Von Erika Farina konsequent abstrakt ausgestattete Collage aus Tanz, Musik, Erzählung und Dialogen: "Mauer" in der TheaterArche

© Jaku Kavin

Kritik
11/12/2019

Wenn im Albtraum die Zähne zerbröseln: „Mauer“ im TheaterArche

Das Ende der kommunistischen Regimes vor 30 Jahren animierte Jakub Kavin zu einem vielschichtigen Abend in der TheaterArche.

von Thomas Trenkler

Nika Brettschneider und Ludvik Kavin wurden einst als Unterzeichner der Charta 77 aus der ČSSR ausgewiesen. In Wien gründeten sie die Gruppe Theater Brett – und eröffneten 1984 in der Münzwardeingasse 2 ihr eigenes Haus. Deren Sohn, Jakub Kavin, führt es nun unter dem programmatischen Namen TheaterArche weiter. Ohne Subventionen, aber mit einer großen Mission: barrierefrei niemanden auszugrenzen.

Angetrieben durch seine eigene Geschichte nahm Kavin das Ende der kommunistischen Regimes vor 30 Jahren in Osteuropa zum Anlass für einen vielschichtigen Abend zum Thema Mauer: Auf Basis eines Stücks von Thyl Hanscho, das Absurditäten der Abschottung bloßlegt, spannt er einen Bogen von staatlicher Repression und Erinnerungen an den Fall der Berliner Mauer bis zu tristen Schilderungen in Gefängnissen da wie dort. Auch wenn man nicht alles versteht (denn das elfköpfige Ensemble aus Profis und Theaterbegeisterten spricht in sechs Sprachen), so erfühlt man in dieser von Erika Farina konsequent abstrakt ausgestatteten Collage aus Tanz, Musik, Erzählung und Dialogen dennoch alles. Zum Glück gibt es neben beklemmenden Albträumen, in denen die Zähne zerbröseln, auch heitere Momente.