Kontaktfreudig: Kaninchen sind soziale Tiere. Das Kennenlernen stresst sie dennoch.
Tiercoach
04/13/2014

Freunde fürs Leben

Kaninchen sind soziale Tiere. Tipps für die Suche nach dem richtigen Partner.

von Hedwig Derka

Überall Osterhasen. Nur zu Hause hoppeln Kaninchen. Bei Haltern, die das Tierschutzgesetz befolgen, sind es mindestens zwei. "Einzelhaltung ist verboten. Die Vierbeiner leben in einem Sozialgefüge und sind stark aufeinander bezogen, jeder hat seinen Platz in der Gruppe", sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Die Direktorin des Tiergarten Schönbrunn weiß, unter welchen Bedingungen Hasenartige harmonieren und wie die Vergesellschaftung funktioniert. Schließlich müssen nicht nur Jungtiere zusammen finden, es kann auch passieren, dass ein verwaistes Tier einen neuen Partner braucht.

Kaninchen sind vom Wesen her scheue Fluchttiere. Mit Artgenossen pflegen sie einen geselligen Umgang. Zumindest mit manchen. "Kaninchen sind sich gegenüber nie gleichgültig: Entweder sie mögen einander oder sie stehen sich skeptisch bis feindlich gegenüber", sagt Schratter. Am besten vertragen sich Wurfgeschwister. Rammler müssen früh kastriert werden, Kaninchen sind bereits mit fünf, sechs Monaten geschlechtsreif und vermehren sich rasch. Gleichgeschlechtliche Tiere können auf engem Raum aggressives Verhalten entwickeln.

Gruppenhaltung

"Es gibt gute Gründe, von Anfang an mindestens drei Kaninchen zu halten", sagt die Expertin. Vorausgesetzt, die Tiere haben ausreichend Platz zur Verfügung, profitieren sie gleich mehrfach vom Leben in der Gruppe: Artgenossen regen einander zu aktivem Verhalten an, das hält gesund und macht glücklich. Stirbt ein Kaninchen, erfolgt die Suche nach passendem Ersatz ohne Zeitdruck. Die Einsamkeit wird nicht sofort drückend.

Nach einem Todesfall ist es empfehlenswert, einen gleichaltrigen Partner in den Käfig zu nehmen. Bezugsquellen für erwachsene Tiere sind seriöse Züchter, Kleintierzuchtvereine sowie die Kaninchen-Helpline (0676 / 50 30 300), die nicht mehr gewollte und schlecht gehaltene Tiere aufnimmt, gesund pflegt und kastriert an ein umsorgendes Zuhause vermittelt.

Vergesellschaftung

"In den meisten Fällen stellt die Vergesellschaftung kein Problem dar", sagt der KURIER-Tiercoach. Das Kennenlernen freilich ist für die Betroffenen immer mit Stress verbunden. Die Neueingliederung eines Artgenossen verursacht bei den revierbezogenen Tieren Rangordnungskämpfe, diese können mitunter heftig ausfallen und lange dauern. "Vereinbaren Sie im Vorhinein, dass Sie das Kaninchen zurückgeben können, wenn sich die Tiere innerhalb von zwei bis drei Wochen gar nicht vertragen", sagt Schratter. Dann startet die Umschau nach einem Gefährten von Neuem.

Menschen können das Bedürfnis der Kaninchen nach Sozialkontakt nämlich nicht befriedigen, erst recht nicht artfremde Tiere: Kaninchen und Meerschweinchen passen von Natur aus nicht zusammen.

Kaninchen in Käfighaltung brauchen täglich Auslauf

"Kaninchen als unüberlegte Osterüberraschung zu verschenken, ist absolut tabu", sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter. Die Direktorin des Tiergarten Schönbrunn betont, dass die flauschigen Fluchttiere ungeeignet für Kleinkinder sind: Die domestizierten Wildkaninchen lassen sich nicht gerne angreifen. Vor der Anschaffung gilt außerdem zu bedenken, dass die Hasenartigen bis zu zehn Jahre alt werden. Ihre Haltung muss lebenslang artgemäß sein.

Die Mindestmaße für einen Kaninchenkäfig betragen 140 cm mal 160 cm mal 50 cm, alles, was größer ist, steigert das Wohlbefinden der Heimtiere. Für eine Dauerhaltung freilich ist jeder Käfig zu klein. Kaninchen brauchen daher täglich Auslauf unter Aufsicht.
Kaninchen freuen sich auch über Sommerfrische. In der warmen Jahreszeit schätzen sie Ausflüge auf die Wiese hinter ein- und ausbruchssicherer Umzäunung – Möglichkeit zum Unterschlupf für jedes Tier inklusive.

Bei entsprechender Einrichtung können Kaninchen das ganze Jahr im Freien gehalten werden. Winterfell schützt die Tiere zusätzlich.

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