Leben
05.06.2017

Olympisches Komitee versteht Feminismus nicht

Immer mehr Frauen beanspruchen die Bezeichnung "Feministin" für sich. So auch die russische Turnerin Angelina Romanovna Melnikova. Das Olympische Komitee ihres Heimatlandes scheint das jedoch nicht ganz zu verstehen.

Beyoncé, Emma Watson, Lena Dunham, Amy Schumer, Jennifer Lawrence - um nur einige Namen zu nennen - identifizieren sich öffentlich als Feministinnen. Neben prominenten Anwältinnen der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist auch der Begriff "Feministin" an sich zu einer Art Markenzeichen aufgestiegen. Und so ziert das Wort mittlerweile T-Shirts, Taschen, Socken, Buttons und Hauben.

"We Should All Be Feminists"

Die russischen Turnerin Angelina Romanovna Melnikova teilte am 28. Mai ein Foto von sich auf Instagram, auf dem sie sich in einem T-Shirt mit der Aufschrift "Everybody Should Be Feminist" zeigt. Das Top der 16-Jährigen erinnert an das mittlerweile weltbekannte Shirt der Marke Dior mit dem Aufdruck "We Should All Be Feminists". Das Designer-Top erlangte Popularität, als Maria Grazia Chiuri, Chefdesignerin bei Dior, das Shirt bei einer Laufstegshow in Paris trug. Inspiriert wurde die modische Kreation von einem Essay der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichies, der denselben Titel trägt.

Feministin, aber talentiert?

Während das Dior-Shirt binnen weniger Tage zum absoluten Must-have für Frauen auf der ganzen Welt wurde, scheint Angelina Romanovna Melnikovas Look beim russischen Olympischen Komitee keinen großen Anklang zu finden. Wie der Online-Dienst Yahoo schreibt, teilte der Verband Bilder von Melnikova in ihrem Shirt auf Twitter. Anstatt die Message ihres Outfits zu würdigen, schrieb man: "Vielleicht ist sie Feministin, aber sie ist wunderschön und talentiert".

Nachdem auf Twitter ein Shitstorm gegen das Komitee hereinbrach, wurde das Posting gelöscht und durch einen neuen Beitrag ersetzt. Darin ist zu lesen: "Ja, eine Feministin! Wunderschön und talentiert!"

Auch ein ein Entschuldigungstweet wurde gepostet. "Der offizielle Twitter-Account des russischen Olympischen Komitees entschuldigt sich bei allen, deren Gefühle durch den Post über Feminismus verletzt wurden", heißt es darin.