KURIER-Redakteur Michael Huber im Gespräch mit dem Künstler

© Gilbert Novy

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Die veilseitige Welt von Christian Ludwig Attersee

Am 14. August 2019 fand der KURIER-Talk mit dem Künstler im Belvedere 21 statt.

von KURIER Marketing

08/16/2019, 12:49 PM

Er war manchmal „angesagt“ und dann wieder nicht, wurde von manchen hofiert und von anderen ignoriert. Für Christian Ludwig Attersee war Anerkennung von außen gewiss wichtig, doch ein Mangel davon hätte ihn kaum aus der Bahn geworfen. Vom Selbstbewusstsein des vielseitigen Künstlers könnten sich viele ein Stück abschneiden, und die Welt, die er sich geschaffen hat, funktioniert unbeeindruckt von Moden und akademischen Diskursen.  Leserinnen und Leser konnten sich beim KURIER Plus-Gespräch am 14. August 2019 im Belvedere 21 persönlich davon überzeugen, wie selbstbewusst Christian Ludwig Attersee ist.

Dennoch – und das ist eine der Erkenntnisse der Werkschau „Feuerstelle“ im Belvedere 21, durch die die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den Talk geführt wurden,  – fanden sich in Attersees Werk schon früh Elemente, die später zu Leitideen des internationalen Kunstgeschehens wurden. Eine Vielzahl von Zeichnungen, Gemälden und Objekten verdeutlicht in der Ausstellung, die noch bis zum 18. August im Obergeschoß des einstigen „20er Hauses“ zu sehen ist, die Erfindungsgabe des 1940 geborenen Künstlers.

Außerirdische Wesen

Zum extravaganten Frühwerk zählt etwa das Buch „Komm mit nach Österreich“ (1965), in dem Attersee einen „Österreich-Reiseführer für außerirdische Wesen“ imaginierte: Er kombinierte dafür kitschige Landschaftsaufnahmen aus Tourismusprospekten mit Bildern aus „erotischen Heften“ und verlieh dem Ganzen einen Science-Fiction-Anstrich. „Das ist ein guter Beginn der Ausstellung, denn er zeigt die Breite sofort“, kommentierte Attersee beim KURIER-Gespräch.

Vielfältige Leidenschaften

Natur, Landschaft, offensive Erotik, vermischt mit Künstlichkeit in einer oft schrillen, übersteigerten Form: Das sind Grundzutaten, die Attersees Werk über Jahrzehnte hinweg bestimmen. Die Inspiration kam einerseits von Attersees Erfahrungen als Segler – er war in den 1960er Jahren mehrfacher Staatsmeister – sowie von seiner Leidenschaft für Musik, Essen und sinnliche Erlebnisse ganz allgemein. Doch bei Attersee scheint stets alles ineinander zu fließen: Eine Brotmargarine mit eingemischten Buchstaben schließt Essen mit der Poesie kurz, das geliebte Segelboot verbindet sich in Bildern mit Menschen- und Tierkörpern, Bildtitel werden zu Liedtexten und umgekehrt. „Ich betrachte meine Werke nicht distanziert. Für mich sind das alles Halblebewesen“, sagt Attersee, der über eine umfassende Musiksammlung verfügt und selbst auf eine lange Geschichte als Sänger und Pianist zurückblickt.

 

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