© REUTERS/ANTHONY PHELPS

Leben
11/28/2018

145 sterbende Wale: "Ich werde niemals ihre Schreie vergessen"

Eine Reisebloggerin fand an einem neuseeländischen Strand gestrandete Grindwale, die im Sterben lagen.

von Laila Daneshmandi

"Samstagabend war die schlimmste Nacht meines Lebens", so beginnt die US-Reisebloggerin Liz Carlson ihren Eintrag über einen Trip, der über romantische, verlassene Strände von Stewart Island (Neuseeland) führen sollte. Sie war nach einer Wanderung bei Sonnenuntergang gerade auf dem Rückweg zu ihrem Camp, als sie unzählige Grindwale entdeckte, die bei Ebbe gestrandet waren.

"Als wir realisiert haben, welcher Horror gerade vor uns lag, haben wir alles fallen gelassen und sind ins Wasser gelaufen." Carlson und ihr Begleiter Julian Ripoll versuchten die Wale an der Schwanzflosse zurück ins Wasser zu ziehen. "Wir schoben und schrien bis wir von der Flosse eines sich windenden Wals getroffen wurden und aufgaben. Es war nutzlos - sie waren so groß und schwer und die Erkenntnis, dass wir nichts tun konnten, um sie zu retten, war das Schlimmste, was ich je erlebt habe."

Julian lief daraufhin los, um Hilfe zu holen - 15 Kilometer weiter an der Basis waren Rangers. Liz versuchte inzwischen ein Walbaby ins Wasser zu ziehen, das aber immer wieder an den Strand schwamm. "Ich habe versucht, Wasser über die Wale zu schütten bis meine Hände taub waren vom Salzwasser und vom Wind."

"Mein Herz ist gebrochen"

"Ich werde niemals ihre Schreie vergessen, wie sie mich beobachtet haben, während ich neben ihnen im Wasser saß. Wie sie verzweifelt versucht haben zu schwimmen und ihr Gewicht sie nur tiefer in den Sand gedrückt hat. Mein Herz ist gebrochen."

Es war schon fast dunkel an diesem verlassenen Ort und die Flut würde erst mitten in der Nacht wieder kommen. Der Tod der Wale war unvermeidbar. "Ich bin auf meine Knie gefallen und habe vor Frust nur geschrien und geweint, mit dem Geräusch von Dutzenden sterbenden Walen hinter mir."

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Es hätte wohl rund 1000 Menschen gebraucht, um diese Wale zu retten, glaubt Carlson. Das einzig Gute, das sie und ihre Begleitung bewirken konnten, war, dass der zur Hilfe gerufene Ranger die Wale erlösen konnte. "Mein Herz schmerzt, dass dieser Mann diesen furchtbaren Job machen musste, er hätte auch alles getan, um die Wale zu retten." Doch sonst wäre ihnen ein langsamer, qualvoller Tod bevorgestanden.

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