende Zusammenarbeit
• für ein gutes Schulklima“
(Karin Winkler) Verhaltensvereinbarung
Adalbert Stifter Schule Ried(Oberösterreich)
Alterskategorie 11-14 Jahre

Die Adalbert Stifter Schule Ried im Innkreis beabsichtigte, Verhalten zu vereinbaren, das alle Schulpartner angeht. Dementsprechend waren auch Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler und die Eltern in den Prozess des Erstellens der Verhaltensvereinbarungen eingebunden. Mit der Erarbeitung wurde im Schuljahr 2009/10 begonnen, bei einer Schulforumsitzung im Jänner 2010 wurden die Verhaltensvereinbarungen dann präsentiert und einstimmig
beschlossen. Seither gelten die Vereinbarungen als verbindlich.

„Mit unseren Verhaltensvereinbarungen wollen wir Regeln für einen fairen und positiven Umgang miteinander festlegen. Die Verantwortung für ein gutes Schulklima liegt bei allen Schulpartnern.“
(Brigitte Vilsecker) Verhaltensvereinbarung
LFS Poysdorf (Niederösterreich)
Alterskategorie 15-19 Jahre

Für ein faires Schulklima erstellten die Schulpartner der LFS Poysdorf ein 3-Säulen-Modell. So sind im Leitbild (erste Säule) der Schule Ziele und Grundsätze möglichst genau, nachvollziehbar und überprüfbar formuliert, wonach Schülerinnen und Schüler darin unterstützt werden sollen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und zukunftsorientiert zu gestalten Das Ampelsystem (zweite Säule) besteht aus den Verhaltensvereinbarungen der Schule, die jedes Jahr im SGA auf ihre Aktualität hin überprüft und bei Bedarf adaptiert werden. Die Signalfarben entsprechen „Verhaltensnoten“ und somit einem Frühwarnsystem. Schließlich bildet der Baustein „Yes, We Can“ die dritte Säule zur Sicherstellung eines fairen Schulklimas, indem durch Einrichtungen wie ein Schulparlament das Mitspracherecht von Schülerinnen und
Schülern sichergestellt wird.

„Erwachsen sein heißt: Initiative zu ergreifen, Entscheidungen selbstständig zu treffen und die Verantwortung dafür zu tragen. Das Leben in die Hand nehmen ist ein wichtiger Lernprozess in diesem Lebensabschnitt.“ (Präambel des Leitbilds der LFS Poysdorf) Sonderpreis
Hauptschule Mattsee (Salzburg)
Humanitäres Projekt Weißrussland

Die Hauptschule Mattsee pflegt bereits seit 1991 einen intensiven Kontakt mit der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Seitdem erfolgten mehrere Besuche in Weißrussland und ein engagierter Einsatz für die Kinderkrebsklinik in Minsk und für erkrankte Kinder in Form von Geldspenden, Medikamenten, Kleidung, Spielsachen, Büchern und Nahrungsmitteln. Im Frühjahr 2010 erhielt die Hauptschule eine Einladung, die 25-Jahr-Gedenkfeier der Reaktorkatastrophe musikalisch mitzugestalten und der Kinderkrebsklinik in Minsk wieder einen Besuch abzustatten. Für ihr langjähriges Engagement und den Einsatz für erkrankte Kinder in Weißrussland erhält
die Hauptschule Mattsee einen Sonderpreis im Rahmen der Preisverleihung zum Fairness-Award 2011.

„Das Projekt läuft seit 20 Jahren erfolgreich. Fünf Schülergenerationen und die Eltern sind involviert und es ist im Bewusstsein der Bevölkerung Salzburgs verankert.“ (Manfred Hackl)

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(kurier) Erstellt am
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