Zunächst spielt Yusuf auf seiner "Peace Train ... Late Again" Tour eine gute Stunde lang in erster Linie Klassiker aus seiner Zeit als Cat Stevens. Nach einer Pause gibt es das komplette neue Album "Tell 'Em I'm Gone" (Sony) und damit auch bluesigere Klänge zu hören. Am Ende wartet der 66-Jährige mit einem Zugabenteil voller Hits (u.a. "Father & Son", "Morning Has Broken") auf.

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Gehörgängige Pop-Perlen zum ewigen Kampf um die Freiheit
11/05/2014

Gehörgängige Pop-Perlen zum ewigen Kampf um die Freiheit

In nur drei Minuten war das Konzert von Yusuf/Cat Stevens in London ausverkauft.

von Brigitte Schokarth

Auftakt der "Peace Train … Late Again"-Tour von Steven Demetre Georgiou alias Yusuf/ Cat Stevens, 66, im Hammersmith Apollo am Dienstag: Der 66-Jährige, der in den frühen 70er-Jahren Welthits wie "Moonshadow" und "Wild World" hatte, nimmt sich selbst auf die Schaufel. "Seid ihr gekommen um Cat Stevens oder Yusuf zu sehen?" Und stellt gleich drauf fest, das sei ohnehin egal.

Stevens wirkt viel lockerer und gesprächiger als noch vor drei oder vier Jahren: Er geht oft, stets humorvoll und selbstironisch auf Zurufe aus dem Publikum ein, erzählt Anekdoten und bietet das, was die Leute hören wollen: die alten Hits.

Beatles-Coverversion

Dazu Songs wie "First Cut Is The Deepest", den Rod Stewart berühmt gemacht hat, aber von dem keiner mehr weiß, dass er aus der Feder von Cat Stevens stammt.

Mit einer Coverversion von "All You Need Is Love" lockert er geschickt die melancholische Atmosphäre auf, die seine eigenen "Denker-Songs" verbreiten. Der Mix gefällt nicht nur den Älteren, den Fans von damals, sondern auch jungen Leuten, Studenten hauptsächlich.

Nach der Pause geht Yusuf/Cat Stevens erstmals auf sein Ende Oktober erschienenes Album "Tell ’em I’m Gone" ein. Damit hat er sich dem Blues zugewandt. "Hinter meiner Troubadour-Persönlichkeit hat immer schon ein R&B-Alter-Ego gelauert, das darauf gewartet hat, freigelassen zu werden", erzählte er kürzlich dem Magazin Rolling Stone. "Interessant war dabei, dass sich daraus automatisch eine Botschaft ergeben hat, die sich durch alle Texte zu ziehen scheint."

Obwohl Stevens für das Album neben fünf eigenen neuen Titeln auch Coverversionen von Songs von Procol Harum und Edgar Winter aufgenommen hat, haben alle das Thema Freiheit gemeinsam. "Wir leben in einem ewigen Kampf um Freiheit", sagt Stevens. "Selbst heute, wo viele Leute in Freiheit leben, sind wir doch etwa an die Technologie oder viele andere Dinge gekettet.

Ausbruch

Aber ist Freiheit nicht das, wovon die meisten Menschen träumen? Musik und speziell der Blues waren immer schon ein Mittel für die Menschen, aus den Abhängigkeiten von den Reichen und Mächtigen auszubrechen."

Vielleicht weil ihm diese Botschaft so wichtig ist, spielt Stevens "Tell ’em I’m Gone" im zweiten Teil der " Peace Train … Late Again"-Show komplett durch. Was die Zuschauer bei jedem anderen Act langweilen würde, funktioniert hier perfekt:

Der Blues und die raueren Gitarren bringen noch einmal eine ganz neue Facette, ein anderes Feeling in das Konzert. Nur einer ruft zwischendurch nach "Peace Train", einem der alten Hits. "Warte auf das Ende", mahnt Stevens. Schließlich hat er die Show danach benannt, die Bühnen-Deko als Bahnhof gestaltet. Doch vor dieser umjubelten Zugabe, gibt es nach dem Blues-Teil noch die restlichen Hits:

Bei den Klassikern "Morning Has Broken" und "Father And Son" singen alle mit: die Studentinnen aus Brighton, die Fans von früher und sogar die vorher noch so kühle, strenge Platzanweiserin.

KURIER-Wertung:

INFO: Yusuf/Cat Stevens zeigt die "Peace Train … Late Again"-Show am 13. 11. in der Wiener Stadthalle; Karten 01/ 96 0 96 oder www.oeticket.com.

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