Grillen in Österreich: Warum das Kotelett immer weniger schmeckt
Beim Grillen ändern sich die Zeiten: Die Jungen haben andere Vorlieben als die Generation 60+, Frauen und Männer wollen nicht das Gleiche und Wiener und Westösterreicher sowieso nicht.
Wenn Sie glauben, das Kotelett oder Bauchfleisch ist die Krönung der Grillplatte, dann sind Sie wahrscheinlich über 60. Das besagt eine aktuelle Umfrage in allen Bundesländern des Handelsverbands Österreich. Im Gegensatz zur älteren Generation freuen sich 18- bis 28-Jährige weit weniger über ein brutzelndes Stück Schweinefleisch am Rost.
Im Ranking der beliebtesten Speisen schafft es die Sau gerade noch auf Platz sieben. Selbst Saucen, Salate und Beilagen sind beliebter als das traditionelle Kotelett.
Unverwüstliches Würstel
Der Stargast des Grillabends ist nach wie vor das Würstel, das 59 Prozent der Befragten bevorzugen. Fast gleichauf liegt gegrilltes Gemüse mit 58 Prozent. In sechs Bundesländern ist Gemüse sogar am beliebtesten.
Das essen die Österreicher beim Grillen am liebsten:
- Würstel (59 %)
- gegrilltes Gemüse (58 %)
- Salate und Beilagen (52 %)
- Saucen (51 %)
- Geflügel (50 %)
- Schweinefleisch (48 %)
- Brot und Gebäck (47 %)
- Erdäpfel (43 %)
- Halloumi und Grillkäse (38 %)
- Vegetarische Fleischalternativen (9 %)
- Fleischalternativen (8 %)
Auf Wüstel können sich die meisten einigen. Keine andere Speise ist beliebter.
©Getty Images/Michael Pils/istockphotoBei dem, was gegessen wird, gibt es in Österreich ein deutliches West-Ost-Gefälle. Die Fleischtiger sitzen im Osten, im Westen wird mehr auf Gemüse und Salate gesetzt. In der Hauptstadt etwa gewinnt das Geflügel, dicht gefolgt von Würsteln. In Niederösterreich und dem Burgenland haben hingegen die Würstel die Nase vorn. In allen anderen Bundesländern gewinnt gegrilltes Gemüse.
Die Top drei Grillspeisen nach Bundesländern:
- Wien: Geflügel (60 %), Würstel (59 %) und gegrilltes Gemüse (53 %)
- Niederösterreich & Burgenland: Würstel (61 %), gegrilltes Gemüse (53 %) und Geflügel, gleichauf mit Saucen (je 52 %)
- Steiermark & Kärnten: Gegrilltes Gemüse (65 %), Würstel (63 %), Salate (62 %)
- Oberösterreich & Salzburg: Gegrilltes Gemüse (61 %), Würstel (58 %) sowie Brot und Gebäck (57 %)
- Tirol & Vorarlberg: Gegrilltes Gemüse (58 %), Salate (56 %) und Würstel (50 %).
Fast jedem Zweiten 18- bis 28-Jährigen läuft bei Halloumi das Wasser im Mund zusammen.
©Getty Images/bfk92/istockphotoAlles Käse? Was die Jungen wollen
Babyboomern (60+) läuft weiterhin vor allem bei Würstel (67 %) und Schweinefleisch (60 %) das Wasser im Mund zusammen. Die Gen Z (18- bis 28-Jährige) greifen hingegen deutlich häufiger zu Halloumi (43 %), vegetarischen (25 %) und veganen Grillalternativen (25 %). Die Jungen werfen aber auch gern Brot und Gebäck auf den Grill. Und sogar der US-Grillliebling Marshmallows landet auf dem Rost.
Was Männer wollen – und was Frauen bevorzugen
Viele werden es schon vermutet haben, die Umfrage bestätigt das Klischee: Männer wollen Fleisch! Am liebsten als Würstel, gefolgt von Schwein und Rind. Frauen bevorzugen wesentlich öfter gegrilltes Gemüse, Salate, Pilze oder Halloumi.
Halb Österreich mag gegrilltes Gemüse lieber als Fleisch.
©Getty Images/Vesnaandjic/istockphotoGrillen bleibt Männersache
Bei der Auswahl der Grillspeisen ändern sich die Zeiten, beim Grillen selbst bleiben die Österreicher traditionell. Fast jeder zweite heizt seinen Griller ganz klassisch mit Holzkohle. Ein Viertel brutzelt am Gasgrill und 19 Prozent elektrisch. Das hat vielleicht auch mit dem Mann hinter dem Grill zu tun. Gegendert muss hier nur in Ausnahmefällen werden.
Denn die Grillzange schwingen nach wie vor größtenteils Männer. In rund zwei Dritteln der Haushalte steht der Mann am Grill, in jedem sechsten grillen beide Geschlechter. Frauensache ist die Grillerei nur in jedem zehnten Haushalt.
Infos zur Umfrage:
Der aktuelle HV Consumer Check wurde im Juni 2026 von Reppublika Research & Analytics im Auftrag des Handelsverbandes durchgeführt. Es wurden 1.012 Personen ab 18 Jahren mittels Computer Assisted Web Interviews (CAWI) befragt, wobei die Stichprobe repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ist. Der Befragungszeitraum war vom 9. bis 19. Juni 2026.
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