Kinofilm "Royal Corgi": Die Queen kuschelt mit Welpe Rex

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freizeit Leben, Liebe & Sex
04/27/2019

Die Queen und ihre Corgis: Eine filmreife Lovestory

Die kurzbeinigen Hunde spielen eine Hauptrolle im Leben der britischen Königin – und jetzt auch in einem neuen Trickfilm.

von Julia Pfligl

Es begann mit Susan und endete mit Whisper. 1944, zu ihrem 18. Geburtstag, bekam Elizabeth, zukünftige Königin von England, von ihren Eltern ihren ersten Corgi, eine Dame namens Susan, geschenkt. Es war der Beginn einer lebenslangen Lovestory: Im Laufe ihrer Regentschaft dackelten mehr als 30 Corgis (allesamt Nachfahren Susans) durch den Buckingham Palace, speisten vom Gourmetkoch zubereitetes Lamm-, Rind- oder Hasenfleisch, flogen mit der Regentin um die Welt (ja sogar in den Honeymoon), zierten Magazincover (Vanity Fair) und Gedenkmünzen (zum Goldenen Thronjubiläum).

Längst haben die kurzbeinigen Hütehunde auch außerhalb des Vereinigten Königreichs Kult-Status erreicht, ihr Wikipedia-Eintrag ist länger als von so manchem Mitglied der Windsor-Familie. Jetzt sind sie sogar Filmstars, wenn auch nur gezeichnet: Welpe Rex erobert im belgischen Animationsabenteuer „Royal Corgi“ (ab Mittwoch im Kino) das Herz der Königin, ehe ihm das luxuriöse Palastleben zu Kopf steigt und er ins Tierheim verbannt wird. Die echte Queen hätte das freilich nicht zugelassen, im Gegenteil: 1999 feuerte sie einen Diener, weil dieser den Corgis Alkohol ins Futter gemischt hatte. „Not amused“ wäre eine starke Untertreibung gewesen.

Whisky und Sherry

Woher aber rührt die royale Liebe für die uralte walisische Rasse, deren voller Name Welsh Corgi Pembroke lautet? Besonders elegant sehen sie ja nicht aus, wie zu klein geratene Füchse auf kurzen Beinchen, mit abstehenden Ohren und borstigem Fell. (Der Name stammt aus dem Keltischen: „Gor“ für Zwerg, „Gi“ für Hund). Ihr Charakter, der sich durch Intelligenz, Unerschrockenheit und einen ausgeprägten Beschützerinstinkt auszeichnet, ist einer Königin aber durchaus würdig.

Hundeliebe liegt der Queen im Blut, ihre Ur-Ur-Oma Victoria scharte einst ein ganzes Rudel aus Spitzen, Möpsen und Collies um sich. Ihre Kinder Charles und Anne bedachte Elizabeth schon früh mit eigenen Corgis, deren nicht jugendfreie Namen Whisky und Sherry wohl in die Kategorie britischer Humor fallen.

2018 starb Whisper, der letzte Corgi der Queen, und wurde wie seine Vorgänger tränenreich auf Schloss Sandringham bestattet. Als „tief betrübt“ beschrieb die Daily Mail damals den Gemütszustand der Monarchin. Ihre eigene Aufzucht hatte sie drei Jahre zuvor eingestellt: Ausgerechnet sie, die nicht gerade für ihre mütterliche Fürsorge bekannt war, wollte im Falle ihres Ablebens keine kleinen Welpen zurücklassen. Seufz. Ein gänzlich hundefreies Leben führt die achtfache Urgroßmutter freilich auch jetzt, im Alter von 93 Jahren, nicht: Die beiden Dorgis Vulcan und Candy – eine Mischung, die entstand, als sich Elizabeths Corgi mit dem Dackel ihrer Schwester Margaret vergnügte – weichen nicht von ihrer Seite. Die Corgis sind tot, lang leben die Dorgis.

Gedicht für den Dackel, Buch für den Beagle

Die Liebe zu Hunden eint Europas Königsfamilien. Prinz William schenkte seiner frisch angetrauten Gattin Catherine 2011 Cockerspaniel Lupo als Kuschelersatz während seines sechswöchigen Einsatzes auf den Falklandinseln. Heute ist Lupo der liebste Spielgefährte von George, Charlotte und Louis. Ob er sich auch mit Guy, dem Beagle von Meghan und Harry, versteht, ist (noch) nicht überliefert – dessen märchenhafter Aufstieg vom Tierheim in den Palast ist jedenfalls im Kinderbuch „His Royal Dogness“ nachzulesen.

„Sie ist eine kleine Primadonna“, sagt Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen und meint damit nicht etwa Töchterchen Ingrid, sondern Labradoodle Milly Kakao. 2013 warf die Hündin neun Welpen, einer von ihnen, Muffins Kraakebolle, durfte zur Freude der Kinder in der Königsfamilie bleiben.

Als großer Hundefreund gilt Willem-Alexander, König der Niederlande. Die Labradore Nala und Skipper zieren sogar sein offizielles Geburtstagsporträt. Das toppt nur Prinz Henrik von Dänemark, der seine Liebe  zu Dackeldame Evita in Versform goss. „A mon teckel“ heißt das anrührende Gedicht, das er in seiner Muttersprache Französisch veröffentlichte. Königin Margrethe drückte ihre Dackel-Zuneigung pragmatischer aus: „Sie nehmen nicht so viel Platz weg, und man bekommt sozusagen einen kompletten Hund in der Größe eines halben.“ 

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