© Thimfilm

Energierebellen
03/07/2014

Es ist ein Kampf Groß gegen Klein

Österreichischer Film: "Macht Energie" zeigt, wie brutal Konzerne gegen Bürger vorgehen, die aufbegehren.

von Martin Burger

Die Art , wie wir künftig unseren Energiebedarf decken werden, ist noch nicht entschieden. Der Kampf wird nicht zwischen Ökonomie und Umweltschutz ausgetragen, sondern zwischen unterschiedlichen ökonomischen Zugängen, zwischen Groß und Klein. Das ist die Botschaft von Hubert Canavals und Corinna Milborns Filmarbeit "Macht Energie" (ab heute im Kino). Unter klein verstehen die Filmemacher Bauern wie Wolfgang Löser aus Streitdorf im Weinviertel, der seit zehn Jahren energieautark ist – aus wirtschaftlichen Überlegungen. Für 1 Liter Diesel musste Löser in den 1970ern 1 Kilo Weizen verkaufen, heute sind es 7. "In fünf Jahren könnte ganz Österreich energieautark sein." Löser stellt aus kaltgepresstem Sonnenblumenöl Biosprit für seinen Traktor her. In einem der wenigen heiteren Momente des Films geht der Energierebell mit dem tropfenden Tankschlauch in der Hand durchs Bild und fragt: "schlecken?".

"Macht Energie" ist ein unaufgeregtes Werk, mit pessimistischem Grundton. Milborn: "Es wird so wahnsinnig viel getan wird, um fossile Energie oben zu halten."

Fort Chip, Kanada Der Arzt John O’Connor aus Fort Chipewyan am Athabasca-See in Kanada wird von den Gesundheitsbehörden mit Entzug seiner Zulassung bedroht, weil er die ungewöhnlich hohe Krebsrate und das gehäufte Auftreten von Autoimmunerkrankungen in seiner Gemeinde hinterfragt. "Seit den 1960ern ist die Ölsand-Industrie bei uns tätig. Ich will wissen, ob zwischen den Erkrankungen und der Ölförderung ein Zusammenhang besteht." Statt einer Überprüfung wurde jahrelang versucht O’Connors Zulassung einzuziehen. Das Ölgemisch wird in Grundwasserteichen abgeschöpft. Der Rückstand ist so giftig, dass Vögel, die vom Wasser trinken, sterben. Zudem sind die Teiche undicht.

La Hague, FrankreichEin Sicherheitstechniker, der für die Einlagerung der Atomabfälle in den 70ern zuständig war, verlangt erfolglos eine trockene Endlagerung. Der Ingenieur ist kein Atomgegner, die Atomindustrie ist größter Arbeitgeber der Region. Er will, dass die vor sich hin rostenden Plutoniumfässer nicht länger im Feuchten stehen – das Lager liegt in einem Hochmoor. "Er gilt als Nestbeschmutzer", sagt Milborn. Canaval leidet mit den Protagonisten mit. Eine Begegnung in einem Dorf, das von einem Staudamm bedroht ist , motivierte ihn, den Film zu beenden. "Der Dorflehrer sagte: ,Vergiss mich nicht."

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