Bilder und Töne vom Werden und Vergehen

uncanny matter
Foto: Angela Bedekovic Entstehen und vergehen

Objekttheater, Trickfilme und eine akustik-performance "uncanny matters" im Wiener Figurentheater Lilarum

Vom Werden, wachsen, entstehen lassen und möglicherweise auch wieder vergehen erzählt Barbara Lehner in einer rund dreiviertelstündigen Performance auf der Bühne des Wiener Figurentheaters Lilarum. Nicht nur für Kinder. Aber durchaus auch.
Ganz ohne Worte, lediglich mit einigen Objekten, vor allem Bewegungen (vielen sanften, langsamen), Lichtspielen und so manch chemischer Experimente.
Egal, wer was wie interpretiert, ob der Ankündigung und Beschreibung im Programmheft Folge geleistet wird, wo von der Entstehung oder Schaffung des Kosmos die Rede/Schreibe ist, oder „nur“ verspieltes Schaffen von – vor allem – wabbeligen und damit die Form stets verändernden Objekten gesehen wird: Es ist ein Vergnügen diesem Treiben zuzusehen, vielleicht sogar noch intensiver, wenn nicht nach der großen, überfrachtenden Bedeutung gesucht wird, sondern in die Lust am „Basteln“ eigener Welten eingetaucht wird.
Ob „schaumgeboren“ oder Büroklammern, die wie Fischerln herumschwimmen, quallenartigen Wesen aus flexiblen Spielbällen...

"Hör"-Spiele

Der Abend verfügt auch über eine gewisse „Verwandtschaft“ mit den im nahe gelegenen Rabenhof immer wieder auftretenden Science Busters. Nur ohne Erklärung, einfach „zurückgeworfen“ aufs Staunen, wenn aus Kaliumjodid, Wasser, Spülmittel, Wasserstoffperoxid und Natriumacetat scheinbar wie aus dem Nichts nur aus Flüssigkeit feste Körper, Gebilde, Figuren entstehen.

Dem Spiel für die Augen schließt sich im zweiten Drittel eines für die Ohren an. Thomas Havlik spielt mit Worten, Sätzen und Teilen davon, wo das Vergnügen teils für Fremdsprachige noch höher ist, wie am Premierenabend zwei spanische Gäste vermittelten. Sie konnten sich damit ausschließlich auf das Klangspiel einlassen, auf dem Folgen der Erschaffung von Klangteppichen und -mustern ohne krampfhaft zu versuchen, nach Sinn der Textteile und ihrer Zusammenhänge zu suchen.

Im dritten Teil stehen drei Trickfilme auf dem Programm, die sich ebenfalls um die Erschaffung von Welten drehen:

Planet A (Momoko Seto, JPN), die in Bildern bizarrer Salzformationen schwelgt.

¿Por Qué Desaparecieron Los Dinosaurios? Why Did Dinosaurs Disappear? Warum sind die Dinosauaurier verschwunden? (Mar Delgado/Dharma Esaú, ES) betrachtet die mögliche Entstehung der Welt und so mancher Dinge und Lebewesen aus einem schrägen, trickreichen Blickwinkel.

Die wunderliche Gasterei (Michaela Mandel, AUT) schildert, wie eine Blutwurst eine Leberwurst einlädt und das für letztere fast dramatisch enden würde...

Infos

„UNCANNY MATTERS“
Dekolta’s Handwerk, Objekttheater
Thomas Havlik, akustic-poetry
Tricky Women, Animationsfilme

24. März, 20 Uhr
dreizurdritten im Figurentheater LILARUM
1030, Göllnergasse 8
Kartenreservierungen: 0676 - 350 73 26 oder info@dreizurdritten.at

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(kurier) Erstellt am
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