Leben 17.03.2016

Dem Sexismus in der Werbung trotzen

© Bild: Screenshot: Youtube

Kampagne zeigt die negativen Auswirkungen sexistischer Werbung auf Frauen.

Sex sells – dieses Credo gilt in der Werbebranche nach wie vor. Meist sind es spärlich bekleidete Frauen, die herhalten müssen, wenn es darum geht, Produkte zu verkaufen. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, veröffentlichte die New Yorker Werbeagentur Badger & Winters Anfang des Jahres die Kampagne "#WeAreWomanNotObjects".

In einem Video wird dem Zuseher vor Augen gehalten, auf welche absurde Art und Weise Frauen in Werbeanzeigen bekannter Marken wie beispielsweise Burger King oder Tom Ford sexualisiert dargestellt werden. Die Botschaft des Videos: "Ich bin bin deine Mutter. Deine Tochter. Deine Schwester. Deine Kollegin. Deine Chefin. Rede nicht so mit mir."

Das Video zu #WomenNotObjects:

Youtube 5J31AT7viqo


Sexistische Werbung wirkt

Nun hat die Agentur ein neues Video unter dem Titel #IStandUp veröffentlicht. In diesem geht es nicht mehr um sexistische Werbung an sich, sondern darum, welche Folgen diese auf Frauen haben kann. Thematisiert werden unter anderem Schönheitsoperationen bei jungen Frauen und Challenges in den sozialen Medien, bei denen es beispielsweise darum geht, hervorstehende Hüftknochen zu präsentieren.

Madonna Badger, Geschäftsführerin der für die Kampagne verantwortlichen Agentur will hat eine ganz klare Botschaft an junge Frauen: "Ihr seid mehr wert als euer Gewicht oder wie Teile eures Körpers aussehen. Was zählt ist, wer ihr seid, was ihr sagt und was ihr tut."

Das Video zu #IStandUp:

Youtube 1O4ycTml7fk

Zum Schluss des Videos wird dazu aufgerufen, selbst ein Bild oder ein Video unter dem Hashtag #WomenNotObjects oder #IStandUp in den sozialen Medien hochzuladen, um ein Zeichen gegen Sexismus in der Werbung zu setzen.

Sexistische Werbung in Österreich

Auch in Österreich ist sexistische Werbung weit verbreitet: 22 Mal sprach sich der österreichische Werberat im Jahr 2015 wegen Verstößen gegen den Ethikkodex für einen Kampagnen-Stopp aus, so oft wie noch nie zuvor. Insgesamt behandelte der Verein im vergangenen Jahr 284 Beschwerden, ganz oben auf der Liste stand geschlechterdiskriminierende Werbung. Laut Werberatsprecherin Kati Förster werden vor allem im ländlichen Bereich Frauenkörper als Blickfang verwendet, aber auch größere Unternehmen würden mit Stereotypen operieren.

Bewusstsein schaffen

Für ein Verbot sexistischer Werbung setzt sich hierzulande zum Beispiel "Watchgroup-Sexismus" ein. Die in Graz ansässige Initiative will auf ihrer Website Bewusstsein für sexistische Werbeformate, aber auch für Gewaltverharmlosung und Diskriminierung in Werbe-Sujets schaffen. In Wien gibt es auf der Website der "Wiener Werbewatchgroup" die Möglichkeit, Beschwerden gegen sexistische Werbung einzubringen, das Melden ist auch via App möglich.

>> Geschäftsbericht des österreichischen Werberats aus dem Jahr 2015

( kurier.at ) Erstellt am 17.03.2016