Leben
01.08.2018

"Kann tun, was ich will": Türsteher nach Belästigung suspendiert

Mit der Freistellung reagiert das britische Pub auf eine öffentliche Beschwerde der betroffenen Frau.

Es hätte ein ganz normaler Abend im Pub werden sollen. Als Emily White kürzlich in einem Lokal in der Stadt Newquay im Südwesten Englands aus war, wurde sie jedoch von einem Türsteher verbal in Bedrängnis gebracht. Wie die BBC berichtet, pfiff ihr der Einlasser der Bar Sailors Arms beim Eingang nach, warf ihr lüsterne Blicke zu und kommentierte die Oberweite der jungen Frau. Als sich die 19-Jährige wehrte und damit drohte, sein Verhalten zu melden, sagte der Mann: "Die werden gar nichts dagegen tun."

Auf Twitter, wo White ein Posting zu dem Vorfall verfasste, schlägt der Übergriff des Türstehers Wellen. Das Posting wurde seit dem 24. Juli bereits über 93.000 Mal gelikt. Tausende haben den Beitrag, in dem White unter anderen schildert, dass der Einlasser zu ihr gesagt hätte, dass er tun könne "was er wolle", kommentiert.

White beschreibt im Interview mit der BBC auch, wie "anmaßend" den Mann auf ihre Ansage, sein unangebrachtes Verhalten zu melden, reagiert hätte. "Er hat seinen Arm ausgestreckt, damit ich ein Foto von seinem Ausweis machen konnte. So anmaßend war er. Er dachte, dass ihn niemand in die Schranken weise würde. Er lag falsch", so White, die mit ihrer Beschwerde erwirkt hat, dass der Inhaber der Pubs den Mann mit sofortiger Wirkung suspendierte.

Ein Sprecher des Lokals sagte den BBC: "Nachdem wir von den Anschuldigungen gehört haben, wurde in Zusammenarbeit mit der Firma, die unsere Mitarbeiter beim Eingang beschäftigt, sofort eine Untersuchung eingeleitet." Bis Ergebnisse vorliegen, wurde der betreffende Türsteher freigestellt. Das Unternehmen, welches das Personal zur Verfügung stellt, war für eine Stellungsnahme nicht erreichbar.

Nicht das Schlimmste, was einer Frau je passiert ist

Über die große Resonanz auf ihre Schilderungen via Twitter zeigt sich White erfreut. "Es ist nicht das Schlimmste, was einer Frau jemals passiert ist. Es ist nicht einmal das Schlimmste, was mir jemals passiert ist. Aber ich konnte es melden und das haben ich getan." Andere Frauen und Männer, die von sexueller Belästigung betroffen sind, ermutigt sie dazu "dasselbe zu tun".