Leben | Kiku 15.03.2012

Der wertvollste Tropfen der Welt

Für österreichische Kinder ist es selbstverständlich, dass sauberes Wasser aus der Leitung kommt. In anderen Ländern ist Wasser allerdings purer Luxus.

Täglich duschen, am Wochenende ein großzügiges Schaumbad nehmen und im Sommer die Gartendusche aufstellen – davon können viele Kinder nur träumen. Obwohl die Erde zu mehr als 70 % mit Wasser bedeckt ist, werden die Vorräte langsam knapp.
Wasser ist Luxus. In Ländern der dritten Welt haben die wenigsten Haushalte fließendes Wasser.  Doch nicht nur zum Trinken, Waschen und Leben, sondern auch für die Entwicklung und das Überleben der Natur ist Wasser notwendig. Es kann  Landschaften gestalten, indem es Gestein sprengt, Gebirge abträgt oder Täler füllt. Gewässer  –  egal ob große Seen, Flüsse oder nur kleine Tümpel  – bilden den Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Gäbe es kein Wasser mehr auf der Welt, würde der Erdboden austrocknen, Tiere und Pflanzen würden aussterben,  es gäbe keine Jahreszeiten mehr.
Anlässlich des Weltwassertages, heute in einer Woche, trifft sich das Weltwasserforum noch bis zum 17. März im französischen Marseille, um dem Wassermangel auf der Welt entgegenzutreten.

Mensch und Natur Der Weltwassertag wurde 1993 von der Organisation "UN Water" ins Leben gerufen und soll das Bewusstsein der Menschen beim Umgang mit den Wasserressourcen  der Erde schärfen.
Die Landwirtschaft verbraucht weltweit das meiste Wasser, denn Äcker müssen bewässert werden. An der zweiten Stelle liegen die privaten Haushalte, während  die Industrie mit diversen Produktionsvorgängen Platz drei einnimmt. Bisherige Prognosen ergaben, dass im Jahr 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von der Wasserknappheit betroffen sein könnten. Zum Waschen, Putzen und Klospülen benötigen wir täglich immerhin 99 Liter Wasser. Besonders sparsam mit seinem Wasser ist Indien. Im Schnitt 25 Liter verbraucht ein Inder, während es in Belgien fast 122 und in Deutschland 129 Liter am Tag sind. Noch extremere Werte gibt es in den USA mit mehr als 290 Liter und Dubai mit 500 Liter am Tag. Noch vor einigen Jahren betrug der jährliche Wasserverbrauch 9087 Milliarden Kubikmeter. Da die Bevölkerung aber ständig wächst, wird auch der Wasserverbrauch immer höher.
In Kabul, der größten Stadt Afghanistans, sind die meisten Haushalte ohne direkten Wasseranschluss. Um dort Wasser für den täglichen Gebrauch heranzuschaffen, müssen sich Familien an einer örtlichen Quelle anstellen, und Wasser in Kanister füllen. In der peruanischen Hauptstadt Lima werden Haushalte mittels  riesiger Tankwagen versorgt. In Ägypten wird teilweise Wasser aus dem großen Fluss Nil verbraucht. Um dem Flussbett und den Ressourcen nicht zu schaden, darf hier pro Jahr aber nur eine gewisse Menge entnommen werden.
Mit solchen Problemen kämpfen wir in Österreich zwar nicht, doch eines Tages könnten auch in Europa die Wasserreserven knapp werden. Seit 2009 gibt es ein Projekt, das sich mit möglichen Gefahren beschäftigt. Forst- und Wasserwissenschaftler führen Studien durch und sind dabei, neue Strategien zu entwickeln, um die Wasserversorgung in Zukunft zu sichern.
Inzwischen ist klar: Der Mensch muss bewusster mit der Natur umgehen.  Denn auch in hundert Jahren werden unsere Nachfahren täglich Wasser trinken und sich hin und wieder ein Schaumbad einlassen wollen.

Wusstest du, dass ...

