Leben 21.03.2016

Das Hühnerei im Futternapf

Hunde mögen Eier - roh und gekocht. © Bild: MeePoohyaphoto/istockphoto

Worauf beim Verfüttern des hochwertigen Nahrungsmittels zu achten ist.

Für Schlangen sind sie oft Grundnahrungsmittel, für Fuchs und Marder, Rabenvögel und Raubvögel, Igel und Eichhörnchen Delikatesse. Ein Nest ist schnell geplündert, Wildtiere schätzen Dotter, Eiklar oder Schale.

"Eier werden häufig auch in der Ernährung von Haustieren verwendet", sagt Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach weiß, in welchem Ausmaß Eier gesund sind und worauf beim Verfüttern der Tierprodukte zu achten ist.

Hochwertiges Nahrungsmittel

"Ein Ei ist defintiv ein hochwertiges Nahrungsmittel", erklärt Zoodoc Reitl. Es liefert Energie, unterstützt das Wachstum und hilft den Muskeln beim Aufbau. Zudem liefert es dem Körper wertvolles Cholesterin, essenzielle Fettsäuren, lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe. Das enthaltene Lecithin fördert unter anderem die Hirnfunktionen. Eierschalen versorgen die Knochen mit Kalzium.

Die meisten Katzen verschmähen Eier aus gutem Grund, ihnen macht vor allem das rohe Eiweiß zu schaffen. Allesfresser dagegen freuen sich über die Leckerei. Gerade für Hunde, die bekocht oder nach der BARF-Methode hauptsächlich mit rohem Fleisch und Gemüse ernährt werden, ist das tierische Eiweiß eine willkommene Abwechslung. Der Bedarf sollte individuell berechnet werden. Bei Premiumfutter kann schon ein Ei pro Woche zu viel sein. Übermäßiger Ei-Konsum zur normalen Kost ist wegen des hohen Fettgehalts zu vermeiden. Kleintiere sollten grundsätzlich nur hin und wieder mit Dotter und Klar verwöhnt werden. "Vierbeiner, die allergisch auf Hühnereiweiß reagieren, vertragen Wachteleier deutlich besser", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.

Ziervögeln tun die getrockneten und zerriebenen Schalen gut. Sie verwerten das Kalzium im Knochenaufbau und für die eigene Eiproduktion. Gleiches gilt für Schildkröten. Prinzipiell kann das Eierschalenmehl separat angeboten oder in die Futterration gemischt werden.

Salmonellen

"Beim Verfüttern von rohen Eiern ist sehr auf Qualität und Hygiene zu achten. Es besteht Salmonellen-Gefahr", sagt Reitl. Die Bakterien können mitunter schwere Krankheiten auslösen. Die Roh-Kost birgt noch ein Risiko: Ein Zuviel an flüssigem Eiklar beeinträchtigt die Protein-Verdauung und führt zu einem Mangel an Vitamin H. Der KURIER-Tiercoach fasst zusammen: "Die Menge macht aus, ob das Ei im Napf gesund ist oder nicht."

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( kurier.at ) Erstellt am 21.03.2016