Leben 13.03.2012

Forscher wollen Mammut klonen

© Bild: rts

Zellkerne aus Gewebe des Urzeit-Riesen sollen in Eizellen eines indischen Elefanten eingesetzt werden. Die Idee gibt es schon länger.

Jurassic Park in echt? Schon seit längerem spielen Forscher mit der Idee eines geklonten Mammuts: Unter ihnen auch der einst als Fälscher entlarvte Klon-Spezialist Hwang Woo Suk aus Südkorea. Er unterzeichnete am Dienstag in Seoul ein Abkommen mit einem Vertreter der Nordöstlichen Föderalen Universität in der russischen Teilrepublik Jakutien über die Zusammenarbeit bei edendiesem Projekt. Dazu sollen möglichst bald Gewebeproben aus Überresten eines Exemplars der ausgestorbenen eiszeitlichen Elefantenart von Russland nach Südkorea gebracht werden, wie ein Sprecher der von Hwang geleiteten Sooam Biotech Research Foundation in Seoul mitteilte.

Man sei zuversichtlich, dass die russische Regierung die erforderliche Genehmigung für die Ausfuhr entsprechender Gewebeproben nach Südkorea in den nächsten Monaten erteilen werde, hieß es. Sooam habe unter anderen Tieren bereits erfolgreich Kojoten geklont. "Das Klonen der Kojoten war nur ein Anfang", sagte der Sprecher. Hwang hatte im vergangenen Oktober acht Kojoten präsentiert, die er nach eigenen Angaben geklont hatte.

Ein Wissenschaftler-Team untersuchte bereits am 23.10.2007 im russischen Salechard die Überreste des Mammut-Babys Ljuba.
© Bild: dpa

Bei dem aktuellen Projekt wollen die Forscher Zellkerne aus dem Mammut-Gewebe in Eizellen eines indischen Elefanten einsetzen. Diese Eizellen sollen dann einer Elefantenkuh eingepflanzt werden, damit sie den Embryo austrägt. Im Gegenzug für das Mammut-Gewebe will Sooam sein Technologie-Know-how mit der russischen Universität teilen.

Alte Pläne

Im Jänner 2011 hatten japanische Forscher erklärt, dass es bereits Vorbereitungen zur Erschaffung eines Klon-Mammuts gebe. Auch andere Forscher hatten schon Jahre zuvor ähnliche Ankündigungen gemacht. Als 2008 das Erbgut des Mammuts zu großen Teilen entziffert worden war, hatte das Fachjournal Nature allerdings die Chance auf ein Klon-Mammut als äußerst gering eingeschätzt. Das Erbmaterial sei zu stark zerstört gewesen.

Hwang Woo Suk hatte im August 2005 den ersten Klonhund, "Snuppy", vorgestellt. Während zwei seiner Studien zu embryonalen Stammzellen als Fälschung aufgedeckt wurden, hatte sich "Snuppy" tatsächlich als Klon erwiesen. Im Jahr 2006 hatte Hwang die Stiftung Sooam Biotech Research Foundation gegründet.

Erstellt am 13.03.2012