Wolfgang Böck

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Kultur
05/30/2019

Wie Trautmann der Gerechtigkeit verpflichtet

Der Schauspieler deckt als Winkelagent Schnoferl bei den Schloss-Spielen Kobersdorf einen Kriminalfall auf.

Wolfgang Böck, seit 2004 Intendant der Schloss-Spiele in Kobersdorf, greift recht gern auf die Possen von Johann Nestroy zurück – heuer zum bereits fünften Mal: Am 2. Juli hat „Das Mädl aus der Vorstadt“ Premiere.

Auf der Website der burgenländischen Schloss-Spiele ist zu lesen, dass Nestroy „mit viel Humor stets Partei für die Anständigen“ ergriff – und „die Unanständigen“ bloßgestellt habe. Die politischen Entwicklungen – der ehemalige Chef einer Partei der angeblich Anständigen äußerte frisch von der Leber unanständige Ideen – hätte er, sagt Böck im Interview mit dem KURIER, nicht voraussehen können, als er die Posse ausgewählt hat.

Aber auch ohne aktuellen Bezug sei das Stück mit dem Untertitel „Ehrlich währt am längsten“ interessant: „Jemandem das Haxl zu stellen, kleinere, aber auch größere Betrügereien, all diese Dinge werden wie Kavaliersdelikte behandelt.“

Bock als "Winkelagent" Schnoferl

Der aus Linz gebürtige Schauspieler, als Inspektor Trautmann in der ORF-Serie „Kaisermühlenblues“ bekannt geworden, verkörperte vor zwei Jahren in Kobersdorf den Dorfrichter Adam, der gegen sich selbst ermitteln müsste – und schließlich, weil er die Schuld jemandem anderen in die Schuhe schieben wollte, verjagt wird.

Nun spielt Böck den Schnoferl, einen „Winkelagenten“. Diesen Privatdetektiv und den Polizisten Trautmann eint vielleicht, sagt Böck, „dass sie sich der Gerechtigkeit verpflichtet fühlen“. Schnoferl deckt einen Kriminalfall auf: „Er möchte jemanden, der unschuldig unter Verdacht geraten ist, reinwaschen.“

Es hätte ihn natürlich gereizt, den Bösen, also den Spekulanten Kauz, zu spielen. Aber er ließ Beverly Blankenship, die er als Regisseurin gewinnen konnte, bei der Besetzung freie Hand. Und sie hätte eben gesagt: „Den Schnoferl musst schon du spielen!“ Den Kauz verkörpert daher Wolf Bachofner, Katharina Stemberger spielt dessen Nichte, die Frau von Erbsenstein, und nach vielen Jahren kehrt Karl Ferdinand Kratzl nach Kobersdorf zurück.