Dem Beagle liegt das Jagdfieber im Blut. Büxt er aus, bedeutet das Stress für Wild und Halter.

© /Hemera/Thinkstock.com

Tiercoach
10/19/2015

Hunden den Jagdtrieb auf Kommando austreiben

Hunde, die bei Sitz oder Platz gehorchen, müssen nicht zwingend an die Leine.

von Hedwig Derka

Die Entwicklungsgeschichte der Hunde beginnt beim Raubtier. Durch jahrhundertelange Domestikation und spezialisierende Zucht wurden aus den Verwandten der Wölfe Jagdhelfer, Hüter, Wächter, Einsatzkräfte, Gesellschafter und Spielgefährten. Der Jagdtrieb liegt nach wie vor allen im Blut.

"Der Instinkt ist bei machen Rassen mehr, bei manchen weniger stark ausgeprägt", sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach weiß, dass kaum ein Hund seine Beute töten würde, es geht viel mehr um die Verlockung des Jagens. Besitzer können gegensteuern.

Rassen

Beagle verfolgen gerne Geruchsspuren. Terrier sind darauf trainiert, sich vom Begleiter zu entfernen und selbstständig zu arbeiten. Hütehunde wollen die Herde zusammentreiben. Windhunde rennen los, sobald sie in der Ferne eine Bewegung ausmachen. Die Reize sind verschieden, die Auswirkungen gleich: Der Hund haut ab, noch ehe der Besitzer Hase, Reh oder Fasan gesehen hat. "Für das Wild ist das Hetzen ein massiver Stress – gerade im Winter. Die Tiere sind geschwächt und anfälliger für Krankheiten", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn: "Jagen ist kein Kavaliersdelikt."

Das Ausbüxen ist auch für den Halter Nervenstrapaze. Wo steckt der Hund? Ist ihm etwas passiert? "Bei Junghunden kann es schon einmal passieren, dass sie durchbrennen. Es darf aber nicht Standard sein", sagt Reitl. Vierbeiner, die sich nicht Abrichten lassen, müssen im Grünen unbedingt an die Leine. Bei wohlerzogenen Tieren mit zeitweisem Jagdfieber kann es reichen, sie in wildreichen Gegenden, in der Dämmerung und dort, wo es das Gesetz vorsieht, anzuleinen.

Training

Freilauf verlangt meist mühsames Training ab dem Welpenalter. Im Idealfall kommt der Schüler nie in Versuchung, allein das Davonlaufen bedeutet für ihn Erfolg, ein Teil des Jagdtriebes wird dabei befriedigt. Die Schleppleine ist das Mittel der Wahl. "Der Hund muss lernen, sich auf Pfiff hinzusetzen oder abzulegen. Aus dem Stehen kann er viel schneller davonlaufen", sagt die Expertin. Die Übung beginnt zu Hause, wird dann auf die Hundewiese verlegt, wo die Ablenkung groß ist, und schließlich in der freien Wildbahn wiederholt. Leckerlis und Spiel dienen als Belohnung. Pfiff und Sitz bzw. Platz müssen in jedem Fall funktionieren – bei Radfahrern, Joggern, Tauben oder eben Wild. KURIER-Tiercoach Reitl: "Es ist die beste, aber auch die aufwendigste Variante, dem Jagdtrieb beizukommen."

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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