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Leben
12/03/2019

Familienbund: "Karenzregel diskriminiert getrennte Väter"

In einer Studie wurden Väter und Mütter zum modernen Männerbild befragt. Sie wünschen sich mehr Unterstützung.

von Daniela Davidovits

Die Vaterrolle ist im Umbruch und wird von Männern sehr unterschiedlich gelebt. Besonders bei einer Trennung von der Kindesmutter stehen sie vor besonderen Herausforderungen. "Der Österreichische Familienbund beschäftigte sich jetzt mit diesem Bild", erklärte Präsident Bernhard Baier.

Psychologin Angelika Killmann sprach in dessen Auftrag für eine qualitative Studie mit knapp 30 Vätern, Müttern und Personalverantwortlichen. "Väter wollen ihre Rolle aktiv und präsent anlegen: Zeit mit dem Kind zu verbringen, gemeinsame Aktivitäten, einen guten Gegenpol zum mütterlichen Einfluss darstellen, partnerschaftliche Beteiligung."

Den idealen Vater - hier sind sich Mütter und Väter einig - zeichnet vor allem aus: "Er ist liebevoll, für die Kinder da, nimmt sich Zeit, übernimmt Verantwortung, ist ein gutes Vorbild, in der Erziehung konsequent und pflegt ein harmonisches Verhältnis zur Kindesmutter“, berichtet die Psychologin. Eines sei eindeutig aus der Befragung hervorgegangen: „Vater zu sein bedeutet auch, Vorbild und Rollenmodell zu sein. Nur vier Prozent der befragten Väter geben an, dass ihr eigener Vater keinen Einfluss auf ihre eigene Vaterrolle hat.“ Kaum einer will jedoch so sein wie sein eigener Vater.

Männer wie auch Frauen und auch Personalverantwortliche in Unternehmen sagen, dass auch Väter in Karenz gehen können sollen und stehen Lösungen dafür offen gegenüber, sagt Killmann.

Bei der Kinderbetreuung sind die Männer deutlich hinterher: 98.9124 Frauen haben eine der beiden möglichen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes bezogen, dem stehen nur nur 3.084 Männer gegenüber.

"Die Hürden für eine stärkere Väterbeteiligung sind vielfältig, doch nicht unüberwindbar“, erklärt Baier. Um das zu bewerkstelligen, "brauchen wir mehr Väter in der aktiven Vaterrolle und ein weiteres Aufbrechen der Geschlechterrollen“, ist er überzeugt und tritt dafür ein, den "Gender Pay Gap“ zu schließen: "Solange Männer mehr verdienen, können es sich Familien schlichtweg nicht leisten, dass der Vater in Karenz geht.“

Außerdem soll der gemeinsame Haushalt als Bedingung für die Karenz wegfallen: "Dieser Passus diskriminiert Väter, die sich trotz Trennung gerne intensiv ihrem Kind widmen möchten.“

Und auch für eine verstärkte Information der Unternehmen über die Vorteile einer aktiven Väterpolitik, plädiert der Familienbund-Präsident: „Gute Fachkräfte werden zunehmend dringender benötigt. Wer gute Mitarbeiter gewinnen und halten möchte, muss familienfreundlich agieren.“

 

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