Manche Katzen mögen den Schnee. Insgesamt reduzieren die Tiere aber ihre Aktivitäten.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Tiercoach
12/08/2013

Faulpelz im Winterfell

Die einstigen Steppenbewohner haben sich an die Kälte angepasst. Ihr Liegeplatz draußen muss trocken sein. Drinnen darf mehr gespielt werden.

von Hedwig Derka

Katzen sind Wintermuffel. Sie mögen weder das feuchte Wetter noch die niedrigen Temperaturen“, sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Die Direktorin des Tiergarten Schönbrunn weiß aber auch, dass viele große und kleine Katzen zumindest das Herumtollen im Schnee lieben. Die Expertin erklärt, wie die Heimtiere gut durch die kalte Zeit kommen.

Katzen waren ursprünglich Steppenbewohner und optimal an eine warme, trockene Umgebung angepasst. Die domestizierten Nachfahren haben auf die Temperaturschwankungen in ihren neuen Lebensbereichen reagiert. Sogar reine Wohnungskatzen legen sich nun ein Winterfell zu. Bei Freigängern wachsen bereits im Herbst vermehrt gekräuselte Wollhaare, ihr kurzes Unterhaar wird besonders dicht. Mit diesem Schutz können die Tiere selbst in die Eiszeit hinaus. „Der Wechsel von der warmen Wohnung in den Frost härtet die Katzen ab und macht sie widerstandsfähiger“, sagt Schratter.

Behaglich

Zum Haarkleid ändern Katzen bei Minusgraden auch ihr Verhalten. Sie reduzieren ihre Aktivitäten deutlich. Die Faulenzer verbringen nun noch mehr Stunden mit Dösen. Daheim genießen sie das Ruhen auf der Fensterbank über der Heizung oder am Kamin und das Einkuscheln in Wolldecken. Draußen schätzen sie ein ebenso behagliches Rückzugsplätzchen. „Am besten eignet sich ein Bett aus Stroh oder Heu. Da kommt die Wärme von unten und es bleibt relativ trocken“, sagt der KURIER-Tiercoach. Von einer Decke im Freien rät die Expertin ab: Die nassen Pfoten durchfeuchten die Liegestelle, das wiederum kann zu Blasenentzündung führen.

Eine ausgewogene Ernährung ist zu jeder Jahreszeit Voraussetzung für ein gesundes Leben. „Die Vierbeiner regulieren ihren Kalorienhaushalt selber“, sagt Schratter. Spezielle Winterleckerlis und Kraftfutter sind überflüssig. Der durch die Kälte erhöhte Energiebedarf wird durch die ausgedehnten Ruhephasen ausgeglichen.

Beschäftigung

An Zuwendung darf es jetzt dafür mehr sein: Indoor-Spiele freuen die Katze jedenfalls. Da sie den Stoffwechsel ankurbeln, sind sie aber gerade an bewegungsarmen Tagen wichtig. Ebenso soll die Fellpflege intensiviert werden. Das tägliche Bürsten entfernt nicht nur alte Haare und Hautschüppchen, die vor allem durch die trockene Heizungsluft entstehen, es fördert auch die Durchblutung und sorgt dafür, dass die Unterwolle besser schützt.

„Salz und Rollsplitt sind bei Katzen überhaupt kein Thema. Unsere Tierärzte kennen keinen einzigen Fall von wunden Pfoten“, sagt die Expertin. Die Freigänger können – im Gegensatz zu Hunden – ihre Pfade selber aussuchen und spazieren über Mauern, Dächer und durch Gärten statt auf gestreuten Gehsteigen. Typische Winterleiden gibt es bei Katzen nicht. Witterungsbedingt treten hier und da Schnupfen, Bronchitis und Lungenentzündung auf, auch Bindehautentzündung bedingt durch trockenes Raumklima kommt vor, aber an Grippe – wie sie viele Halter oder auch manche Hunde plagt – können Katzen nicht erkranken.

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