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Wie lebt es sich mit legendären Vornamen?
01/06/2015

Wie lebt es sich mit legendären Vornamen?

Caspar Einem, Melchior König und Balthasar Hauser haben eines gemeinsam: Sie haben heute Namenstag.

von Uwe Mauch

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Caspar Einem war einmal Minister für Verkehr und Ressortchef im Innenministerium. Der Sohn des bekannten Komponisten Gottfried von Einem wurde 1948 in Salzburg geboren. Seine Familie ist dann nach Wien übersiedelt. "Da war ich sechs Jahre alt." Heute erzählt er, dass sie ihn erst in Wien wegen seines Namens gehänselt haben: Caspar wie Kasperl, diese buchstäbliche Nähe hat sogar einen Französisch-Professor im Akademischen Gymnasium zu manchem gemeinen Wortspiel animiert. Später war sein Vorname, der an den aus Augsburg stammenden Patenonkel Caspar Neher (Lieblingsbühnenbildner von Bert Brecht) erinnern soll, kein Aufreger mehr. Im Gegenteil: "Während des Studiums habe ich als Skilehrer in einer Skischule in Wagrain gearbeitet. Da war ich einfach der Koschpar, so wie der Besitzer der Skischule." Im Westen Österreichs wohne dem Caspar auch keinerlei Exotik inne.

Gefeiert wurde der Namenstag in seiner Familie nie, sagt Einem. "Aber das war mir egal. War ja eh immer ein Feiertag." Dass der Caspar der dunkelhäutige König ist, habe er erst spät erfahren. Es veranlasst ihn zu einem Schmunzeln: "Mir haben die Freiheitlichen immer vorgeworfen, dass ich als Innenminister zu viele Asylwerber ins Land gelassen habe." Eigentlich hätte er ihnen sagen sollen: "Eh klar, weil ich der Caspar bin."

Melchior König, was für ein adäquater Name zum Dreikönigstag! Dabei kann der 14-jährige Sohn der Burgtheaterschauspieler Dietmar König und Alexandra Henkel seinem Namenstag wenig abgewinnen. Seine Eltern haben ihn evangelisch getauft. Namenstage werden nicht groß gefeiert. Und als Vorbild für seinen Vornamen diente auch nicht der Melchior aus dem Morgenland, sondern der Melchior aus einem Shakespeare-Klassiker.

Eigentlich hätte seine Mutter am Hamburger Thalia-Theater im Jahr 2001 spielen sollen, doch da wollte sich ihr zweiter Sohn auf den Weg machen, und sie ging in Karenz. "Irgendwie kamen wir damals schnell auf Melchior", erinnern sich die Eltern, die auch zurzeit in schönen Rollen am Burgtheater zu sehen sind. Melchior selbst mag seinen Namen: "Die meisten sagen: ,Voll cooler Name!‘" Gehänselt wurde er noch nie. "Mein Spitzname ist Mio."

Werden wir ihn eventuell einmal als Melchior auf der Bühne sehen? Er schüttelt den Kopf. Zwar stand er schon einmal mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Aurel auf der Bühne (vor zwei Jahren im "Macbeth", bei den Sommerfestspielen in Perchtoldsdorf), seine Berufung sieht er jedoch ganz woanders: "Schauspieler sollen die Eltern bleiben. Ich möchte Basketball-Profi werden." Schon mit sechs Jahren war er daran, mit seinem Bruder im Schönbornpark einen Verein zu gründen. Heute baut er als Point Guard bei Vienna 87 die Angriffe auf.

Balthasar Hauser, besser bekannt als der Stanglwirt von Going, ist in seiner Familie bereits Balthasar III. Seinem Sohn hat er daher konsequent den Namen Johannes Balthasar gegeben. Der 68-jährige Promiwirt klärt auf: "Balthasar ist hebräisch und heißt: ,Gott schütze sein Leben!‘" Er mag seinen Vornamen: "Weil er außergewöhnlich ist, aber nicht selten." Zumindest nicht selten in Kitzbühel und Umgebung. "In Going alleine sind wir zu fünft, und in St. Johann gibt es sogar mehrere."

Der Dreikönigstag bedeutet beim Stanglwirt nie Feiertag, immer Arbeit. Dennoch lässt es sich der Chef-Balthasar nicht nehmen, persönlich C+M+B oberhalb seiner Haustüre zu schreiben. Und selbstverständlich kennt er die Bedeutung der drei Buchstaben: "Gott segne dieses Haus."

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