Kiku
21.01.2018

Zählt nur die Äußerlichkeit?

"Mehr Kopf als Tuch": Diskussionsveranstaltung des Vereins Wirtschaft für Integration in der Wiener Brunnenpassage. Jungreporterin berichtet.

Heutzutage ist es üblich Menschen nur auf ihr Äußerliches zu reduzieren, diesem Schicksal sind auch zahlreiche Musliminnen nicht nur in Wien, sondern auf der ganzen Welt ausgesetzt. Wieso tragen Sie ein Kopftuch? Tragen Sie gegen Ihren Willen ein Kopftuch? Haben Sie selbst diese Entscheidung getroffen?

Natürlich kommt bei solchen Fragen der Charakter, die Geschichte oder das Leben eines Menschen zu kurz. Um dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen haben sich Mona Shama, Jisha Abraham und Tekla Sharvashidze, die in den vergangenen Jahren Preisträgerinnen des mehrsprachigen Redewettbewerbs „SAG´S MULTI!“ waren, das Ziel gesetzt Musliminnen, die ihren Lebensmittelpunkt in Wien haben und unterschiedlichen Generationen angehören, nach ihren Geschichten zu fragen. Das erfolgte im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zu der der „Verein Wirtschaft für Integration“ kürzlich in die Brunnenpassage am Wiener Brunnenmarkt einlud. Sie sollte vielfältigen muslimischen Frauen in Wien die Möglichkeit geben, ihre Anliegen, Geschichten und Ziele mit dem zahlreich erschienen Publikum zu teilen.

An diesem Abend hat man inspirierende Geschichten, motivierende Worte und Denkanstöße zu hören bekommen. 5 Frauen. 5 Geschichten. 5 Wünsche. 5 Ziele. 5 Wege.

Die 3 Moderatorinnen haben mit Eleganz, einem bezaubernden Lächeln und einer beeindruckenden Professionalität den Abend geleiten und dem Publikum einen Einblick in die fünf unterschiedlichen Lebensgeschichten ermöglicht: Mahira Sarabi. Dudu Küçükgöl. Dunia Khalil. Sirvan Ekici. Fariza Bizaeva.

Die Geschichten

Mahira Sarabi wurde in Afghanistan geboren, wo sie Naturwissenschaften studierte und mittlerweile als erfahrene Freizeitpädagogin seit 30 Jahren in Österreich lebt.

Dunia Kahlil wurde in Wien geboren und ist hier auch aufgewachsen, zugleich hat sie Wurzeln in Ägypten. Während ihres Jus-Studiums ist sie auch Mitarbeiterin der Anti-Rassismus Organisation ZARA, Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit.

Fariza Bizaeva ist in Grosny geboren und lebt seit 14 Jahren in Wien. Sie ist auch eine Gewinnerin des mehrsprachigen Redewettbewerbs, wobei ihre Rede vielen muslimischen Frauen eine Stimme geben soll, sich für ihre Rechte einzusetzen.

Sirvan Ekici ist in Österreich aufgewachsen und in der Türkei geboren und engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Wiener Stadtpolitik.

Dudu Küçükgöl wurde in Ankara geboren, wobei sie in Niederösterreich aufgewachsen ist und hat sich auch sehr stark für die muslimische Gesellschaft engagiert, zuletzt in Form der Mitarbeit bei dem Buch mit dem Titel „Mehr Kopf als Tuch“, der auch für diese Diskussionsveranstaltung verwendet wurde.

Wozu sonst Bildung?!

Harte Arbeit, Schweiß und Mut gehörten zum Alltag dieser bewundernswerten Frauen dazu, um für ihre Familie, ihre Zukunft und ihre Rechte zu kämpfen. Den Menschen müssen mehrere Merkmale zugeschrieben werden, nicht nur äußerliche Aspekte dürfen eine Person ausmachen. Der Anfang liegt darin zu erkennen, dass hinter einer Person viel mehr steckt als das erste Erscheinungsbild. Wenn wir dem Aussehen mehr Bedeutung zuschreiben als den inneren Werten bzw. was in unserem Kopf steckt, so wären doch Bildung, Erfahrung und der Mensch was ihn zum Individuum macht nicht mehr relevant.

Mehr Kopf als Tuch.

Anđela Čegar, 17

Was? Wer? Wie?

Mehr Kopf als TuchMuslimische Frauen am Wortvon Amani Abuzahra (Herausgeberin) und den Autorinnen Leyla Derman, Kübra Gümüsay, Soufeina Hamed, Anja Hilscher, Dudu Küçükgöl, Haliemah Močević, Kevser Muratović, Maisa Pargan, Nadia Shehadeh, Betül Ulusoy

Tyrolia Verlag,

Taschenbuch 14,95 €

eBook: 11,99 €