VKI-Test Matcha-Pulver: Welches Produkt nicht überzeugt
Matcha liegt im Trend – aber ist jedes Pulver gleich gut? Eine aktuelle Untersuchung der VKI und der Arbeiterkammer Steiermark liefert Antworten.
Der Matcha-Trend betrifft längst nicht mehr nur Tee: Das Grüntee-Pulver ist auch in Schokolade, süßem Gebäck oder als Kaffee-Variation zu finden. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat jetzt gemeinsam mit der Arbeiterkammer Steiermark 14 Matchapulver unter die Lupe genommen.
Die Produkte wurden online, in Supermärkten, Drogerien, Asia-Shops und Teefachgeschäften eingekauft und im Labor auf Schadstoffe (u. a. Aluminium, Blei, Pestizide) untersucht. Es wurden 9 „sehr gut“, 2 „gut“, 2 „durchschnittlich“ und 1 „weniger zufriedenstellend“ vergeben.
Untersucht wurden ausschließlich reine Matchapulver ohne weitere Zusätze, die auf der Verpackung als „Matcha“ deklariert waren. Von 14 getesteten Produkten stammten 11 aus biologischem und 3 aus konventionellem Anbau.
Folgende Pulver wurden untersucht:
- Billa Bio, Matcha
- Demmers Teehaus, Bio Japan Matcha Daily
- Dennree, Matcha
- dmBio, Matcha Tee
- Health Bar, Matcha Traditional
- Kissa, Basic Matcha Tea Powder
- Lebepur, Matcha
- Müllers Teestube, Japanischer Bio-Matcha
- NaturaleBio, Matcha
- Shizuoka, Matcha
- Sonnentor, Matcha
- Stick & Lembke, Matcha
- Sweet Tea, Matcha Powder
- Tian Hu Shan, Matcha Tea
Doch was genau ist Matcha? „Matcha ist zu feinem Pulver vermahlener Grüntee aus beschatteten Blättern der Teepflanze Camellia sinensis“, erklärt VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer.
„Ursprünglich aus China stammend, wurde Matcha in Japan weiterentwickelt und kultiviert. Die Teepflanzen werden vor der Ernte mehrere Wochen beschattet, wodurch der Chlorophyllgehalt steigt und die intensive grüne Farbe entsteht.“
Das Ergebnis: In Bio-Matchapulvern wurden keine oder nur geringe Pestizidrückstände nachgewiesen, die etwa durch Abdrift von benachbarten konventionellen Teefeldern in Bio-Produkte gelangt sein könnten.
Alle konventionellen Produkte enthielten hingegen Pestizide - darunter auch Wirkstoffe, die in der EU nicht zugelassen sind. Bei einem Produkt („Sweet Tea Matcha Powder“) wurde sogar der zulässige Rückstandshöchstgehalt eines Pestizids überschritten. In den übrigen Proben lagen die gefundenen Gehalte unter den gesetzlichen Grenzwerten. Pestizide sind nicht nur für den Menschen problematisch, insbesondere für die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Teeplantagen, sondern belasten auch Nützlinge, die Artenvielfalt sowie Boden und Wasser.
Bio-Matcha ist besser
Die Bio-Produkte waren insgesamt geringer mit den Schwermetallen Aluminium und Blei belastet. „Teepflanzen können Schwermetalle aus Boden und Wasser aufnehmen und in den Blättern speichern“, so Teresa Bauer. „Sowohl Blei als auch Aluminium haben ungünstige Effekte auf die Gesundheit. Für Blei gibt es keine unbedenkliche Aufnahmemenge.“
Zu beachten ist außerdem: Matcha wird im Gegensatz zu klassischem Grüntee nicht aufgegossen und anschließend abgeseiht. Getrunken wird das gesamte Pulver, das mit heißem Wasser verrührt wird. „Dadurch gelangen auch enthaltene Schadstoffe in höherem Ausmaß in den Körper“, erklärt die Expertin.
Was die Ernährungswissenschafterin empfiehlt: „Matcha sollte nicht im Übermaß konsumiert werden. Wenn, dann empfehlen wir Bio-Produkte. Aufgrund möglicher Schwermetallbelastungen raten wir, maximal drei Gramm Matchapulver täglich zu verzehren. Zudem enthält Matcha Koffein und ist daher für Kinder nicht geeignet.“
Ebenfalls wissenswert: Obwohl Matcha und Grüntee oft gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt werden, gibt es derzeit keine fundierten wissenschaftlichen Belege für eine präventive oder gar heilende Wirkung - auch nicht im Hinblick auf Krebserkrankungen.
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