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Leben Essen & Trinken

Katerfrühstück: Was nach Silvester hilft

Wer Silvester nicht demonstrativ verschlafen hat, dem brummt heute vermutlich der Schädel. Essenstipps gibt es in solchen Fällen etliche, aber wem beim Gedanken schon schlecht wird: Suppe hilft Wunder. Und: trinken, trinken, trinken – Wasser!

von Ulrike Botzenhart

01/01/2023, 05:00 AM

Sollte der Kater heute auf und in Ihrem Kopf  schlagen, kratzen, herumpoltern, oder in Ihrem Magen grummeln: Respekt, dass Sie trotzdem diese Geschichte lesen. Daher gleich zur Akuthilfe: Viel Wasser  (zwei bis vier Liter, ohne Kohlensäure) trinken, der Kater ist wasserscheu! Klingt zu banal? Bitte sehr, hier folgt die biochemische Erklärung. Alkohol hemmt die Bildung des Hormons Vasopressin, das für die Regulierung unseres Flüssigkeitshaushalts wichtig ist. Der Körper gibt in der Folge zu viel Wasser ab. Es kommt zur Dehydrierung  und einem Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, einer Verengung der Gefäße, Kopfweh, Schwindel, Übelkeit.  Am Tag danach braucht es also viel Flüssigkeit, Mineralstoffe und Elektrolyte. Wasser (gern mit Magnesiumtabletten) und Suppen helfen ebenso wie   Obst- und Gemüsesäfte für den Entgiftungsprozess.

Und da nach dem Fest ja vor dem Fest ist, hier ein Tipp für das nächste Mal: Wenn schon Alkohol, dann zu jedem Bier, Wein  oder Gin ein Glas Wasser trinken. Das verhindert das Schlimmste. (Ein weiter Bogen um billigen Rotwein oder größere Mengen an Whiskey oder Brandy ebenfalls. Das liegt am höheren Anteil von Methanol – beim Abbau entsteht  ein peinigendes Zellgift.) Und noch vor der Party etwas Deftiges und Fettes  essen, das hilft auch.

Zurück zur Akuthilfe.  Teufelsroller gehören zur weithin bekannten Anti-Kater-Liste, weil sie  den Mineralstoffmangel ausgleichen. Das gilt auch für Oliven oder Essiggurkerl. Ein Klassiker ist  auch Tomatensaft mit Salz und Pfeffer. Dazu kann man auch Limettensaft, einen Schuss Tabasco und etwas geriebenen Kren geben und gut durchschütteln. Bloody Mary! Wer’s mag.
Ein süßes Frühstück bringt jedenfalls die Energie rasch wieder zurück. Warum? Alkohol setzt die Konzentration des Blutzuckers herab, die Energiereserve sinkt, man fühlt sich schwach. Marmelade ist hier der Retter in der Not: Sie baut den Glykosehaushalt wieder auf. Auch Früchte sollten nicht fehlen, denn Fruktose hilft auch beim Alkoholabbau.
Aber merke: Finger weg von Süßigkeiten während des Alkoholkonsums – die  verstärken nur die Kopfschmerzen am Tag danach.

Im Erste-Hilfe-Kasten gegen Katergemeinheiten sollte Magnesium nicht fehlen, ob in Tablettenform oder in Lebensmitteln. Dazu zählen  Haselnüsse, Mandeln, Erdnüsse, Kartoffeln, Haferflocken, grünes Gemüse, Kichererbsen, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne und dunkle Schokolade.

Letztere macht bekanntlich glücklich und könnte damit gleich bei einem anderen Übel helfen, der gern gemeinsam mit dem Katzenjammer kommt. Weltschmerz. Den kann eine  Alkoholüberdosis (die übrigens mit steigendem Alter viel schneller erreicht ist) durchaus mit sich bringen. Hier heißt das Mittel der Wahl Tryptophan, mit dem der Körper das Glückshormon Serotonin bilden kann. Tryptophan findet sich vor allem in Eiern, Hülsenfrüchten, allen Arten von Käse- und Milchprodukten, Nüssen (vor allem in Cashewkernen), Bohnen, Pilzen und Vollkornprodukten. Das erklärt schlüssig, warum ein Omelette aus Eiern, Schinken, Käse und Schwammerl  mit Salz und Pfeffer und Vollkornbrot (am besten noch mit Nüssen) eine sehr gute Wahl sind.

Wer rechtzeitig dran denkt, dass er es hat, wenn er es braucht, kocht vor dem Fest vor. Unser Tipp: Hering im Pelzmantel. Diese Torte der anderen Art ist nach biochemischen Überlegungen  ideal, um den laut pfauchenden Kater  in die Flucht zu schlagen.    

