Richtig nett im Bett, hygienisch ist anders.

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Tiercoach
02/06/2017

Was Haustiere ins Bett mitbringen

Ob Hund und Katze ins Schlafzimmer dürfen, ist Einstellungssache. Welpen lernen schnell.

von Hedwig Derka

Schneller, als man schauen kann, hat sich’s der vierbeinige Liebling im Bett gemütlich gemacht. Nicht nur kalte, lange Nächte verleiten zum Kuscheln – weich und warm, wie angenehm, dazu die Ruhe und der vertraute Duft.

"Prinzipiell ist es Einstellungssache, ob Hund und Katze ins Bett dürfen oder nicht", sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, was für Liegedecke und Körbchen spricht und dass sich Gewohnheiten nur mühsam ändern lassen.

Saubere Katze

Katzen sind sehr saubere Tiere. Sie putzen sich täglich stundenlang – von den Ohren bis zur Schwanzspitze. Bei Stubentigern entspricht der Keimgehalt der Haut etwa dem Keimgehalt der Wohnung. Katzenhaare machen Allergikern am Leintuch jedoch besonders zu schaffen.

Unhygienischer Hund

"Bei Katzen ist das hygienische Thema vernachlässigbar. Bei Hunden kann es für alte oder immungeschwächte Menschen definitiv ein Problem sein", warnt Reitl. Hunde sind drei Mal am Tag draußen. Dabei sammeln sie mit Pfoten und Fell reichlich Schmutz auf. "Wer seinen Hund schon einmal nach dem Spaziergang abgeduscht hat, weiß, was da runter rinnt", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Im Gegensatz zu (Freigänger-)Katzen pflegen sich Hunde weit weniger gründlich.

"Bei Babys im Bett ist besondere Vorsicht geboten", sagt die Expertin. Katzen schleichen eher davon, wenn ein Kind unruhig schläft. Hunde dagegen neigen dazu, sich breit zu machen. Ein 60-Kilo-Bernhardiner wird sich auch von einem Erwachsenen nicht so einfach aus dem Bett drängen lassen. Da kann es eng, heiß und stinkig werden – keine Spur von erholsamer Nacht. Landet das Hinterteil des Hundes auf dem Kopfpolster, wird es zudem unhygienisch.

Liegeplatz & Körbchen

"Haustierhalter müssen schon bei Welpen überlegen, was sie zulassen bzw. was sie nicht erlauben wollen", sagt Reitl. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat das Jungtier auch beim Züchter nicht im Bett geschlummert. In der Natur kommen die Babys ebenfalls ohne Decke aus. "Ein warmer Thermophor und ein Wecker, der wie das Herzklopfen der Geschwister tickt, helfen den Kleinen", hat der KURIER-Tiercoach Tipps. Ein Klappbett vor dem Körbchen erleichtert ebenfalls die Eingewöhnung. Reitl: "Nach zwei Nächten hat sich’s eingespielt und der neue Liegeplatz wird akzeptiert. Ein Entwöhnen vom Bett ist dagegen viel schwieriger."

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