Delikatesse Löwenzahn: Meerschweinchen lieben saftiges Grünfutter als Ergänzung zum Trockenfutter.

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Tiercoach
03/30/2014

Futter aus der Natur

Für eine gesunde Ernährung brauchen Kleintiere Grünzeug im Heu.

von Hedwig Derka

Es grünt. Die Wiesen werden saftig, Pflänzchen sprießen, die ersten Blumen blühen. "Im Frühling wächst das beste Futter in der Natur. Ende März geht es ruck-zuck, Gänseblümchen sind schon da ", sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Die Direktorin des Tiergarten Schönbrunn weiß, dass Kleintiere im Käfighaltung die frischen Gräser und Kräuter besonders schätzen. Sie erklärt, warum Brennnesseln die Gesundheit von Meerschweinchen fördern und Kaninchen keine Nachtschattengewächse bekommen dürfen.

Bereicherung

"Der Handel bietet für alle Kleintierarten Spezialfutter an", sagt Schratter. Doch ein bis zwei Esslöffel voll Körner oder Pellets täglich reichen für jedes Meerschweinchen. Das Grundnahrungsmittel der ursprünglichen Weidetiere ist nämlich Heu – ergänzt mit Grünzeug. Und das steht ab jetzt am Wegesrand. Brennnesseltriebe, die mit Ende März aus dem Boden schießen, sind reich an Vitaminen. Die Blätter und Blüten von Löwenzahn, die im April und Mai die Wiesen zieren, schmecken den kleinen Heimtieren ebenfalls. Schafgarbe sowie Breit- und Spitzwegerich bereichern den Speiseplan. Vogelmiere, ein Nelkengewächs, an dem sich in freier Wildbahn Vögel erfreuen, zählt außerdem zu den Leckerbissen. Mitte des Jahres munden verschiedene Klee-Sorten wie Luzernen, Roter und Weißer Klee. Gelb blühender Steinklee dagegen ist ungenießbar.

"Im Frühsommer sind die jungen Pflanzen besonders reich an Eiweiß und Rohfasern. Man soll sie Meerschweinchen nur sparsam ins Heu mischen", sagt der KURIER-Tiercoach. Ein Überangebot an frischem Grün kann bei den genügsamen Tieren, die sich in ihrer Heimat an karge Lebensverhältnisse angepasst haben, Durchfall verursachen. Auf Pflanzen, die neben stark befahrenen Straßen gedeihen oder aus extensiver Landwirtschaft stammen, muss verzichtet werden.

Anbau

Heimtierhalter, die mit den Gräsern und Kräutern aus der Natur nicht vertraut sind, können Obst und Gemüse anbauen oder einkaufen. "Feldsalat, Vogerlsalat, Chicoree, Endivie, Radicchio und Karotten sind für Meerschweinchen optimal", sagt die Expertin. Mit Kohlgemüse ist Vorsicht geboten, viele Sorten blähen. Bei Obst ist auf den Zuckergehalt zu achten. Melone und Apfel – ungeschält, aber gründlich gewaschen – sind eine gute Wahl.

"Fast alle Pflanzen, die für Menschen okay sind, sind es auch für Tiere", sagt die Expertin. Kaninchen, von Natur aus Dauerfresser mit Lieblingsspeise Heu, vertragen jenes Grünfutter, das auch von Meerschweinchen problemlos verdaut wird. Zusätzlich können den Hasenartigen Kräuter aus dem Garten angeboten werden. Kresse überlebt selbst auf der Fensterbank. Petersilie, Dill, Basilikum und Thymian sind vergleichsweise anspruchslose Pfleglinge. "Ist nicht genügend Grünfutter vorhanden, kann man auf Salat zurückgreifen. Man darf ihn aber nur in geringen Mengen anbieten", sagt die Expertin. Zu viel von den enthaltenen Nitriten belastet den Organismus.

Nagebedürfnis

Kaninchen haben ein ausgeprägtes Nagebedürfnis. Das Knabbern an Zweigen wetzt zudem die Zähne ab. Knospen und Rinde gelten ihnen als Delikatesse. "Es eignen sich Zweige von Apfel- und Birnbaum. Weiche Hölzer passen. Es können auch Weide, Birke und Ahorn sein", zählt Schratter auf und warnt gleichzeitig: "Hände weg von Eibe. Sie ist giftig wie Goldregen, Seidelbast, Herbstzeitlose und alle Nachtschattengewächse." Der KURIER-Tiercoach hat noch einen Tipp: "Mit Löwenzahn kann nichts schiefgehen. Den kennt wirklich jeder."

Beim Meerschweinchen: Die Verdauung von Kleintieren funktioniert nur, wenn sie ständig fressen und dabei viele Rohfasern aufnehmen. Meerschweinchen haben kaum Muskeln im Magen. Schieben sie keine Nahrung nach, bilden sich Gärgase, der Magen- Darm-Trakt dehnt sich aus, der Blutfluss wird gestört. Der Futterstau im Verdauungssystem kann schlimme Folgen haben.

Beim Kaninchen: Kaninchen fressen ihren eigenen Kot. Das ist keine Unsitte, vielmehr nehmen die Hasenartigen damit lebenswichtiges Vitamin B zu sich.

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