Rezept: Hering im Pelzmantel

Vorbereitung: 5 Stunden Zubereitung: 60 min Portionen: 4

  • 400 g festkochende Kartoffeln in Salzwasser gekocht
  •  3 Eier 7-8 Minuten gekocht, abgeschreckt, abgekühlt
  • 250 g Karotten geschält
  • 300 g Rote Rüben vorgegart (vakuumverpackt)
  • 4 Frühlingszwiebeln geputzt
  • 300 g Matjes-Heringsfilets aus dem Glas, gewürfelt
  • 1 Apfel säuerlich
  • Saft von  Zitrone
  • 2 Knoblauchzehen geschält
  • 3 Dotter zimmerwarm
  • 1 TL Senf, Salz, Pfeffer
  •  200 ml Distel- oder Sonnenblumenöl
  • 1 Bund Dill gewaschen, trocken geschüttelt

 -Geschälte, ausgekühlte Kartoffeln würfelig schneiden
- Gekochte Eier mit einem großen Messer grob hacken
- Karotten mit Rohkostreibe in feine Streifen hobeln. In heißem Salzwasser 3-4 Minuten garen, abkühlen
- Rote Rüben grob raspeln, grünen Teil der Frühlingszwiebeln in dünne Ringe und  den geviertelten weißen Teil in kleine Stücke schneiden
- Apfel  putzen, vierteln, klein würfeln und sofort mit einem Teelöffel Zitronensaft mischen
- Knoblauch grob hacken und mit zwei Prisen Salz mit der flachen Klinge eines Messers zerdrücken
- Dotter mit Senf, übrigem Zitronensaft, Salz und Pfeffer schaumig schlagen, kurz stehen lassen bis sich der Schaum zurückbildet. Das Öl erst tröpfchenweise, dann in dünnem Strahl zugießen und auf höchster Stufe mixen bis eine cremig-feste Mayonnaise entstanden ist. Knoblauch unterrühren, mit Salz, Pfeffer und evt. noch etwas Zitronensaft abschmecken. Vom Dill Spitzen abzupfen, die Hälfte fein gehackt zugeben
- Kartoffeln in einer hohen Springform verteilen, leicht glatt drücken, salzen, dünn Mayonnaise darauf verstreichen. Erst Hering darauf verteilen, dann weiße Frühlingszwiebelstücke. Mit-
Mayonnaise bestreichen. Karotten, Eier, Frühlingszwiebelgrün, dann Rote Rüben und darauf Äpfel schichten, dazwischen die Schichten immer leicht salzen und mit Mayonnaise bestreichen. Auf die oberste Schicht großzügig Mayonnaise verteilen
- Die „Torte“ vier Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Den Rand der Form entfernen und mit Dill dekoriert servieren

Rezept: Borschtsch

Zubereitung:  4  Stunden Portionen: 4

FÜR SUPPE UND FLEISCHEINLAGE

  • 600 g Suppenfleisch
  • 500 g Rindermarkknochen
  • 400 g Rinderbeinscheibe
  • 1 Zwiebel, 1 dicke Karotte, 1 Peterwurzen, 1 Lauch
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner, 1 Lorbeerblatt, Salz

FÜR DEN EINTOPF

  • 400 g Rote Rüben, 2 dicke Karotten, 1 Peterwurzen
  • 300 g Weißkohl, 2 Zwiebeln
  • 3 EL Schweine- oder Butterschmalz
  • 1  EL Mehl
  • 1 TL getrockneter Majoran, 1  Lorbeerblätter
  • 1 kleines Bund Dill
  • 2–3 EL Weißweinessig
  • 200 g Sauerrahm (original mit Schmand)

- Zwiebel quer halbieren und samt Schale mit der Schnittseite nach unten in einen Suppentopf legen. Bei großer Hitze rösten, bis sie stark gebräunt ist, dann mit 2  Liter Wasser aufgießen und - Knochen, Beinscheibe sowie Fleisch zugeben. Alles bei mittlerer Hitze leicht zum Kochen bringen, dabei den aufsteigenden Schaum immer wieder mit einem Löffel abnehmen
- In der Zwischenzeit  Karotte und Peterwurzen schälen und  in grobe Stücke schneiden.  Lauch putzen, waschen und in längere Stücke schneiden. Sobald wenig bis kein Schaum mehr im Topf mit aufsteigt, Gemüse, Pfefferkörner und Lorbeerblatt zugeben und alles zugedeckt bei kleiner Hitze 2 ½ bis 3 Stunden köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist. Gegen Ende salzen, das Fleisch herausheben, Knochen, Beinscheibe und Gemüse entfernen, dann die Brühe durch ein Sieb abgießen und auffangen
- Inzwischen Rote Rüben, Karotten und Peterwurzen schälen und  in dünne Streifen (Julienne) hobeln. Kohl waschen, Strunk herausschneiden und Blätter in kurze Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und würfeln
- Schmalz in einem Suppentopf erhitzen, darin die Zwiebel goldgelb andünsten. Karotte und Peterwurzen zugeben und unter Rühren zwei Minuten mitdünsten
- Kohl und Rote Rüben zugeben, mit Mehl stauben und alles drei Minuten unter Rühren dünsten. 1,2 Liter  Brühe zugießen, Majoran und Lorbeerblatt unterrühren, salzen, pfeffern und zugedeckt 30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen
- Währenddessen das Suppenfleisch in kleine Stücke schneiden. Dill waschen, trocken schütteln, Spitzen abzupfen und grob hacken. Fleisch in die Suppe geben und weitere 15 bis 20  Minuten garen. Alles mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken
- Borschtsch auf Tellern mit Sauerrahm  und Dill anrichten und servieren

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