Zwei Becher mit Latte Art, einer mit gelbem und einer mit lila Getränk, stehen nebeneinander auf einem Tisch.

Hojicha und Ube: Das steckt hinter den neuen Trend-Getränken

Matcha und „Matcha Latte“ bekommen mit „Ube Latte“ oder „Hojicha Latte“ Konkurrenz.

„Ube Latte“, „Velvet Latte“ oder auch „Lila Latte“: Dahinter steht derselbe Trend – und der ist momentan dabei, dem beliebten „Matcha Latte“ gehörig Konkurrenz zu machen. Zumindest, wenn man den sozialen Medien und immer mehr Influencern glaubt. Denn wer auf sich hält, trinkt neuerdings lila statt grün. Allerdings ist das nicht der einzige Neuzugang im Kreise der in aufgeschäumte Milch gerührte Kaffee-Ersatzgetränke mit Wellnessfaktor, die dem Matcha Konkurrenz machen könnten.

Die Farbe zählt

Der farbenprächtige Ube Latte ist zweifellos ein Hingucker in Häferl oder Glas, und der süßliche, leicht vanillig-nussige, auch als leicht erdig beschriebene Geschmack eher unbekannt. Was auf den dafür verantwortlichen Stoff nicht zutrifft. Unter seinem deutschen Namen Yamswurzel (oder auch Wasseryams) ist die violette Knolle schon länger ein Begriff. Allerdings werden Extrakte der Yamswurzel im gesundheitlichen Bereich genutzt, etwa aufgrund der hormonähnlichen Wirkung, die unter anderem zur Regulation bei Zyklus- oder Wechselbeschwerden eingesetzt wird.

Als Trend für den Genuss im Alltag als Kaffee-Ersatz entdeckt wurde der „Ube Latte“ – wie auch sein berühmter Bruder „Matcha Latte“ – in Südasien. Und da heutzutage alles, was auffällt, schnell ein Thema in den sozialen Medien wird, geht es dann rasant mit der Bekanntheit. Doch wie etwa die New York Times konstatierte, geht es vor allem um die Optik – der beschriebene Geschmack steht dabei im Hintergrund. Gut möglich, dass das nicht jedem Trendsetter schmeckt. Da aber zunehmend auch große Ketten auf den Trend aufspringen, gibt es Getränke im „Ube Latte“-Stil auch bei Starbucks. Auch, wenn es nicht dauerhaft schmecken sollte: Mitreden kann man dann wenigstens.

Nachschub für Matcha-Fans

Matcha-Fans, die zwar die anregende Wirkung des eher hochpreisigen Grünteepulvers schätzen, aber den intensiven Geschmack abmildern wollen, könnten mir einem anderen mollig-cremigen Milchgetränk zufriedener sein.

Etwas langsamer als der „Ube Latte“ wird seit dem Vorjahr „Hojicha Latte“ immer sichtbarer. Das ist insofern interessant, als es sich bei Hojicha um einen japanischen Grüntee handelt, der schon lange in gut sortierten Teegeschäften erhältlich ist. Der Name setzt sich aus hojiru' für „rösten“ und 'cha für „Tee“ zusammen.

Milde Alternative

Allerdings kennt man ihn ganz normal in Form von Teeblättern. Diese werden später geerntet als Matcha, geröstet und entfalten dadurch einen fein-nussigen Geschmack, der vielen Teetrinkern entgegenkommt, beschreiben es die Tee-Experten von „Paper & Tea“ in Wien. Ebenso wie die Tatsache, dass er im Gegensatz zu klassischen Grüntees milder ist. „Hojicha enthält deutlich weniger Koffein, da das Rösten einen Teil davon reduziert.“ Praktisch ist die Pulverform darüber hinaus, weshalb Teehändler wie etwa „Demmers Teehaus“ den Tee mittlerweile ebenfalls zusätzlich in Pulverform im Sortiment haben.

Zu feinem Pulver vermahlen, kann der Tee wie Matcha verwendet werden – sprich, er lässt sich gut verrühren. Das Pulver wird zuerst mit etwas heißem Wasser wie Matcha verrührt und dann mit aufgeschäumter Milch aufgegossen. Ebenfalls durch die sozialen Medien befeuert, steigt die Nachfrage hierzulande und „Hojicha Latte“ findet sich auf vielen Getränkekarten. „Perfekt für alle, die eine sanfte Alternative zu Matcha suchen“, heißt es etwa im koreanischen „Choi Cafe“ im ersten Wiener Bezirk. Auch in anderen asiatischen Tee-Lokalen wie „Cha No Ma“ (4. Bezirk) oder „Rami“ (8. Bezirk) kann man Hojicha verkosten.

Ingrid Teufl

Über Ingrid Teufl

Redakteurin im Ressort Lebensart. Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss. Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.] Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

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