Leben
08.09.2018

Belgien: Moderatorin spricht unter Tränen über Rassismus

Cécile Djunga moderiert beim belgischen Sender RTBF. Dass sie deswegen immer wieder rassistisch beschimpft wird, erzählt sie in einem Video.

"Es gibt zu viele Leute, die denken, dass es in Belgien keinen Rassismus gibt", sagt Cécile Djunga in jenem Video, das derzeit über die Grenzen Belgien hinaus für Schlagzeilen sorgt. Darin spricht die junge Frau, die für den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender RTBF moderiert, über die rassistischen Beleidigungen, die ihr im Alltag regelmäßig entgegengebracht werden.

In diversen hasserfüllten Nachrichten wurde sie unter anderem als "dreckige Negerin" beschimpft, schildert die Wettermoderatorin. Man habe ihr nahe gelegt "zurück in dein Land" zu gehen. Dass die fremdenfeindlichen Kommentare der Belgierin stark zusetzen, zeigt sich, nachdem sie diese Sätze ausgesprochen hat. Unter Tränen fügt sie hinzu: "Ich fühle mich als Belgierin, ich bin in meinem Heimatland. Jetzt hört auf, mir zu sagen, ich soll in mein Land zurückgehen."

Die Aufnahmen, die Djunga am 5. September auf Facebook postete, wurden binnen weniger Stunden tausenden Male angesehen. Mittlerweile haben insgesamt über 1,7 Millionen User das Video angeklickt.

Ihr Video schließt Djunga mit einem Appell: Menschen, die ebenfalls Opfer von Hass und Hetze geworden sind, sollen sich ihr anschließen. Dabei gehe es nicht nur um Rassismus. "Ich sage das, weil ich schwarz bin, aber es gibt Leute, die dick sind, die muslimisch sind, die arabisch sind, die rothaarig sind, die eine Brille tragen."

Sender-Chef Jean-Paul Philippot kündigte an, rassistische Hetzer strafrechtlich zu verfolgen. "Rassismus ist ein Verbrechen", sagte Philippot am Donnerstag laut der deutschen Welt.

"Muss der Kampf von uns allen sein"

In den Kommentaren zu ihrem Facebook-Video spricht der überwiegende Großteil der Userschaft der Belgierin Anerkennung und Solidarität aus. Auf Twitter zeigte sich Djunga am Donnerstag überwältigt von den positiven Reaktionen. "Danke für die unglaubliche Unterstützung", schrieb sie. Und weiter: "Das ist nicht nur ein persönlicher Kampf, es muss der Kampf von uns allen sein."