CT-Diagnostik bewährt sich auch in der Veterinärmedizin.

© APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Tiercoach

3D-Bilder sind für den Tierarzt Standard

Die Computertomografie schafft vor allem bei Rückenproblemen und Tumoren Klarheit.

von Hedwig Derka

11/23/2015, 06:00 AM

Dem Hund tut offensichtlich jeder Schritt weh, die Katze lässt sich am Bauch nicht mehr streicheln, das Kaninchen stellt scheinbar grundlos das Fressen ein. Der Tierarzt ist gefragt, er soll sich ein Bild vom Patienten machen.

„Die Computertomografie ist ein radiologisches Verfahren für Schnittbilder. Die Scheiben durch den Körper – vergleichbar Brotscheiben – sind ab 0,6 mm dünn“, sagt Zoodoc Thomas Voracek. Der KURIER-Tiercoach weiß, dass die bewährte Untersuchungsmethode bei bestimmten Anzeichen auch in der Veterinärmedizin bereits Standard ist. Er erklärt, wann und wie die Röntgenstrahlen aus der Röhre sinnvoll zum Einsatz kommen.

„Ein CT zeigt den Körper so, wie man ihn mit einfachen Röntgenaufnahmen selbst nicht sehen und auch nicht darstellen kann“, sagt der Tierarzt aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Beim Auslesen eines Röntgenbildes erfasst das menschliche Auge 15 bis zwanzig Grautöne. Ein CT unterscheidet 4000 Graustufen, Programme berechnen daraus 3D-Bilder – wenn nötig auch aus unterschiedlichen Perspektiven.

Einsatzbereiche

„Oft liefert ein CT den entscheidenden Tipp. Es hilft auch dem Chirurgen bei der Vorbereitung von Operationen“, sagt Voracek. Gerade bei der Identifizierung von Bandscheibenvorfällen, bei Rückenleiden und Gelenkproblemen unterstützt die Technik. Bei der Darstellung verschiedener Organe im Bauchbereich und beim Auffinden von Tumoren ist das Verfahren ebenso hilfreich. Bei der Durchleuchtung des Kopfes, speziell des Kiefers, tut das Gerät beste Dienste.

Die Untersuchung mit teuren Geräten und entsprechend ausgebildetem Personal hat ihren Preis. Je nach Größe und Gewicht des Haustieres kann sie inklusive Narkose, Kontrastmittel und schriftlicher Befundung bis zu 700 Euro kosten.

Narkose

„Bis auf wenige Ausnahmen verlangt ein CT die Narkotisierung des Haustiers“, sagt der Experte. Verwackelte Bilder taugen nicht zur Auswertung. Die Dauer der Narkose kann aber bei modernen CT-Scannern, die mehrere Bilder pro Umdrehung machen, sehr kurz gehalten werden. In der Regel wird ein zweiter Durchgang nach Verabreichen eines Kontrastmittels in die Vene durchgeführt. Das erlaubt den Einblick in unterschiedlich durchblutete Körpergebiete.

KURIER-Tiercoach Thomas Voracek fasst zusammen: „Die CT-Diagnostik ist bei gewissen Indikationen Stand einer ordentlichen Untersuchung. Es ist kein Alarmsignal, wenn der Tierarzt zu einem CT rät.“

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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