Leben
07.06.2018

Menstruationszelte auf deutschen Festivals sollen Stigma brechen

Auf Festivals werden in den kommenden Monaten Zelte aufgestellt, um die Periode von ihrem schamhaften Image zu befreien.

In sogenannten "Red Tents", die von der Kreativagentur Goalgirls entwickelt wurden, können Besucherinnen mehr über das Stigma, das der Periode anhaftet, erfahren, sich untereinander austauschen und über diverse Hygieneprodukte informieren. "Es gibt unheimlich viele Alternativen zum Tampon, von denen die meisten Frauen nichts wissen", erklärt Kaddie Rothe, Mitbegründerin von Goalgirls, im Interview mit dem Magazin Stern. Und weiter: "Workshops oder Rituale sind aber kein Muss. Girls können auch einfach abhängen, Bloody Marys trinken und von der stigmafreien und gleichberechtigten Zukunft erzählen."

Red-Tent-Bewegung

Angelehnt ist die Idee der Menstruationszelte an eine Tradition der Urvölker. Wie die taz berichtet, trafen sich Frauen einst während ihrer Regel in einem Zelt, um ihre Göttin zu feiern. Daraus entstand vor rund 20 Jahren die Red-Tent-Bewegung, ausgehend von dem Roman "The Red Tent" von Anita Diamant. Darin wird die Geschichte der biblischen Figur Dina erzählt, die in einem roten Zelt aufgenommen und umsorgt wird, nachdem sie vergewaltigt worden war. Inspiriert von diesem Roman werden heute in Städten auf der ganzen Welt Frauenzirkel veranstaltet, in denen sich Frauen solidarisieren.

Aufklärungsbedarf

Die Agentur Goalgirls wird diesen Sommer laut Stern auf dem "Tech Open Air", dem " Melt"-Festival und dem "Lollapalooza" vertreten sein. Dass Aufklärung über die Monatsblutung wichtig ist, zeigt unter anderem eine Befragung des Portals Erdbeerwoche. Demnach sieht der Großteil der österreichischen Jugendlichen die Regelblutung als unwichtig, uncool und peinlich an (mehr dazu hier).

Eingeladen sind übrigens nicht nur Frauen. Auch interessierte Männer sind willkommen. "Das Schlimmste für viele Frauen ist das Unverständnis durch den Partner. Es geht darum, den Männern den Ekel vor der Periode zu nehmen und sie darüber aufzuklären, was da eigentlich genau mit der Frau passiert", betont Kaddie im Interview mit jetzt.de.