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14.12.2017

Hilfe nach Gewalt und Missbrauch

Jonathan war begeisterter Sportler. So viel Zeit wie möglich verbrachte er bei seinem Verein und er genoss das Training mit seinen Mannschaftskollegen. Aber auch die Aufmerksamkeit, die er von seinem Trainer erhielt.

Mit zusätzlichen Einzeltrainings wollte der ihn noch mehr fördern und er wurde sein Vertrauter, auch wenn es um „Mädchen und solche Sachen“ ging. Irgendwann lud er ihn zu sich nach Hause ein um gemeinsam ein Spiel anzusehen. Dabei kam es zum Übergriff.

9 von 10 Täter/innen sind Familie oder Verwandte

Täter bauen oft sehr langsam ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern auf. Mit Probehandlungen testen sie aus, wie weit sie gehen können. Nach dem Missbrauch wird das Opfer oftmals mit dem Argument: „Du hast ja nichts gesagt, also wolltest du das auch“ zum Schweigen gebracht.

Einem anderen Trainer des Vereins fiel das eigenartige Verhältnis zwischen den beiden auf. Er erkundigte sich bei der möwe Telefonberatung, was er jetzt tun sollte. Nach Kontaktaufnahme mit der Vereinsleitung wurden die Eltern des Buben informiert und Jonathan in einem behutsamen Gespräch nach den Vorfällen gefragt. Jetzt wird er von der möwe Therapeutin begleitet. Gegen den Trainer wurde Anzeige erstattet und Jan und seine Eltern werden behutsam auf den folgenden Prozess vorbereitet.

Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen – eine Faktensammlung

  • Laut europäischem Report über Kindesmisshandlung der WHO aus dem Jahr 2013 sind europaweit 13,4% der Mädchen und 5,7% der Burschen betroffen
  • Man kann konservativ geschätzt davon ausgehen, dass in jeder österreichischen Schulklasse 1 bis 2 missbrauchte Kinder sitzen
  • In Österreich werden pro Jahr 600–800 Fälle angezeigt – die Dunkelziffer ist jedoch enorm
  • In den möwe Kinderschutzzentren werden jährlich rund 4.000 Kinder und ihre Familien nach Gewalterlebnissen behandelt – 52 % aller Interventionen betreffen sexuelle Gewalt, 24 % psychische oder physische Gewalt
  • Laut einer durch die möwe 2016 durchgeführten Studie sagen trotz des 1989 gesetzlich verankerten Gewaltverbots in der Erziehung nach wie vor 15 % der Befragten, dass sie häufig bis selten mit einem Gegenstand geschlagen wurden und 24 %, dass sie zumindest ab und zu eine Tracht Prügel erhalten haben.
  • Der Täter/die Täterin stammt in 9 von 10 Fällen aus der Familie oder dem nahen Verwandten- oder BekanntInnenkreis (sozialer Nahraum).
  • Ein Kind versucht im Schnitt 5 bis 7 Mal, sich mitzuteilen, bis ihm geholfen wird

Prävention – Gewalt und Missbrauch verhindern

Gewalt und Missbrauch verhindern ist ein wesentliches Anliegen der möwe Kinderschützer: „Jeder Übergriff, den wir durch Aufklärung verhindern können, bedeutet ein Kind weniger, das unter Umständen ein Leben lang mit seinen seelischen Verletzungen zu kämpfen hat“, meint Mag. Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der möwe Kinderschutzzentren.

Angesetzt wird sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen

Gelungene Prävention beginnt mit der Vermittlung eines gesunden Verhältnisses zum eigenen Körper, der Wahrnehmung der eigenen Gefühle und dem Bewusstsein dafür, welche Arten von Berührungen angenehm und welche unangenehm sind. Das und mehr wird in möwe Präventionsworkshops an Schulen bereits in der Volksschule vermittelt. Den Kindern wird auch erklärt, wo und wie sie sich Hilfe holen können.

Bei den Erwachsenen geht es um die Erzeugung eines Bewusstseins für die Rechte von Kindern, das Erkennen des Machtgefälles das generell zwischen Kindern und Erwachsenen herrscht und um mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage, wenn es darum geht, für ein Kind Partei zu ergreifen.

die möwe - Wien

Börsegasse 9
1010 Wien
E-Mail: ksz-wien@die-moewe.at

Telefonische Beratung und Terminvergabe

Tel.: 01/532 15 15
MO - DO: 9.00 - 17.00 Uhr
FR: 9.00 - 14.00 Uhr

Wenn Sie eine polizeiliche Anzeige überlegen oder bereits eine erstattet wurde, rufen Sie 0660 40 79 123

Hier finden Sie alle weiteren Zentren und Kontaktmöglichkeiten.

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