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03/22/2019

Dem Rind einen Namen geben

Tierwohl ist für Österreichs Milchbauern nicht nur ein wesentliches Anliegen, sondern auch eine Überlebensfrage.

 

Die Alma, die Berta, die Dorli, die Emmi, die Gina und natürlich auch das Fleckerl: Eine nach der anderen traben die Kühe von der Moni, meiner Cousine, über den Hof. Es ist früh am Morgen, und die 15 Fleckvieh-Damen sind – frisch gemolken – auf ihrem täglichen Weg vom Stall auf die Weide. Dort dürfen sie sich den ganzen Tag über ihren zwei Lieblingsbeschäftigungen widmen: Gras fressen und wiederkäuen.

„Zum Glück ist die Gegend bei uns hier nicht allzu gebirgig“, meint Milchbäuerin Moni zu mir, während sie ein frisches Glas Milch hinstellt. „Hier können die Kühe auch bei schlechtem Wetter tagsüber auf die Weide.“ Und warum geht das nicht überall? „Besonders in steilerem Gelände kann das ganz schön gefährlich werden, wenn es rutschig ist. Kühe sind schließlich keine Bergziegen

Glückliche Kühe geben mehr Milch

Dass die Kühe aber wann immer möglich auf die Wiese sollen, genau wie bei der Moni, darin sind sich die österreichischen AMA-Milchbauern einig. Denn sie wissen: Kühe, die sich wohlfühlen, geben mehr Milch und sind seltener krank. „Na klar will ich das Beste für meine Kühe“, sagt auch die Moni. „Und das nicht nur, weil ich sie lieb habe, sondern auch, weil ich meinen Hof halten will! Tierhaltung ist immer ein Geben und ein Nehmen.“

Österreich als Vorreiter in Sachen Tierschutz

In Österreich haben wir eines der umfassendsten Tierschutzgesetze überhaupt – kaum anderswo werden Haltung, Fütterung und Umgang mit Nutztieren so genau geregelt und auch kontrolliert. Das AMA Gütesiegel setzt mit noch höheren Standards als den gesetzlichen auf noch mehr Tierwohl. Doch es muss klar sein, dass mehr Tierwohl auch mit mehr Aufwand und Arbeit verbunden ist.

Deshalb kann die Moni auch gar nicht lange bei mir am Tisch vor dem Haus sitzen bleiben, sie muss wieder in den Stall, den Mist von Alma, Berta & Co. wegräumen. „Ah übrigens, hast du gewusst, dass Kühe, die einen Namen haben, mehr Milch geben?“ erzählt sie mir noch. Und nach kurzer Recherche muss ich ihr glatt recht geben: Nach einer Studie der Wissenschaftler Catherine Douglas und Peter Rowlinson von der Newcastle University sind „namhafte“ Milchkühe tatsächlich produktiver als ihre lediglich nummerierten Kolleginnen. Auch Kühe schätzen es, wenn man ihnen Respekt entgegenbringt.

Nachgefragt: „Milch hat einen hohen Stellenwert für das Land.“

Die Kuh als Veredler von Wiesen: Im Gespräch mit Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter.

Warum hat die Milch in Österreich einen besonderen Stellenwert?

Die Milch ist ein wichtiges Lebensmittel, das eine lange Tradition in der österreichischen Küche hat. Das sieht man an vielen regionalen Spezialitäten. Milch hat aber auch einen hohen Stellenwert für das Land insgesamt. Wiesen werden nur über die Kuh erhalten und gepflegt. Dazu kommt, dass wir bei der Milchwirtschaft in Österreich eine ganz besondere Situation haben.

Inwiefern?

Sie ist klein strukturiert, im Schnitt gibt es nur 20 Milchkühe pro Betrieb. Das liegt auch an der landschaftlichen Struktur. Vor allem im Bergland gibt es viel Handarbeit. Da kann man keinen Megastall hinstellen.

Wie schädlich sind Kühe für die Umwelt – Stichwort CO2-Fußabdruck?

Frisst die Kuh das Gras nicht, verrottet es auf der Wiese – mit fast genau dem gleichen CO2-Ausstoß, aber ohne Nutzen. Über den Kuhmagen kann der für Menschen ungenießbare Rohstoff Gras, zu hochwertigen Lebensmitteln verwertet werden: Milch und Fleisch. Und seit zwei Jahren darf kein Soja aus Übersee verfüttert werden, auch nicht, wenn es gentechnikfrei ist.