...  Wasser fast in jedem Nahrungsmittel steckt – und zwar in großen Mengen? Einen Großteil unseres täglichen Wasserkonsums nehmen wir also mit dem Essen auf. In magerem Schweinefilet stecken bis zu 74 % Wasseranteil, während in einem Feldsalat sogar über 90 % enthalten sind. Käse liegt mit bis zu 60 % im Mittelfeld, während es bei Joghurt und Milch bis zu 88 % sind. Der absolute Spitzenreiter sind Gemüsesorten wie Tomaten und Gurken. Sie sind  mit bis zu 98 % nahezu ganz aus Wasser.  Wasser ist also nicht nur unser wichtigstes Nahrungsmittel, sondern auch ein wertvoller Rohstoff.

... ein Mensch im Notfall nur bis zu vier Tage ohne Flüssigkeitszufuhr überleben kann? Flüssigkeit ist für den Körper noch wichtiger als feste Nahrung.
... pro Jahr im Schnitt 1385 Kubikmeter Wasser von jedem Menschen verbraucht werden? Diese Menge entspricht 8600 Badewannen-Füllungen.
... China mit 360 Milliarden Kubikmeter das Land mit dem größten Anteil an Abwasser ist?
Das ist mehr als ein Viertel der Gesamtmenge an Abwasser, die derzeit weltweit existieren.
... für die Produktion der beliebtesten Hose der Welt –  die Jeans – mehr als 2000 Liter Wasser für die Erzeugung verbraucht werden? Grund dafür ist die Baumwolle, die bei der Produktion der Hose gut bewässert werden muss. Pro Jeans wird etwa ein Kilo Baumwolle verwendet.
... um 1 l Milch herzustellen, bis zu 1000 Liter Wasser gebraucht werden? Europäische Milchkühe geben jährlich bis zu 10.000 kg Milch. 
... ein Mensch im Notfall nur bis zu vier Tage ohne Flüssigkeitszufuhr überleben kann? Flüssigkeit ist für den Körper noch wichtiger als feste Nahrung.
... pro Jahr im Schnitt 1385 Kubikmeter Wasser von jedem Menschen verbraucht werden? Diese Menge entspricht 8600 Badewannen-Füllungen.
... China mit 360 Milliarden Kubikmeter das Land mit dem größten Anteil an Abwasser ist?
Das ist mehr als ein Viertel der Gesamtmenge an Abwasser, die derzeit weltweit existieren.
... für die Produktion der beliebtesten Hose der Welt –  die Jeans – mehr als 2000 Liter Wasser für die Erzeugung verbraucht werden? Grund dafür ist die Baumwolle, die bei der Produktion der Hose gut bewässert werden muss. Pro Jeans wird etwa ein Kilo Baumwolle verwendet.
... um 1 l Milch herzustellen, bis zu 1000 Liter Wasser gebraucht werden? Europäische Milchkühe geben jährlich bis zu 10.000 kg Milch.

Weltwassertag am 22. März

Das Weltwasserforum, dass auf die Wassersituation der Welt hinweisen möchte, findet seit 1997 alle drei Jahre statt. Dieses Jahr treffen sich Wissenschaftler, Politiker und andere fachliche Experten aus aller Welt in Marseille. Über 20. 000 Teilnehmer werden bis 17. März erwartet.
Zum Weltwassertag am 22. März finden in vielen verschiedenen Ländern Aktionen und Veranstaltungen statt, um das Bewusstsein für die Wasserproblematik überall zu schärfen.

Berge und Seen

Auch in den Alpen wird die Wasserknappheit deutlich. Niederschläge im Gebirge werden immer seltener, wodurch die Grundwasserbildung in manchen Gebieten der Alpen sinkt.
Der Aralsee, im Grenzgebiet von Kasachstan und Usbekistan ist sogar in den vergangenen Jahrzehnten geschrumpft. Von insgesamt 30 Fischarten konnten sich nur sechs halten.
In Österreich ist die sogenannte Wasserbilanz zur Zeit noch sehr ausgewogen.
Verluste des Wassers, etwa durch Verdunstung, gleichen sich wieder mit der Niederschlagsmenge aus. Österreich ist weiters für besonders gute Trinkwasserqualität bekannt.

Weiterführende Links

( FOTOREDAKTION , J. LOMOTH/ FOTOLIA ) Erstellt am 15.03.2012