Kleine Nagetiere fallen Katzen am häufigsten zum Opfer.

© EPA/WOLFGANG KUMM

Tiercoach
03/07/2016

Katzen lassen das Mausen nicht

Ein Glöckchen am Halsband vertreibt die Beute, eine Sollbruchstelle schützt die Jäger vor Strangulation.

von Hedwig Derka

Katzen sind Jäger. Ihr Trieb, Beute zu machen, gehört zu den Urinstinkten der einstigen Raubtiere. Obwohl die wenigsten Freigänger heute auf Futter aus der freien Natur angewiesen sind, können sie dem Drang, Mäusen, Vögeln und Fliegen nachzustellen, nicht widerstehen.

"Katzen sind vom Jagdtrieb her weniger domestiziert als Hunde. Man kann das nicht gänzlich abtrainieren", sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach weiß, wie Hauskatzen ihre Freiheit genießen können und andere Lebewesen dabei möglichst keinen Schaden nehmen.

Wilder Trieb

Das Zusammenleben von Mensch und Katze beginnt vor etwa 4000 Jahren. Als die ägyptischen Nomaden sesshaft wurden und Getreidespeicher und Nahrungsvorräte anlegten, ließen Mäuse und Ratten nicht lange auf sich warten. Wildkatzen waren willkommen. Und wurden langsam gezähmt. "Der Jagdtrieb ist auch noch bei reinen Wohnungskatzen ausgeprägt", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.

Intensive Beschäftigung mit dem Vierbeiner verhindert, dass er den Instinkt voll auslebt. Spiele, bei denen Quietschmäuse erfolgreich gefangen werden, lenken vom echten Jagdfieber ab. Abwechslung in den eigenen vier Wänden stillt die Neugier. Austoben daheim macht müde und hält auch Katzen mit Freilauf von Streifzügen nach Beute ab.

Mäuse-Jäger

Ein Gutachten der Universität für Bodenkultur in Wien kommt zu dem Schluss, dass Katzen in erster Linie kleine Nager zur Strecke bringen. Am zweit häufigsten fallen ihnen Vögel zum Opfer. Reptilien, Amphibien, Fische und Insekten sind kaum betroffen. Das Ausmaß an gefangenen und getöteten Beutetieren ist regional höchst unterschiedlich.

Maßnahmen

Freilich ist jedes Opfer zu viel. "Entweder man lässt die Hauskatze gar nicht hinaus. Oder man kann die Katze mit einem Glöckchen versehen, das die Beute vertreibt", sagt Reitl. Sie warnt aber: "Das Halsband ist gefährlich, vor allem wenn es keine Sollbruchstelle hat." Die Katze kann damit hängen bleiben und sich strangulieren. Freigänger, die in der Nacht strawanzen, treffen weniger Verlockungen an. Vogelhäuschen im Garten werden außer Reichweite der Jäger montiert. Der KURIER-Tiercoach fasst zusammen: "Es gibt keine Lösung für alle Parteien. Wichtig ist, dass sich Katzenhalter Gedanken über die Triebe ihres Lieblings machen."

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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