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„Werther“ konzertant in Salzburg: Exquisites Sängerensemble

Benjamin Bernheim und Adèle Charvet wurden bei den Salzburger Festspielen umjubelt.
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Von: Helmut Christian Mayer

Johann Wolfgang von Goethe machte ihn in der Literatur unsterblich, Jules Massenet auf der Opernbühne: „Werther“. Jetzt zeigen die Salzburger Festspiele dieses Musikdrama rundum gelungen und umjubelt konzertant im Großen Festspielhaus. Dafür sorgt ein exquisites Sängerensemble.

Allen voran Benjamin Bernheim: Der französische Sänger vermag den träumerisch-verzweifelten Werther, der an seiner unglücklichen Liebe zu Charlotte zerbricht und letztlich Selbstmord begeht mit seinem schönen, hellen Tenor mit ungefährdeten Höhen, reichen Schattierungen und feiner Legatokultur zu gestalten. Die populäre Arie „Pourqoui me reveiller“ gelingt ihm so vortrefflich, dass er sie wegen des großen Jubels sogar wiederholen musste.

Seine vergeblich angebetete Charlotte ist Adèle Charvet, eingesprungen für Marianne Crebassa.

Sie singt sie mit reichen Facetten ihres runden Mezzosoprans und gestaltet sie gemeinsam mit Bernheim zum Finale hochemotional. Und gerade von diesen beiden aber auch von allen anderen wird mit großer Bühnenpräsenz intensiv und berührend gespielt.

Andrey Zhilikhovsky ist ein sehr steif gezeichneter Albert mit kernigem Bariton. Sandra Hamaoui ist eine quirlige und mädchenhafte Sophie mit flexiblem, leichtem Sopran. Entzückend sind auch die wunderbar singenden Kinder des Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Makellos sind auch die kleineren Rollen besetzt, etwa mit Manuel Winckhler (Amtmann) oder Tomislav Jukić (Schmidt).

Dirigent Alain Altinoglu vermag beim Orchestre symphonique de la Monnaie, das das musikalische Herz des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel bildet, das sinnliche Orchesterkolorit der subtilen Partitur voll auszureizen. Packender, nur manchmal etwas überbordender Spannungsreichtum wird ebenso erzeugt wie reiche Nuancen bis zu feinsten Piani. Stehende Ovationen des begeistern Publikums!

KURIER-Wertung: 4 Sterne

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