Arbeits-Mails: Emojis lassen uns inkompetent wirken

Keyboard close-up with three smiley keys
Foto: Getty Images/iStockphoto/TPopova/iStockphoto Symbolbild

Lachende Smileys peppen nicht nur private Chat-Nachrichten, sondern auch Arbeitsmails auf. Warum letzteres dennoch nicht ratsam ist, haben Forscher herausgefunden.

Eine Studie aus dem Fachblatt Social Psychological and Personality Science belegt, dass das Einsetzen von lächelnden Emojis im Arbeitskontext den Sender inkompetent wirken lässt. Außerdem wird der Sender durch die zur Auflockerung eingefügten Bildnisse nicht freundlicher oder sympathischer wahrgenommen.

Das Forscherteam der israelischen Ben-Gurion-Universität des Negev führte mehrere Experimente mit über 500 Teilnehmern aus 29 Ländern durch. Im ersten Abschnitt der Studie wurden den Probanden dienstliche E-Mails unbekannter Absender vorgelegt. Einige der Nachrichten enthielten fröhliche Emoticons, andere nicht. Die textliche Grundaussage der Mails war ident. In einem zweiten Schritt mussten die Studienteilnehmer die Mails in den Kategorien "Herzlichkeit" und "Kompetenz" bewerten. Sie wurden auch aufgefordert eine Antwort auf die Nachricht zu verfassen.

Unerwünschter Effekt

Die Analyse zeigte: E-Mails mit lächelnden Emojis erfüllten nicht ihren Zweck. Im Gegenteil: Die Nachrichten mit den Smileys wirkten nicht herzlicher und ließen den Sender weniger kompetent erscheinen. In weiterer Folge waren die Antwort-Mails der Probanden auch wesentlich verhaltener formuliert. Es wurden weniger Informationen preisgegeben.

In einem zweiten Experiment wurden den Probanden Bilder der E-Mail-Sender vorgelegt. Auf den Aufnahmen waren die Personen entweder lächelnd oder mit neutralem Gesichtsausdruck abgebildet. Lächelnde Gesichter wurden herzlicher, freundlicher und kompetenter eingestuft. Der Effekt ließ sich jedoch nicht auf den formellen Mail-Verkehr übertragen: Als den Teilnehmern E-Mails der lächelnden Sender mit Emoji-Inhalt vorgelegt wurden, wurde diese dennoch als weniger kompetent wahrgenommen.

Auch den Faktor Geschlecht nahmen die Forscher unter die Lupe. Dafür wurden die Absender der E-Mails anonymisiert. Enthielt eine Nachricht einen Smiley, wurde eher angenommen, dass diese von einer Frau stamme.

Unterm Strich sei der Verwendung von Emoticons in dienstlichen Mails nicht ratsam, betont Studienleitern Ella Glikson. "Die Menschen nehmen an, dass ein Smiley ein virtuelles Lächeln darstellt, aber die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass diese Annahme am Arbeitsplatz nicht haltbar ist." Glikson räumt ein, dass im Zuge der Studie nur Aussagen über einen Erstkontakt via E-Mail getroffen werden können. Ob der Effekt auch auftrete, wenn man mit einem Kollegen, Vorgesetzten oder Angestellten bekannt ist, sei unklar. "Beim Erstkontakt ist es aber besser die Smiley wegzulassen, egal wie alt man ist und egal ob man Mann oder Frau ist."

(kurier / pama) Erstellt am
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